Ausgabe 
19.12.1801
 
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Vsnr Essigmachen.

(Verfolg.)

IL Die Ansetz ung des Essigs nebst der Aufbewahrung desselben.

Wenn, man ans einer der vorbe- vannten Materien Essig zu machen Hand anleget , so nennt man solches den Essig ansetzen, auch auffrrllen. Hiebei hat man nun folgendes zu beobachten.

i) Da ohne Gahrung kein Essig werden kann, so muß man es aus der Theorie vom Bierbrauen hauptsächlich schon wissen, daß solche Gahrung an ei­nem kalten Orte gar nicht oder höchst schwer erfolgen könne. Dieferhald muß man die Gefase, i» denen der Essig zum Gahren angestellet wird, an einem war­men Orte stehen lassen. Und da»nit die Gahrung nicht unterbrochen werde, laßt man das Gefäs so viel möglich unver- rücket stille stehen oder liegen. t Diejeni­gen, welche ein Gefäs mit gährendem Essige schütteln oder rühren, können es mit einigem Grunde thun, wenn sie näm­lich ein Ferment hinemgethan haben, z. E. rin Stück Sauerteig, um solches mehr umher und von einander zu treiben.

2) Es ist allemal sicherer, dem an- zusetzendeu Essig ein Ferment ^Gahrungs- nüttel) zu geben. I. E. man rhue Sauerteig. unter welchen fein zerstosse­ner Weinstein, allenfalls auch , wenn die Materie nicht geistig wäre, zerstossenen Pfeffer, Senf u. f. f. dazu. Den Sauer­teig kann man in den ersten Tagen mit einem Stabe murnbren , damit die Flüs­sigkeit ihn desto mehr anflösen könne. Es werden bei den nuten vorkommenden be- sondern Vorschriften zum Essigmachen mehrerer Fermente vorkommen , unter denen man dasjenige wählen kann, web

eh es man feines Orts am bequemsten ha» den kann.

3) Man muß bei der Gährung dar­auf sehen , daß die Warme des Orts, wo der gahrende Essig steht, immer gleich­förmig, das heißt, nicht bald kalt bald warm fey. Hierin versehen es nun in der That unzählige Hausmütter. DeS Winters setzen sie das GährungsgefäS hinter den Kachelofen. Kommen sehr kalte Tage, daß es wohl auch gar in den Stuben friert, so wird-cher Essig zur Nachtzeit allzukalt, oder kömmt wohl gar nahe an den Frierpunkt. Aus die­sem angestellten Essige wird gar mchtS. Wenn die Stuben die ganze Nacht Wärme halten, und keinen Frost oder Kälte ein­lassen, dann wird die GÜHrung von stat­ten gehen. 6'6^ wäre daher zn rafb-en, da viele Hausmütter zur Winterszeit nn- gleich weniger Essig als im Sommer doch verbrauchen, und ihn daher alsdann uur in kleinen Geschirren aufstellen, ein sol­ches kleines Essiggeschnr in ein mit Wolle ausgestopftes Futteral, dergleichen auch ein größerer gemeiner Topf, der Borsten hat, und sonst zum Kochen nicht mehr gebraucht »nb äusserlich zusammen ge­bunden wird, serm kann. Jur Nacht­zeit müste über das Gefäs eine warm- haltende Decke gelegt werden, da eS dann zur Winterszeit niemals fehlschla­gen wird, durch die bei unnnterdro chener Warme vollendete Gahrung guten Essig' zu bekommen.

(Fortsezzung folgt )

Eorktalvorlavung.

Der Johannes Garth jun. hat vor einigen Jahren die väterlichen Güther zu Bezahlung der darauf haftenden und andern elterlichen Schulden übernommen, es befindet sich aber nun, daß dessen vorhandenes Activ-Vermögen zu Be­jah-