Ausgabe 
17.7.1802
 
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Einige Denkwürdigkeiten des igten Jahrhunderts, die nicht vergessen zu werden verdienen»

(Verfolg.)

1727. Zum erstenmal wird hier Rau­penfraß an den ObftbLnmen bemerkt. Cs bleibt kein Blatt daran. Der iZte^Au- gust wird der Stiftungstag der Herrnhu­ter Gemeinde.. In Würzburg wird ein Frauenzimmer aus vornehmem Ge­schlechte als He<re verbrannt. Gasser und Dithmar treten als die zwei ersten Professoren oer Cameralwissenschaften (Frankfurt an der Oder undHalle) auf. Nach heftiger Hitze fieng 1727 zu Aus­gang des Augusts in Holland, beson­ders um Leiden ein Fieber an allgemein zu werden, das mit einer solchen Be­drückung der Brust begleitet war, als wenn sie zusammengepreßt würde. Bei den Sectionen fand man, daß die Galle die einzige Ursache der Krankheit gewe­sen war.

1728« Die Raupen kommen hier übermals an dieObftbäume, und fressen sie ganz kahl. Professor Rnipphof legt die erste Druckerei von Pflanzenabdrü­cken in Erfurt an. Der Gesundbrun­nen zu Limberg in WeDhalen wird ent­deckt. Aus Holland wck'd die erste Band- tnühle nach Charlvttenbürg gebracht.

1729. Genua wird für einen Frei­hafen erklärt. Ein Comet läßt sich sehen.

173°*.. 3* T» Bupbaum stirbt den I?ten Julii. Chriltofoli, Instrumen­tenmacher zu Florenz, erfindet die Däm­pfer am Clavier, er brachte sie an die Claves an. Der sibirische Buchweitzen, der durch die reisenden deutschem Botani­ker aus der Tartarei nach Petersburg kam, verbreitet sich in Europa. Die Waldenser des Thales St. Martin wer­den vertrieben. Schweizer gründen in

Carolina den ersten Seidenbau, Frait- zosen den Weinbau.

1731. Gärtner Miller in London glebt sein großes Gärtner-Lexikon her­aus, das mehrere Ausgaben erlebt.

1732. Auf der See in der Gegend des Caps wird ein Comet beobachtet, der so hell leuchtete, daß man ihn auch beim Vollmond gut sehen konnte. Sein Schweif war 40Grade lang und andert­halb breit. Hessen läßt die ersten Du­katen aus Edvergold münzen. Im Dec. aussert sich die'Influenza v. S wirten Conitit. epid. et morbonun potiffi- imun Lug(Iuni ßätavorum obferva- torum. Editier Stollii. n. oci. Salz­burg er Emigrationen.

1733» Antoine GraVe, bekannt unter dem furchtbar gewordenen Namen: der grose Galantho, Anführtk einer Räuberbande, die den ganzen vberrhei- Nischen Creis in Schrecken sezte, wird tn Gelnhausen gefangen, von da nach Darmstadt abgeliefert, und daselbst den 2. Juni gerädert. Siehe: Znverlafsiäe Nachricht, von dem 'famösen Zigeuner Antoine la Grave vulgo dem aroie» Galantho. Giessen 1733.

Die Hitze war im Jul. in Holland so heftig, daß zwei Heuarbeiter rasend wurden, und in einer Viertelstunde den Geist aufgaben. Das Gras vertrocknete auf den Wiesen , die Blätter auf den Bäumen. Es entstanden Cholera, Srein- pockcn, Durchfalle, die endlich fanlicht wurden.

(Fortsezzung folgt.)

Bekanntmachungen.

1) Nachdem Caspar Schmidt von Hanßen, dahiefigen Fürst!. Amts vor ohngefähr 27 Jahren in einem Alter von iy Jahren mit einer Herrschaft weg und in die Fremde Legangen, auch seit der

Zeit