Ausgabe 
19.9.1801
 
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Anweisung, gutes Bier, das nicht bald sauer wird , zu brauen.

(Verfolg.)

Ich will fezt noch ein Kunststück be­kannt machen , welches berühmte Brauer lange Zeit geheim gehalten haben und welches ungemein gute Dienste thut. Wenn-man zu einem Gebraude nach der gewöhnlichen Art zwölf Nößel Hefen- thig bat, fo nimmt man nur drey Nößel Hefen und ein Kelchglas Spiritus viui und fetzt es damit in Gährung. Sie ent­stehet langsam und ruhig, und erhalt dein Biere alle seine Stärke. Der Un- rerfchied zwischen einem solchen Viere und einem andern nach der gewöhnlichen Art, ist sehr auffallend Der Spiritus viui schadet niemanden Wenn die Gahrnng zu spat aussen bleibet oder zu langsam ist, kann man noch ein halbes Glas davon in das Bier schütten, Es haben sich Brauer durch dieses Kuust- stück sehr bereichert. eie haben mehr Wasser gegossen, als sie sonst hätten thun dürfen, und doch gutes Bier er­halten.

/ 15) Will man Lagerbier haben, so

muß man es in dem Botlig nicht allzu- stark gähren und große Kräpfel machen lassen , sondern man muß es in den Kel­ler tragen , sobald sich rund herum weiße Ringel angelegt haben und hier und da weiße Fleckchen auf dem Biere entstan­den sind. Die Fässer werden alsdann mit einem in Pech getauchten Zapfe» zu- Aeschlagen. Das fleißige Füllen wollen wir den guten Wirthinnen anempfehlen, wenn sie fein Lagerbier haben wollen.

Ich wollte im Sommer das Aus­pichen der Fässer anrathen und dabey ver­bieten, daß der Rauch nicht mit in die "Fässer eingeschlossen wird, weil solches

den eigentlichen Biergeschmack verdirbt. Wenn aber die Fässer sehr rein sind, wie solches allezeit vorausgesetzt wird, so kann man das^Pech ersparen. K

16) Wenn überhaupt die Gefäße bey dem Brauen nicht rein erhalten werden, so kann man auf kein gutes Vier rech­nen, wenn man sich auch völlig nachher obigen Anweisung gerichtet hat, und wenn einmal vie Saure in dem hölzernen Ge- räthe steckt, fo wird man damit schwer­lich ein Bier machen, das sich lange hält. Es muß deswegen alles sogleich auf das beste ab - und ausgewaschen werden, so bald man Trebern und Bier weggetra- gen hat. Es kommt auch hierbey vie­les auf das Brauhaus selbst an. Es muß so gebaut feyn, daß reine und tro- deue Lust darinnen ist, besonders dür­fen auf dem Boden keine Pfüken stehen bleiben. An dem Ende sind Löcher durch die Grundmauer einander gegenüber zu machen, die den Durchzug der Luft ver- ftatken, wenn der Boden des Brauhau­ses feucht geworden ist und wieder tro- den werden soll Man kann auch Thü­ten vor dieie Zuglöcher machen, womit man sie verschließet, wenn kein Ang mehr ndthia ist. Die Pfanne muß so eingesetzt feyn, daß das Feuer auch an den Seilen derselben anspiclen k.mn.

(Fvrrsezzung folgt.)

Bekanntmachungen.

1) Der zu Rodhenn hiesigen Ober­amts verstorbene Schullehrer Marz: hat zwar nicht unbeträchtliche Güter, zu­gleich aber mehrere Schulden hinterlas­sen , wegen deren Berichtigung die Wit­tib und Kinder mit» den bekannten Gläu­bigern eine vorläufige gütliche Ueberein- kunft abgeredet haben. Da es nun hier­bey vor allen Dingen darauf ankommt, ob nicht noch unbekanlzre Gläubiger Vor­hände» find, und dieferyalb um eine öf- fent-