Ausgabe 
26.12.1801
 
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) 2-6 (

vsm Essig mach en.

(Verfolg.)

4) Falls man eS her Efsigmakerie, wenn sie zu wenig geistig wäre, nicht zutranet, daß sie zur gewünschten Säure übergeben könne, so kann mau wabren- der Gahrung noch etwas klein gestosse­nes Gewürze, oder auch recht starken Brandtwein hinzu thun, wovon er desto scharfer werden wird. Die oben auf der Oberfläche deS Essigs angesetzte Haut aber kann man von Zeit zu Zeit hinab­stossen.

5) Die Gefäse, darinnen der Essig Kahren soll, müssen nicht allzufeste zu- gestopfet werden. Die Luft muß alle­mal etwas Zugang behalten.

6) Das Anstellen und Aufbewah­ren des Essigs in irrdenen glasurtenund metallenen Gefäsen darf nicht geschehen; dann die Glasur in irrdenen Gefäsen wird von der Saure leicht aufgelöset, und der Gesundheit schädlich, oder sie macht daß der Essig nicht recht sauer werden kann, und auch gar leicht umschlägt. Von ei­sernen Gefäsen löset die (Siure so viel auf, daß der Essig Urirth* Essig in bleiernen und kupfernen Gefäsen ist äu- ferst schädlich. Auch zinnerne Gefäse taugen nicht zum Essig. Er greift sie gleich au, machetdaran schwarze Flecken, und der darinnen aufbehaltene Essig ste­het ab, und wird völlig abgeschmackt. ES bleiben daher keine andere'Gefäse zum Ansitzen und Aufbewahren deS Es­sig- übrig, alS steinerne, gläserne und hölzerne. Unter den hölzernen Gefäsen ober sind dis von eichenem Holze die be­sten, und wenn bereits guter scharfer Essig darinnen gewesen, so sind sie be­sonders gut, wieder neuen Essig darin­nen anzusitzen.

7) Bei der Anfüllung des Essigs füllet man das Tefas meist ganz voll,

Mft mir em wenig Platz, dass die Flüssigkeit oben noch etwas Raum zur Gahrung behalte. Wenn man aber vor» dem Gefäsi nach der Gährung, oder nach­dem die Flüssigkeit ihre rechte Saure bar, Eisig gebrauchet, so muß man es immer wieder, wie es mit dem Weine auch ge­schieht, aufs neue anfüllen; doch aber oben einen Raum zur Gähruug, wie zu­vor gesaget worden, übrig lasten.

8) Mau muß den Essig, wenn et fettig ist, in seinem Gefäse nicht lange stehen lassen, ohne davon zu gebranck/en, oder /twas abzugiesen. Denn erwürbe auf solche Weise leicht Umschlägen und unbrauchbar werden. Bedarf man also keines Essigs von dem vollen Gefäse, so muß man ihn airsgiesin oder abzapfen, und in einem deioudern Gefäse aufsieden, worauf er in den gehörigen Aufbewah- rungsgefäsin weggesetzet, und lange Zeit gut aufbewahret werden kann.

9) Dieses Aufsieden deS Essigs, ba er, wie eben gesagt ist, davon lange dauert, ist gar sehr zu empfehlen, wenn man nicht zu aller Zeit Gelegenheit hat, guten Essig zu machen. 3. E. es wirb an vielen Orten des Sommers nur bit­teres Lagerbier gefunden, von welchem kein guter Bieressig gemacht werden kann, indem der bittere Geschmack auch im Essige gar sehr herrschet, und die Spei­sen, dabei er gebrauchet wird , höchst un­angenehm machet ; was wäre dann dien- sainer, als im Winter, wenn noch snseS Bier zu haben ist, recht vielen Essig aufs zustellen, ihn nach der Gahrung aufzu- kochen , sodann wegzusetzeu, und den ganzen Sommer davon den besten Bier­essig zu haben. Dieser ausgekochte Essig muß aber erst erkalten, ehe er in seine Anfbewahrungsgefäse gefnlletwird. Auch thut man ein wenig Salz beim Aufsieden

hinzu,