126 Gt'essifche wöchentliche gemer'ttttützige Anzeigen
ihre Verfasser vor dunkle und unbrauchbare lKöpfe, welches Urtheil dann der Schule selbst gar oft nachtheilig ist. ,
Man wählt zu solchen Schriften am besten die deutsche Sprache, weil diese am meisten mit obiger Absicht übereinstimmt. Die meisten Schullehrer haben so wunderbare Begriffe von einer guten lateinischen Schreibart, welche sie, ohne Rücksicht auf den Werth der Sache, bloß in dem Gebrauch achter Wörter und Redensarten, wenn sie auch dadurch dunkel und sclavisch werden sollten, zu setzen pflegen, daß es niemand zu verdenken ist, wenn er die Zeit nicht mit dem Uebersetzen eines solchen pedantischen Gewäsches verderben mag. Trivialische Gedanken werden nicht gut, wenn man sie gleich in Cicerons Worte einkleidet oder gar verhüllet.
Das Publicum muß einem Schulmann so viel Gelehrsamkeit Zutrauen, als zu dem Amt nöthig ist, das er bekleidet: und es ist unnöthig daß er solches erst durch ein paar gedruckte Bogen beweißt. Und wie leicht beweißt er, wenigstens in den Augen vieler Leser, die die Gelehrsamkeit bloß nach ihren Begriffen und Lieblingssiudien abmeffen, nicht oft gerade das Gegentheil von demjenigen, was er beweisen sollte? Eme riefe und weitläufige Gelehrsamkeit ist ohnedem keine nöthige Eigenschaft eines Schullehrers: und vielleicht ist sie seinen Untergebnen mehr schädlich als nützlich. Eine gründliche Kenntniß der Hauptsachen , und eine deutliche leichte und angenehme Methode sind diejenige Stücke welche seinen Unterricht brauchbar machen.
Wenn man aber doch in Schulschriften gewisse Materien abhand- len will, so müssen es natürlicherweise keine andre seyn, als solche die die Verbesserung der Schulen überhaupt, oder der Lehrart in dieser oder jener Sprache oder Wissenschaft und andre damit verwandte Dinge betreffen. Diese hängen am ungezwungensten mit der Bestimmung der Leh-- rer zusammen, uud sie haben wenigstens die Vermuthung vor sich, daß ihre Erfahrung sie vor andern Leuten in den Stand setzt, richtig hiervon zu urtheilen.
Es scheint daß viele Schullehrer diese Sachen vor zu gering halten, als daß sie dieselbige ihrer Aufmerksamkeit würdigen sollten. Wie können


