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Anweisung, gutes Bier, das nicht bald sauer wird, zu brauen.
(Verfolg.)
Der Hederich ist am besten dadurch von der Gerste zu trennen : Man schüttet von der unreinen Gerste auf einmal nur einen kleinen Theil in das Wasser, rührt es stark um; alsdann nimmt man das obenschwimmeude leichte Gesäme weg, und wiederholt diesen Handgriff. Es ist noch besser, wenn die Landwirthe kein Unkraut mit säen. Jeder Brauer wird ausgesuchte Gerste gerne um einige Groschen theurer bezahlen, weil es sein Vor- theil bei) der Güte seines Bieres seyn wird. Sollte es aber auch schaden, wenn etwas Hafer darunter wäre? Eigentlich nicht. Es kann der achte, auch sechste Theil Hafer darunter seyn. Allein, man thut am besten, wenn man den Hafer besonders malzen lasset. Ist er vor dem Malzen bereits in der Gerste, so entstehet eine Ungleichheit in dem Wei- chen, wie auch bey dem Darren, und dieses bringt keinen Nutzen. Die Gerste, welche in Regenwetter gelegen und ausgewachsen i|i, bringt de iss Brauen den größten Schaden. D -s Vier davon wird schwach und unaufhaltsam sauer. Wenn andere zu bekommen ist, so muß man sie kaufen und die ausgewachfene dem Vieh schroten lassen. Wie aber, wenn in der ganzen Gegend das Regenwetter angehalten hat, und keine gute Frucht zu be- tvinmen ist ? Alsdann muß man aus der Norh eine Tugend machen, und die Keime erst abreiben, ehe man sie in das Musser thut Es werden wohl einige Körner neue Keime hei verbringen. Man- eher Gerstenhaufen ist ungleich an Körnern, das ist, manche sind groß und dick; manche sind aber klein und flach. Dieses streitet auch gegen die Vollkom
menheit der Braugerste. Jene wird der Natur der Sache nach nicht überein weichen. Ehe die großen Körner recht gequollen sind, werden die kleinen bereits zu weich seyn, und dieses verursacht Saure. Bey dem Wachsen in dem Malzhaufen ist es, .wie die Erfahrung lehrt, umgekehrt; da haben die starken Körner bereits hinlängliche Keime, ehe die flachen anfangen, dergleichen zu treiben; und das ist wieder nicht heilsam. Man nehme also, wo möglich, Gerste von eis nerley Größe und auch von cineilcy Jahre, weil sie ausserdem auch nicht üoer- ein keimt. Diejenige aber vermeide man, womöglich, ganz zum Brauen, welche in frisch gedüngtem oder durch Schaafe bepferchtem Acker gewachsen ist. Das Vier bekömmt auf alle Falle einen üblen Gefchmack davon, der vielen unausstehlich ist. Allein, wie kennt man diese bey dem Einkauf? Kann man sich auch davor hüten? Wer einen guren Geruch hat, kann es; allein nicht dem Haufen oder der trocknen Gerste selbst, sondern man wirft eine Handvoll davon in ein Gefäß voll laulichten Wassers, und lasset cs einen halben Tag stehen. Der Geruch dieses Wassers verräth den frischen Mist, oder Schaafpferch. Das war em Punkt und zwar der größte: Nehmt bey dem Brauen möglichst gute Gerste.
(Sortierung folgt )
Bekanntmachungen.
i) Da über das Vermögen des dahier verstorbenen Oberamts - 8ecr<tarii und Giesser Univcrsiiats - Vogtey -Ooco- nomi, Justus Johann Georg Daniel Lyuker, der Concursproceß erkannt, die öffentliche Ladung der Gläubiger beschlossen, und zur Angabe ihrer Forderungen teiminus peremtorius auf Montag den giften Auguft i$oi. angesezt worden ist; so werden alle diejenige, welche


