Ausgabe 
11.12.1802
 
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Einige Denkwürdigkeiten des i8ten Jahrhunderts, die nicht vergessen zu werden verdienen»

(Verfolg.)

Die Periode von 1774 bis Lieh er, war ein Zeitraum gewesen , der die gün­stigsten Stoffe für die Belebung der Phantasie, kurz für alles, was den Ner­venmenschen reilzen. und exaltiren konnte, darbot. Waren sie Vvrbereitungs - Ur­sachen ? Wirkten jene physikalische Er­eignisse mit? In diesem Jahre starb Linne der Sohn, den isten November. Notarius Hübner in Halle erfindet die Kunst, die Schwämme mit ungemeinem Geschick in Wachs abzuformen, und die­sen der Natur völlig getreuen Abgüssen, Nachher ihre natürliche Farbe zu geben. Der durch seine scharfsinnige physikali­sche Erfindungen berühmte Professor JD. picke! zu Würzburg, erfindet die Kunst, Goldschlagerblättcheu mittelst einer Auf­lösung von Storax und Hausenblasen so zu bereiten, daß sie bei kleinen Wunden, wegen ihrer Geschmeidigkeit, besonders in den Gelenken, einen großen Vorzug vor dem sogenannten englischen Pflaster haben. Der Ingenieur - Hauptmann Johann Helfrich Müller zu Darmstadt verfertigt eine Rechen - Maschine, ver­mittelst welcher man sowohl in gemeinen als in genannten Zahlen , sehr geschwind, leicht", ohne Nachdenken, und gatt, zu- / verlässig rechnen kann.

Stephan und Joseph Montgolfier, kommen durch Nachdenken geleitet, auf den kühnen Gedanken , durch Hülfe eines weiten Umschlags und eines künstlichen Gaö , Körper zu machen, die bloö durch den Druck der athmosphari'schen Luft, in die höher» Regionen des Dunstkrei­ses hinanfgetrioben wärden. Den zteu Juni machten sie-in Gegenwart einiger dazu eingeladener Physiker den zuvor noch

nie gesehenen Versuch, einen Ball von Leinewand, der mit Papier gefüttert und mit inflammabler Luft gefüllt war, na F. im Umfang hatte, und 35 hoch war, in die Luft steigen zu lassen. * Diese Ver­suche wurden wiederholt den 27. Aug. mit einem Taffet-Ballon, den 12. Sept, mit einem Cannevas - Ballon , den ig. in Gegenwart des Hofs, zu Versailles. Ein Schaaf, ein Hahn und eine Ente, machten unbeschädigt die Reise mit. End­lich wagte es Pilatre de Rozier zuerst, sich den 15. Oct. mit dem Ballon zu er­heben.

(Fortsezzung folgt.)

Bekanntmachungen.

t) Mittwoch den 2yten dieses, Mor­gens io Uhr, soll auf dahiesigem Rath­haus das dem Burger und Becker Chri­stoph Andreas Schmidt zugehörige Wohn- haus auf dem Markt, nebeu Adolph Frech, und der dazu gehörigen Scheuer und Mistplaz, öffentlich an den Meist- bieleudeu Schuldenhalben verstrichen wer­den, so hierdurch bekannt gemacht wird» Giessen den 6ten Dec. [802.

Fürst!. Hess. Oberamt das. Rav ß.

2) Nachdeme dem Gerichtsschöff Busch zu Pohlgöns gestern Abend zwi­schen 6 und 7. Uhr ein Pferd, von Ge­schlecht eine Stute, von Farbe ein Falk mit einem weissen Stern auf der Stirne, diebischer Weise entwendet worden; als werden alle Ortoobrigkeiten hiermit dienst- freundlichst ersucht, auf den Tbäter in- vigiliren, solchen im Betretkungsfall ars teuren, und das nötige an daö Fürstl. Amt dahier gelangen zu lassen, auch soll der redlichen Anzeiger dieser schändlichen ThathandlunL eine Carolin zum Geschenk erhal-