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Bescheidene Weissmg an die unbegrenzten Lobredner und" Lobrednerinnen der alten Zeiten»
Es ist in der. That eine gross moralische und Vaterlandssüude: gegen^ sein Zeitalter undankbar zu seyn, eine Sünde,. Sie täglich von vielen alten Sündern und Sünderinnen begangen wird». An ihnen liegt es: das Zeitalter nicht gut und schlimmer zu finden, als es ist; sie sind es, die sich nicht mehr fortbilden, und sich also dadurch unfähig machen, von dem Geiste der Zeiten erleuchtet und er- rvarmt zn.werden. Da sollen immer die alten Zeiten und alten Menschen besser gewesen leyn» Wo steht denn das geschrieben ?
Wie lang ist es, daß Galgen und Rader noch reichlich gespickt an Landftra- fen prangten, daß man gute alte Mütterchen zur Ehre Gottes verbrannte, daß rnan allerlei Marter - Instrumente für Jnqnisiten ersann, daß bisweilen Räuberbanden selbst die Städte beunruhigten, und manchen Tag Diebe zu Dutzenden wie Krammetsvögel aufgehangen wurden? Wie lang ist es, daß man es ganz natürlich fand, Ohren abzuschneiden , Finger abznhacken , Nasen zu schlitzen, und das Alles von Rechtswegen? Wie lang ist es, daß man Bauern verschenken konnte, wie junge Hunde, daß die Mutter ihres Kindes vergsß, und sich nicht erbarmte über den Sohn ihres Leibes ? Sie band ihm ein Glockenseil mü den Hals, sezte ibn auf den Altar, und schenkte ihn dem Kloster zum Leibeigenen, in falutem amm ie. Das waren ja allerliebste alte Zeiten!
Hier noch einige kleine Beitrage:
Unter der Regierung des Herzogs Antvu Ulrichs, war nur ein einziger ge-
schworner Arzt im ganzen Herzoglhum Würtemberg. Erft ^559. wurden in. 4 Städten Aerzte verordnet.
Bis ans" Ende des 15te» Jahrhmr- dertes war nur eine Apotheke im Lande, und zwarzuCtuttgard. Die ersten Apotheker waren zugleich Lebküchler, weil sie sonst nicht genug Absatz hatten.
Die ersten Geburtshelfer waren Schäfer und Hirten, sie trieben dieses Handwerk ganz öffentlich. Aber 1580. ward es ihnen scharf untersagt, wegen ihrer Unbarmherzigkeit und groben Instrumente , auch um christlicher Zucht willen.
Liebe Mütter und ehrsamen Frauen l daß keine Schäfer und Hirten mehr in euern lebendigen Leibern wühlen, daß die gebildete feinere Hand des geschikten Arztes , euch eurer Bürde menschlich und schonend entledigtdas ist doch wohl auch keine geringe Wohlthat, welche die neue Zeit euch darbietet!.
Bekanntmachungen.
T) Da der Fuhrmann und Gemeinds- manu Johannes Christ, zu Cichelsdorf, eine sein Vermögen bei weitem übersteigende Schuldenlast cvntrahirt har, so ist gegen denselben der förmliche Coucurs erkannt worden. Es werden daher alle, sowohl b kannte als unbekannte Gläubiger hiermit vorgeladen, sich so gewiß Mittwochs den 7ten Januar 1801, dahier einzufinden, und ihre Forderungen liquid zu stellen, als sie widrigen Falls von der Masse ausgeschlossen werden sollen. Nidda den atenDec. igoo.
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*) Weisse rs MchMteri von den Gesetzen des Herzogtburnö Mttenhem, SluttMd izsu


