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X)om Essigmachen.

Es ist keine Haushaltung, welche des Essigs entbehren kann, und nächst dem Salze ist kein Gewürze, welches mehr und öfter in der Küche gebraucht wird, als der Essig. Mau kann ihn zwar auch kaufen, allein man bekömmt ihn nicht immer in der ersten Güte oder fd)arf genug , und was man aus eigenen Producteu haben kann, dafür muß man kein Geld ausgeben, zumal für den Eft fig, welcher besonders in der Gestnde- küche des Sommers fast täglich zum Sal- kat gebrauchet wird, daß dessen An - und Einkauf eine zu große und ganz.unuö- Ihige Geldausgabe verursachen würde.

Jede Hausmutter auf dem Lande muß es daher aufs beste verstehen, Essig zu machen. Die meisten machen ihn auch. Es geräth ihnen aber so bald wohl als übel. Dieses kömmt daher, daß sie die Grundsätze davon nicht verstehen, und -niemals "eine Theorie davon zu fassen Gelegenheit gehabt.

Ehe ich daher die mancherlei Berei­tungsarten drs Essigs beschreiben werde, will ich die Theorie vom Effigmachen vor- angehen lassen. Diese macht uns in allen Geschäften gewiß, daß wir den Grund verstehen, warum wir so und nicht anders verfahren, Fehler vermeiden, und ihren Ursprung angeben können. Man muß in Ansehung des Essigs wissen, nicht nur aus wie mancherlei tüchtigen Mate­rien man ihn bereuen, sondern fürnem- !ich auch, nm solche mcht unnützer Weise zu verlieren, ibn recht anzusetzen und eben sowohl aufzubehalten. Es sind ge­nug Vorschriften zum Essigmachen vor­handen , und man bekömmt von Zeit zu Seit in ökonomischen Schriften immer mehrere zu lesen. Man macht sie nach, Mm es gelingt nicht, oder der nach sol­

chen Vorschriften gemachte Essig schlügt bald um und dauert nicht, weil man keine Theorie vsm Essigmachen inne hat, mittelst welcher man neue Vorschriften zum Essigmachen von forne her so zu sa gen schon benrtheileu uud glücklich nach- mache» könnte.

I. Materien, aus welchen Es­sig gemacht werden kann.

Es kann ans verfchiedeaen Diuqen Essig bereitet werden, welche aber auch einen verschiedenen Essig, das heißt, sol­chen geben, der sich nicht in der Güte gleich" ist. Die höchste Scharfe aber macht seine Güte aus.

t) Das Bier, oder auch geschrote- ues Rorn. geben einen Essig, welcher der schwächste ist. wenn man ihn mit den andern Essigen vergleicht, ob er sonst schon, nachdem das Vier stark ist, oder die Menge des geschrvtenen Kornes es mit sich bringt, scharf genug werden kann, daß er beinahe dem Weinessig gleich kömmt, welchen Falls er denn schon in der Küche des Mittelmannes bei vielen, obschon nicht allen Speise» gebraucht werden kann. Denn es find Speisen, welchen der Weinessig einen bessern Ge­schmack verschaffet, und bei. denen der Bierefsig nicht gebrauchet werden muß. Mau könnte auch Spcifebicr oder gar Ko­fent zum Essig ansiellen, aber es wird auch der Essig darnach. Je gerstiger die Gruudmarerie zum Eisig ist, desto schar­fer wird er. Schwaches Getränke kann nur schwachen Essig geben, es wäre denn, daß man eine mehr geistige Materie zu­fetzen wollte. Allein denn kann man auch aus Wasser Essig machen, wenn man es so nehmen will. Mandarfnam- lich nur Honig oder Zucker hinzufctzen, so muß freilich nach der Menge des Zu­satzes guter Essig herauskvmmen. Der

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