Ausgabe 
31.10.1801
 
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verminderungs -- Mittel der Feld,' nräuft.

(Ans dem Reichs-Anzeiger vom Jahr 1801. Nro> 264.)

Ich machte ohnlängst mit nachste- hendem eine Probe, und nahm 3/8Pf. weisses Mehl, 1/2 Pf. Schweineschmalz und eine Zwiebel. Dieses röstete sch in einem Hafen über gelindem Feuer, und mischte noch dazu Z/8Pf. ungelöschten Kalk, l>HPf. gepulverte schwarze Nieß- wurzel, 2Lvth weissen Zucker, 4 Loth gepulvertes Glas , i Loth Krähen-Au­gen , und noch so viel an Schweiuen- schmalz, daß es eine Pillenmasse wurde. Von dieser machte ich runde Kügelchen, etwas größer als eine Erbse groß; da­von nahm ich eine Handvoll und streuete sie bei.trockenerWitterung auf einen mei­ner Wohnung gegen über liegenden Acker. Am folgenden Tage fand ich auf dem­selben 4Z Stück tvdte Mäuse, dietheils aufgeplatzt, theils aber dick aufgetrie­ben waren. Mit diesem Mittel tödtete ich fn meiner Wohnung, die am Felde lieget, und diesen unangenehmen Gästen sehr ausgesetzt ist, täglich eine ziemliche Menge derselben Ich lege daher die­ses Mause lödtende Mittel den Ottouo- men zur Prüfung vor, und wünsche nichts mehr, als d st die allgemeine Klage über Mause wenigstens dadurch sehr vermindert werden möge.

Note: Die Nies-Wurzel darf nicht dazu kommen, so lange das Fett noch brennend heiß ist.

(Siebte kein Mittel, das die Bierhefe beym Backwerk ersezt?

(Aus dem Reichs-Anzeiger von 1801. Nro. 266.)

In einem Engellandischen Journale find zwey Mitte! zum Ersatz der Bierhe­fen bekannt gemacht worden.

Das erste ist folgendes: Man zer­drücke ein Pfund gekochte Kartoffeln, rhue dazu 4 Loth Küchenzucker oder Sy- k!!p, unb 2 Eßlöffel voll gute Bierhefen. Dies lasse man an einem warmen Orte 24 Stunden gähren, und man'wird 1 Maas vortrefliche Hefen erhalten,'

Noch weit simpler ist das andre Mit­tel : Man thue etwa eine mäßige Ober­tasse oder ein gutes Weinglas voll zer­stoßene Erbsen in einen reinen Topf, giesse r Nössel kochend 'Wasser darauf, und setze den Topf ohngefahr l2 Stun­den lang auf den warmen Ofen oder sonst an einen warmen Ort. Nach Ver­lauf dieser Zeit findet man auf der Oder- siache des Wassers die schönste Hefen. Je warmer der Ort ist, wohin man den Topf stellt, desto eher werden die Hefen vollkommen.

Beyde Surrogate sollen bey allen Arten von Backwerk gute Dienste leisten, bey dem Dierbrauen hingegen nicht an­wendbar seyn.

Mittel gegen die Erdschnecken.

Man iiehme die Ahnen vom Flachs, oder den Abfall desselben beym Brechen, utid streue denselben auf das Land. Die Schnecken verwickeln sich darin, können nicht in ihre Löcher zurück, und man kann sie mit leichter Müee auflesen, wodurch dieses schädliche Garten - Insekt zuver­lässig vertilgt wird.

Noch etwas gegen Maulwürfe.

Man nehme kleme lebendige Krebse und basse sie in die Röhren laufen, die man aber hinter ihnen sorgfältig versto­pfen muß. Der Krebs kriecht durch die Röhren, schreckt die Maulwurfs-Fami­lie durch seinen scharfen Bart, und wenn erstirbt, verpestet sein fauler Geruch die Gänge des Maulwurfes, der sich dann unfehlbar entfernt.

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