Ausgabe 
2.5.1801
 
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was heißt Ballotiren?

Antwort: mit Balotten vvtiren. Sache und Name sind italienischen Ur­sprungs.

Dieser Gebrauch fand nämlich wei­land bei der Wahl eines Doge zu Vene­dig statt. Man bediente sich dabei klei­ner gezeichneten Kugel, die Balotte hie- sten. Wenn das Gran - Configlto znm Votiren beisammen war: kamen einige Knaben, Ballotini genannt, welche ein BofTolo , d, i. eine Büchse mit einem langen HalS, der unten in 2 Facher ge- theilt war, herumtrugen. DaSeineFach war weis, das andre grün. In jenes wurden die Vota affirmariva , in dieses die negativa geworfen. Die Ballotini Mngen von einem Nobile zum andern. Jeder Nobile halte einen von Zeug ge, machten Bailote, den er in der Buchse in eines der beiden Fächer fallen lies. Der Hals der Büchse war aber deswe­gen sehr lang, und beiden Fächern ge­mein, damit man die Hand tief hinein stecken, und zu dem beliebigen Fach kom­men konnte. Derjenige Knabe, der die Kugeln aus der Büchse nahm, ward, wenn er zu einem Amtsfahigen Alter gelangte, in die Zahl derCecrerarien ein­geschrieben.

Assasmab, Meuchelmord.

Assasinat heißt ein für eine Beloh­nung unternommener Meuchelmord. Dies Wort kommt von den Assasinern, einem Volke in den Gebirge von Phönizien her, deren ganzer Staat in io Bergschlvssern und erlichen Flecken bestand. Sie wü­sten ihn so wohl zu befestigen, daß sie sich frei erhielten. Im l i Jahrhunderte war ihr Oberhaupt: Hassan Saba, dem sie in allen Befehlen, wenn sie auch noch so unvernünftig und grausam wa­ren , gehorchten. Wollte er Jemand

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Bekanntmachungen.

1) Da bei sich ergebender Insolvenz des Oberforstmeisters Earl von 'Welling, dermalen zu Oberrosbach, auf And'in- gen seiner Gläubiger der Concursprozeß über dessen Vermögen erkannt n erden müssen;

umbringen lassen, so fand er immer Leute genug dazu, die es nicht achteten, wenn sie ertappt und gemartert wurden.

Matador.

Dies Wort braucht man häufig im gemeinen teben, und wie oft sagen wir? der ist ein Matador! Das Wort ist spa- msch, und bedeutet: einen Todschlager, ^n' üpr 1714. trvictytete Barcellona eine Compagnie Freiwilliger, welche Matatfo- res hießen. Sic waren mir Degen, uut> bewaffnet, giengen beständig durch die Strassen, und tyati ten Ordre, alle diejenige, welche daS V eiingile wider das Gouvernement spra­chen oder murrten, zu toben.

Pasquillen

f.,,, "der eigentlicher Pasquinaden, ha- ni Vnm vltj,tlau ' einem Schuhflicker

' ber bui'd? seine beissenden An­merkungen und lustigen Einfälle zu feis sehr berühmt war, den Namen, ^tach letnem Tod, da man fein Haus m ^dnb 111 dn eine verstümmelte iSiiomule, die eine» Fechter vorstellte, weicher leinen, Gegner unter sich har. ä.rau richtete sie mcht wen davon auf, u»id sie bekam den Namen i-afquino. . lte h'ft mitten in Rom sieht, so hefr tereu witzige Köpfe ihre satyrischen Zet­tet in Fragen daran. Gegen über sieht eine andre Satue Marforco genonnt, an welcher die Atilworten angehe| tet werden.