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Unter die allernüzlichsten und be- fchwerlichsten, ja selbst oft gefährlichen Arbeiten, welche das weibliche Geschlecht übernommen hat, gehört oynstreitig daS Waschen. Ohne dieses wohlthätige Geschäfte, was wäre unsre Reinlichkeit, und vhne Reinlichkeit, was waren wir als Menschen und Bürger! Fragt den Arzt, welch ein zahlreiches Heer von Krankheiten aus der Unreinlichkeit entspringt. Sucht die Wohnungen des Elendes auf, und untersucht die erstickende Atmosphäre der Hütten der Armuth l Betrachtet mit menschlichem Gefühl die LeichnamSge- sichter und verkrüppelten Gliedmassen -erienigen Kinder, die in dem Schwaden unreiner Wäsche, und verdorbener Stu- benluft, die Keime eines immer siechen Lebens sammeln l Unwillkührlich wird sich euch der Gedanke aufdringen r wie sehr die schöne Tugend der Reinlichkeit die Anmuth des Menschenlebens erhöhe, und wie unglücklich sich und die seiuigen der Mensch mache, welcher sich immer weiter von ihr entfernt Die unvernünftigen Thiere lernen sie aus Naturtrieb» Mit Sorgfalt lekt das Alte sein Junges, reinigt das Nest von Unrath, badet sich in Wasser oder Sand, und wer Vieh int Stall hält, weiß, daß das beste Futter ohne reinliche Wartung nicht allein zur Gesundheit des Viehes hinlänglich ist. Es giebt wohl keinen stärkern Beweiß, daß die Reinlichkeit zu unserm Wohlsein wesentlich sey, und ist sie dieses bep den Thieren, um wie viel mehr muß sie es nicht zur Glückseligkeit der Menschen feyn. Gewiß sind Behaglichkeit und Zufriedenheit, unzertrennliche Gefährden der Glückseligkeit und Tugend, und diese wohnte nie lange in Schmutz und Unsauberkeit»
Nach unferm Körper ist der vorzüglichste Gegenstand der Reinlichkeit, die Wäsche, die wir am Leibe tragen, und auf der wir schlafen. Aber es scheint, daß eö nicht so bekannt ist, als eS seyn sollte , daß das Aufbewahren, der gebrauchten und beschinuzten Leinewand mehr Vorsicht erfordere, als das Aufbewahren der neuen. Wenn die Aufbe» Währung nicht an einem luftigen Ort geschieht, wenn man sie wie gewöhnlich auf Haufen wirft, wo sie lang auftinr ander liegen bleibt^ so gerarh sie in ein« Art von Gährung, welche sich der hinein gestekten Hand durch Wärme, und der Nase durch einen widrigen Geruch entdeckt, dadurch aber wird sie mürbe, be- konrmt Stockflecken, und der Schmutz zieht sich so sehr hinein, daß man sie nicht mehr schön weis waschen kann. Am besten hängt man sie auf Saile in denDach» böden, wo ein beständiger Luftzug ist, oder wo man nicht Platz dazu har, und sich mit den gewöhnlich kleinen Schwarz» Zeuch - Kammern behelfen muß, lege man sie in weisse geflochtene Körbe, oder in Kästen von Gitterwerk, und lasse sir nicht lange liegen.
Um das Waschen in kürzerer Ielk^ mit weniger» Kosten, mit wenigern Umständen , und auch mit mehr Schonung und Bequemlichkeit der Wäscherinnen «*> zu verrichten, bat man Waschmaschinen erfunden , in welchen die zum Waschen vordere,tete Wäsche, durch eine mechanisch!' Bewegung gereinigt wird. Die früher» Maschinen dieser Arr hatten den Fehler , daß sie die Wasche mürbe machten. Allein endlich gelang es dem Paprermül» ler Fischer zuBüdisfin, eine Maschine dieser Art zu erfinden welche izt immer mehr in Sachsen üblich wird, die auf fol
gend«
•) Plattncr difl*. de morbis ex immundltie natis.
Ma den Krankheiten diele- Standes s. Ramazim nach Ackermanns Uiberietznnz.


