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Intelligenzblatter.

Diese nüzliche Polizeianstalt ist ein Werk neuerer Zeiten.

Das älteste Mittel, dessen man sich bediente, Nachrichten in einer Stadt all- geinein bekannt zu machen, war das Ausrufen. So ließ schon Moses aus- rusen, was er dein ganzen Volk be­kannt machen wollte. Bei den Griechen und Römern standen diese Ausrufer schon unter der Polizei. Dies Ausru­fen hat (ein Gutes, und geschieht noch . bei Bekanntmachungen, die keinen Auf­schub leiden: denn wenn es zu oft ge­schähe, würde znlezr Niemand darauf Horen, und wenn die Nachrichten weit- laufig seyn müssen, werden sie undeut­lich und unverständlich.

Ein anderes Mittel war, daß man die Bekanntmachung niederschrieb, und an öffentlichen Oertern anschlug. Der­gleichen Anschläge heissen Affiches. Man bedient sich dieses Mittels noch. Allein f»r eine ganze Stadr leistet eS nicht ge­nug. Nicht Alle kornmen an den Ort, viele können nicht lesen, und manche sinden es wohl unter ihrem Stande: ste­hen zu bleiben und zu lesen.

Als die Christen ihrem Gottesdienst die noch jzt bestehende Form gaben, ließ man öfters Nachrichten durch die Predi­ger der Gemeinde bekannt machen. Aber man fand es auch bald unanständig : die Andacht der Zuhörer durch Nachrichten zu zerstreuen, welche oft nicht die erbau­lichsten Gedanken erregen.

Die Römer und vermuthlich auch schon die Griechen hatten eine Art ge­schriebener Jnrelligenzbiätter, Ada po- pull rotnäni, acta diurna, urbana Jene konnten von Jedermann gelesen werden,

In Baden in der Schweiz, in Mün­chen und einem grosen Theil bvn Bai- brennt man Lichter mir hölzernen Dochten. *) Sie brennen länger als gleichförmig, laufen « djt rtb, und flammen nicht, daß sie allo denn Lesen , Schreiben, und ander» nächtlichen Arbeiten sehr vorrnaliMe ,^b"lrel eisten. Nur muß mansie nicht U 'fmer"T*8 Man nimmt Scheite von Nadelholz verfertigt mir dem Schnitzmesser soge- nannte Schleusten daraus, aus denen man kleine Stäbchen von der Länge ei­nes Dochtes schneidet. Auch Weffien-

*) Nach Macartney Ambafly to China, auch China. Holz

(bie der Gebobrnen Hochzeiten, Sterbe- puc, Crecutlvnen, Adoptionen, &rei- lassungen, Ankunft merkwürdiger Per­sonen in der Stadt, wie Maternus von Ctlano umständlich beweiset.

;r s ^en bas erste Jntelligenzeomtoir lstdaoienlge welches IohuInnyn 1637, mit einem Privilegium Caroli L auf no errichtete. Es wird darin» the oftce of Intelligence genannt, woher der Name abzuleiten ist. J Frankreich nennt man sie noch Affiches.

Der erste, welcher in Teutschland ähnliche Einrichtung verschlug, war Wilhelm v Schroder in seiner Fürst!. Schaz - und Rentcamnier. Leipzig »nd Königsberg 1737. S. 335. Sein Rath aber wurde erst lange nach seinem Tod

*4,11 Teulichland erschienen die ersten Intelligenzblatter in den preussi­schen Staaten, 1727 in Berlin, j72g in stalle, 1» Leipzig 1763. z J

- * * * *** hölzerne Lichtdochte.