Ausgabe 
27.9.1800
 
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Nüzliche VerLefferurrg unsrer Mist­beete.

Man hat bei Anlegung der Mist­beete eigentlich viererlei Absichten: i) um frühzeitig Pflanzen zum Versetzen zu bekommen, 2) um auch im Winter Krau­ter für die Küche zu haben, 3) um Blu­menkohl , Gurken, Radiesgen einige Monate früher zu bekommen, endlich um 4) gewissen Gewächsen, Melonen u. d. einen erhabener» Geschmack zu verschaf­fen, als sie im freien Land erhalten.

Nach der Art dergleichen Mistbeete zu bauen und anzulegen, unterscheidet man: freie, halbfreie, eingefaßte, ein- gesenkte, verlohrene.

Die beste Lage ist eine freie Lage, welche die Sonne nicht aufhält, befstr eine abhangende Anhöhe als eine Ebene. Sie sollen auf keinen morastigen, son­dern festen, troknen, kiesigen, etwas er­höhtem Grund angelegt werden, damit kein Regenwasser stehen bleibe. Kann man sie nahe bei der Wohnung des Gart­ners, dks Mistes den man dazu nöthig hat, und an einen befriedigten Ort an- llegen, so ist diese Lage desto bequemer und sicherer.

Die beste Exposition ist die gegen Süden. Die Erde zu den Mistbeeten muß in hinlänglicher Menge vorhanden rmd gut seyn. Erde, die man schon zu Mistbeeten gebraucht hat, taugt nicht, wenigstens muß man zu den frühsten und schäzbarsten Gewachsen frische Erde neh­men. Am besten sezt sich der Gartner die Erde zu seinen Mistbeeten selbst zu­sammen. Man hebt Rasen von den An­gern ab, legt sie beiseite, und gräbt nun die Erde aus, vermischt sie mit etwas Ssnd, Holzerde aus Laubwäldern, von . Zimmer - Platzen, Schlamm aus Graben oder Teichen, Gassenkoth oderKoth von den Chausseen, und bringt Ms, an einem

freien erhabenen trockenen Platz auf ei­nen grofen Haufen. Diesen arbeitet man im Sommer alle Monate einmal durch, und last kein Unkraut darauf wachsen. Nach g Jahren, wenn man sie gebrau­chen will, wirft man sie zuvor durch ein Drathfieb. -

(Fortsezzung folgt.)

BMnntmachttttgerr.

1) Künftigen Dienstag den Zvten dieses, Nachmirtags halb 2 Uhr, soll in des Burger und Rothgerber Philipp Daniel Vetzbergers Behausung in der Kaplansgasse, allerhand Hausrath, an Zinn, Kupfer, Weiszeuch, Eisen und Holzwerk, an den Meistbietenden gegen büare Zahlung verstrichen werden, so hiermit bekannt gemacht wird. Giessen den 2qten Septernbr. igoo.

Fürst!. Hess. Oberamt das.

R a y ß.

2) Nachdeme nochmaliger Termin zum Verstrich des von des Steindecker Hieronymus Löbers Wittwe hinterlasse­nen Wohnhauses in der Wallthorstrase, neben Johann Henrich Frech, aufMitt- wochen den rten October, Nachmittags zUhr, in des Hrn. Rathsschöff Ferbers Behausung anberaumet worden, als wird dieses zu Jedermanns Nachricht hierdurch bekannt gemacht. Giessen den 28ten Septembr. igoo.

Fürst!. Hess. Oberamt das.

R a y ß.

3) Nachdeme abermaliger Termin zum Verstrich des von dem Pförtner ^ohann Ludwig Hahmcl hinterlassenen Wohnhauses mit Angehör, andemSel- zertyor und der Wolkengasse, auf Don­nerstag den 2ten Oktober, Morgens 10 W, chrf dahiesigem Rathhaus anbe- rgumet NMden, als mrd dieses hierdurch