Ausgabe 
19.7.1800
 
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) 102 (*

Jener - Polizei - Anstalte».

Verfolg.

Für Entdeckung der Feuer auf dem "ande, hat man auch hie und da Feuer- laufen und Fcuerrcurer eingeführt, eine Art Nothposten, die von Station zu Station abgelöft werden.

Losch; und Rettungsgerathe: Feuereimer, Leitern , Sacke, Hacken, Sprützen. Dergleichen Werkzeuge müs­sen vorhanden seyn, immer in gutem Stand erhalten, und in einem mit ge­nügsamen Zugängen versehenen luftigen Gebäude, zu welchem mehrere Personen in der Nachbarschaft den Schlüssel Ha­ben, um es im Nothfall ohne Aufschub zu ofnen, aufbewahrt; dieSprützen aber sollen überdies mit einem groben leinenen oderwerkenen Tuche bedekt werden: denn Nichts schadet ihnen mehr als Staub. Dcö Nachts soll vor und in dem Haus eine Laterne brennen: denn bekanntlich kann man nie weniger schnell ein Licht zum Anbrennen bringen, als wenn man es am schnellsten braucht. So ist es auch nicht wohlgethan: dergleichen Geräthe, und wenn es auch nur die Leitern wären, frei hinzulegen oder zu hangen. Die im­mer geschäftige Jugend, klettert darauf und daran herum, spielt damit, schau­kelt sich darauf, und wenn man sie dann gebraucht, sind sie fehlerhaft geworden.

Sprützen.

Von diesen giebt eszweierlei Arten: a) Hcrndsprützen. Sie bestehen aus einem einfachen Drukwerk, werden in ei­nen Bottich mit Wasser gestellt, und kön­nen von einem einzigen Arbeiter regiert werden.

b) Schlangen- oder Schlauchsprü- tzen. Im Orient kannte man die Feuer- sprützen früher als im Occident, zu wel­cher Zeit sie Teutschland erhalten habe,

läst sich nicht bestimmen. In den Bau­amtsrechnungen der Stadt Augsburg, sindct man die Feuersprützen zuerst 351g genannt. Sie heissen darin: Instru­mente zu Brünsten, Wassersprützen zum Feuer dienlich, und schon dieser Name, der mehr Definition als Name «st, deutel die Jugend dieser Erfindung an. Der Künstler, der sie verfertigte, war, Anton Blatner, und sie batte He­bbel und Rader. Ein andrer Künstler, Johann Kautsch zu Nürnberg erfand 1045 eine andre Sprütze, die vvu 2 Pfer­den gezogen, und von 28 Menschen in Bewegung gesetzt wurde. Sie trieb ei­nen einzölligen Wasserstrahl ZoFus hoch. Die Stiefel lagen horizontal im Kasten, st daß also die Stempel horizontal her- ausgezogen und hinein gestoßen werden musten. Auch sein Sohn Georg verfer­tigte solche Sprützen.

Sehr ehrenvolle Erfindungen für jene Manner und ihrZeitalter! aber noch immer unvollkommen waren diese Werk­zeuge. Cie hatten keine Windkessel, keine Schlauche, und erforderten viele Arbeiter. Es waren nur Stoßsprützen, welche das Wasser nur Stoßweise, mit beständiger Unterbrechung in die Höhe trieben. Da das Rohr nur an der Sprütze selbst angebracht war; so konnte sie nur an der Giebelwand löschen, wozu allen­falls Thür und Fenster den Weg öfnen, und für die Arbeiter war das Löschen ge­fährlich , weil sie dem Einsturz des bren- uendenHausesausgeseztwaren. Hautsch, ich muß den braven Mann noch einmal nennen, war der erste, welcher der Sprütze ein bewegliches Steigrohr gab, das sich nach jeder Seite wenden ließ. Dies war nun schon wieder ein Schritt weiter ge- than. Einige Jahre später erfand man den Windkessel. Aber vergraben ist in ewige Nacht des Erfinders NamePer­rault