Ausgabe 
16.10.1770
 
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z-L Giessrsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

en mehr, wann sie häufig unter dem Rocken sind, mitgemahlen , geba­cken und gegessen werden, eine der Gesundheit sehr nachteilige Würkung hervorbringen. Dadurch ist die Fürstliche Regierung auch bewogen wor­den, den Beamten und Vasallen der Fürstlichen Landen aufzugeben, auf die Reinigung des RokkenS von dem Mutterkorn scharf zu sehen, und die Müller evdlich anzuhalten, um dadurch die Untertanen für dem Scha­den, den eine solche Frucht ihrer Gesundheit bringet, zu warnen und sicher zu stellen.

Die Amtsberichte, und diejenige sdes Physici zu Blankenstein , be- stättigen die Beobachtungen derjenigen Aerzte, die wir in den vorigen Stücken angeführt! baben.j Ganze Familien die von frischgebackenem Brod, das von vielem beygemischtem Mutterkorn sehr blau unb abgeba­cken gewesen , gegessen, sind mit starker inneren Hitze, Sinnlosigkeit und Jucken der Glieder befallen worden. Die Familie eines Untertanen Nah- mens Jost Bruders, hat unter allen am gefährlichsten darnieder gelegen, zwey Kinder sind dermaßen mit Erbrechen und Convulsionen angegriffen worden, daß sie darunter elendiglich den Geist aufgeben musten. Zum Beweist daß dieses Nebel vom Mutterkorn, und von keiner andern Ursa­che entstanden, müssen wir aus obigem Bericht bemerken, daß eine an­dere Familie von dem Jost Bruder etliche Brod entlehnet, die auch so­gleich nachdem sie dessen etwas genossen, krank davon worden , und es würden noch weit mehr Personen mit solcher Krankheit seyn befallen wor­den, wo man nicht angefangen das Brod in Verdacht zu ziehen, und das Mutterkornwegzuwerfen. AuS diesem erhellet schon die Schädlichkeit dieser Frucht zur Genüge Die Krankheit die es izo erreget, ist eben die­jenige, die den Aerzten unter dem Nahmen der Kriebelkrankheit bekannt ist, die von gleicher Ursache entstanden, und die diesen Nahmen erhalten, weil, ehe die Glieder mit Krampfen und Zuckungen befallen werden, ein Knebeln wle von dem laufen der Ameisen verspüret wird.

Das Vorgeben einiger Personen, daß das Mutterkorn nicht schäd­lich, sondern eine Anzeige des ausgiebige» Rockens seye, ist eben so falsch, und verdienet eben so wenig Glauben, als dasjenige, daß es das beste Mehl gebe, indcme angeführten Berichten zu folge, das Brod davon blau wird. Nur ist Der Unterschied der Menge dieser beygemischten Kör­ner zu beobachten, dann auch hier gilt das bekannte Sprichwort: wenig schadet