Ausgabe 
14.6.1800
 
Einzelbild herunterladen

- ) 8r

WM ist die Weckfelrenterei.

Verfolg.

i) Er tragt die Vergütigung der ordentlichen Zinse, welche weder baar bezahlt, noch bei dem Verkaufder Wech­sel discontirt wird, sondern in dem- hern oder niedern Wechselcourö ( d. i.- hern oder geringer» Preis, zu welchem die Wechsel gegen baares Geld verkauft werden,) liegt, indem der Verkäufer, für einen Wechsel, der erst nach einiger Zeit zahlbar ist, einen schlechter« Cours erhält, als er für einen gleich zahlba­ren erhalten würde. Dieser Unterschied richtet sich in den meisten Fällen nach dem jedesmaligen Markpreis des Disconto (Zinsen - Abzug beim Verkauf noch nicht fälliger Wechsel) an dem Ort, wo der­jenige, auf den der Wechsel zahlbar ge­stellt ist, (der Bezogene) wohnhaft ist.

2) Trägt er den Verlust am Cours, dem der Wechsel - Reuter der Rege! nach immer unterworfen ist. Wenigstens ist in regula der Cours gegen die Wechsel­reuter, (wenn es gleich Fälle bisweilen giebt, wo er diesen Verlust nicht leidet, wo er sogar durch den Cours gewinnen kann;) denn

a) fein Credit leidet durch die Wechsel­reuterei, und giebt also für seine Wechsel, und die Tratten seines Cor- respondenten auf ihn, nicht immer den besten Cours.

b) kann er und sein Correfpondent ge­meiniglich nicht unter mehreren Post- tägen denjenigen wählen, der ih- tien in Absicht des Cours der vor- theilhafteste ist, sondern sie müssen trassiren, wann sie Geld brauchen;

c) ist es sehr möglich, daß der Corre- spvndenr, der sich in diese Operation einläft, die gewöhnliche Wechsel- Provision nicht für einen verhalr-

c

nismäffgen Ersatz für seine Gefahr hält, und sich dafür in der Berech­nung des Courses entschädigen zu dürfen glaubt.

3) Trägt er die sämtlchen Commis­sionsgebühren , Provision seiner Corre- spondenten, Courtage, Briefporto.

4) Leidet er dadurch , daß sein Cor- respondent eher auf ihn retrassirt, als derselbe die Acceptation bezahlt hat, und daß er aus Gefälligkeit gegen seinen Cor- respondenten, die Rück-Tratte eher ac- ceptiren muß, als er von der wirklichen Bezahlung jener Acceptation gewiß ist.

Er giebt also höhere Zinsen auf eine verdekte Weise, -als geringere Zinsen bei einer ordentlichen Anleihe? Er kann mit dieser höher» Aufopferung Vortheil ge­winnen, aber sie führt ihn auch oft zum leichtsinnigen Bankerott. Folgendes Beispiel zeigt die Kosten.

A. in Hamburg rrassirt auf B. k» Amsterdam, für 1000 M. Banco zu 35 5/8 Dch« auf 2 Monate.

Beo. st. 8906 : 5

Provision 1/3 P. C. 29 : 14

Courtage 1 Pr. Mille 8 : 13

Brief-Porto 1: g

Beo. st. 8946.

Diese läst er auf Paris auf 2 Monate trassiren, zu 513/4®. Dies macht 20, 744 Liv. 7S. die der Pariser Correspou- dent zur Verfallzeit mit Zuschlag von 1/3 P. C. Provision 69 : 3

1 Pr. Miile Courtage 20 : 15

Brief- Porto 3 15

zusammen HzsHvI

auf Hamburg zu 200 P. C. retrassirt, nut 13,419 M. bco.

A. bezahlt also für nicht völlig 6 Mo­nate. 439 M. Vergürigung , mithin für ein ganzes Jahr 8 4/5 P. C.

Se.