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Rumfordische Suppen.
(Beschkus.) '
Apfel - Pudding.
Sie schälen Aepfel, so wie sie vom Baum kommen, schneiden sie entzwei, nehmen das Kernhaus heraus, zerschneiden den Apfel in Scheiben, die sie an der Sonne troknen. Dann nehmen sie zu einem Apfel - Pudding i Pf. solcher Apfel schnitze, zPf. Maysmehk, 3/4 Pf. .Syrup, i Lot Salz und 5 Maas Wasser.
Anstatt der Aepfel nehmen sie auch Aetroknete Heidelbeere, Pauesselbeere, Moosbeere, Pstaumen, Kirschen.
Alle diese amerikanische Puddinge schmecken sehr gut, vorzüglich wenn sie «ufgewarmt werden ' Sie hatten sich alle Mehrere Tage, und vertretten sehr gut die Stelle des Brodes.
2Ber ettirb nicht wünschen, daß in jedem Städtchen ein paar, und in jedem Dorf eine Garküche befindlich wäre, crus welcher nicht nur die Armen diese wohlschmeckenden nahrhaften Suppen rrnentgeldlich erhielten, sondern woraus such alle die durch Arbeiten u. d. am Selbstkochen gehindert werden, «meinen lbilligen Preis eine Speise erhielten, die dem Landmann noch ganz unbekannt ist, und so köstlich sich nie in seine Hütte verirrt? In theuern Zeiten würden solche Anstalten hinreichend seyn, das öffent- lliche und Privatelend zu verhüten, welches die schrecklichste aller Plagen — die Hungersnot!), allemal zu begleiten pflegt.
Diese Ersparnis an Brennholz, Nahrungsmitteln , Küchen-Aufwand, würde für eine ganze Gegend ausserordentlich groß seyn. Ja diese Anstalt würde mehreren Zufluß und Eröfnung von Nahrungsmitteln eröfnen : denn sobald Theu- rung droht, hält nicht unr Jeder mit seinem Vorrat- zurück, sondern schafft
sich auch noch einen grösern an, als er sonst zu thun pflegt, wodurch die Victua- lien auf den Markten seltner, folglich noch theurer werden. Dazu kommen noch ^«^auferelen solcher Menschen, denen k^^efuhle der Menschheit fremd sind, die das Elend noch vermehren-
Schon trifft man Institute dieser Art in mehreren Städten Teurschlandes an. Man hat solche Kochanstatten in England, Frankreich und der Schweiz errichtet, und fährt immer fort mehrere anzu» legen.
Als im vorigen Herbst die Theurung der Lebensmittel in Wien immer mehr zunahm, und bedenklich zu werben an» fieng, ließ der Kaiser den Verfasser der Schrift: Uiber Hamburgs Armenwesen. Lnnneburg igoi. den k. Dänischen CtatS- rath Vogt, der um die Armen- und Krankenversorgungs - Anstalten zu Hamburg sich sehr verdient gemacht hatte, nach Wien einladen, um nach feinem SiAtf) auch die dasigen Versorgungshauser und Armenanftalten, in einen voll- kommnern Instand zu versetzen. Ium wesentlichen Nahrungsmittel schlug er die Rumfordschen Suppen vor, welche bei seiner Anwesenheit, in Gegenwart deö Erzherzogs Carls, des Cabinetsmini- sters Graf v. Eoüoredo, des obersten Eanzlers Graf von Laschansky bereitet, und mit Beifall ausgenommen wurden, so daß sie nicht nur in gedachten Häusern ausgenommen, sondern auch bei der dasigen Garnison, eingeführt wurden.
Infolge einer andern Bekanntma- ehuug des B. JMeHort, der in Paris das Institut der Rumfordischen Suppen besorgt, wurden 1799. 20,000. igoo, 164,200 Portionen vertheilt, und für den Winter 1801 — 1802. war der Voranschlag auf 600,000, gemacht.
Walther,
Be-


