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Die Ackerwerre»
Verfolg.
Sie schreien oder zirpen wie unsre Hammelmäuschen (Hausgrillen, Gryt- lus domefticus ) und zwar eben so wenig mit ihrem Maul, als diese, sondern sie verursachen dieses Zirpen, indem sie ihre Flügelränder, fthr geschwind auf die aufgestellten Schenkel ihrer langen Hinterfüsse abstoßen. Sie leben unter der Erde, und graben sie eben so auf wie die Maulwürfe, wozu ihre Füsse maul- -wurfsartig gebaut sind. Nämlich die Schenkel an den Vorderfüssen, zwischen welchen das Fnsblatt inne liegt, geben ihm ein furchtbares Ansehen: denn es sind wahre Hände, mit 4 grosen auswärts sitzenden, sageförmigen Krallen. Jnnwendig sitzen noch 2. Diese braucht es vorzüglich beim Graben in der Erde, und um die gegrabene Erde hinter sich zurück zu werfen. Sie fressen die Wurzeln der Gewächse ab, worauf diese natürlich absterben. Auch die Wurzeln junger Bäume sind nicht sicher vor ihnen, und unter allen Wurzeln sind ihnen die von der Wucherblume Chryfanthemum fege tum die liebsten. Sie frißt aber auch die Engerlinge oder Larven der Maikäfer^), und anderer Käfer. Im August und September, trift man oft auf abgemähten Wiesen ganze kahle Flecken an, wo kein Gras mehr wachsen will. Grabt mau ein paar Zoll tief; so wimmelt alles von jungen Ackerkrebsen, die alsdann noch wiegrose Ameisen aussehen. Solche Stellen muß man mit siedend hei- sem Wasser begiesen. In den Sandlän- dern vermehren sie sich am stärksten, und beissen den Leuten die mit den Händen in der Erde arbeiten, in die Finger. In den Mistbeeten treffen sie die Gärtner
•) Dieses FrsiMn waren der Maikäfer nnzählich werden sie als» wieder eben so zahlreich seyrr.
oft genug an.,, Auf Aecker wo sie hausen , soll man aber keine Schweine treiben ; denn wenn diese beim Wühlen in der Erde diese Jnsecten verschlucken, kriegen sie Convnlsionen und krepiren, nicht ats ob diese Jnsecten giftig waren, sondern sie zerkratzen ihnen die Eingeweide. Man findet sie schon im Frühling, allein im Innins oder Julius, nicht spater, ist ihre Haupt-Periode, wo nämlich das Vermehrungsgeschäfte gewöhnlich vollzogen wird, beide Geschlechter zu diesem Zweck einander wechselseitig aufsuchen, und daher häufiger und öfter als sonst sichtbar werden. Das Wasser ist eine Lieblingssache für sie, und sie tonnen als ob sie wahre Amphibien wären, lang in Wasser leben. Einige Wochen nach der Begattung legt das Weibchen etliche hundert Eier, woraus nicht lange nachher (in 4 Wochen) vollkommen ausgebildete Jungen, jedoch ohne Flügel kommen, welche sich viermal hauten. Bel feuchter Witterung kommen die Jungen eher aus, als bei trokner. Im Mai des folgenden Frühjahres, erscheinen uach der fünften Häutung di^Flügel, und das Jnsect ist vollkommen. Das Nest besteht aus einem Klumpen zusammen gekitteter Erde. Jnnwendig ist eine Kammer, die wohl 2 Haselnüsse hält. In diese sind die Eier, oft 400 mib drüber, ei »gefüttert, und aller Luft der Eingang verschlossen. Dies Nesi hat ohngefähr die Gröse eines Eies, und die Form einer Bouteille mit einem krummen Hals. Aussen ist es mit einem Graben umgeben; denn ein Laufkäfer (Carabus) stellt den Eiern und Larven sehr nach, und bohrt sich in das Nesi ein. Auf dem Rande des Grabens, sizt daherimmer eine Ackerwerre aus der Familie Schildwache. Ss wie sich der Käfer sehen läst; fährt sie
auf
e. Die Witterung begünstigte die, Paarung, iscfr


