r6o Giessisthe wöchentliche gemeinnützige Anzeigen
durch Seiten« und Nebengraben in eineu weiten District eines Wiefen- grundes geführet werden könne. Dann jederzeit Dämme zu schlagen wann man wässern will, ist sehr beschwerlich und hiervon kann man sagen, daß es denen Fischen schädlich seye, dann hierdurch wird das Wasser auf ganze Distrikte gehemmet, und abgegraben. Hier merke man : Ehe man eine Wässerung vornimmt müssen die Wiesen gesäubert, und alle Maul- würfshaufen gleich gemacht, und die Löcher derselben eröfnet werden. Um dieses denen Wiesen so schädliche Vieh auszurotten, könnte man dem Wiesenausstchter mit in seine Pflicht'einbinden, diese zu fangen, und vor jeden den er liefert, wäre demselben eine sest zu setzende kleine Belohnung zu reichen. Was die Zeit der Wäßrung anlanget : so wässere man im Herbst nach der Grummet Ernde, schlage es aber eine Zeit vorher, ehe Frost eintrifft, ab und im Frühjahr im April bis in den May wieder auf. Wann es warme Regen gibt, und die Flüße von fettem Schlamm trübe sind, ist das Wässern äusser dieser Zeit nicht undienlich, auch nach der Heu Erndte, und sonsten wann die Witterung gelind ist , und die Wiesen mit hohem Gras nicht bewachsen stehen. Der andere Haupte xuukt, wie man nemlrch die Flüsse und Graben zum Wässern und so im Stand halte daß solche keinen Schaden thun , ist einer der wichtigsten, rind welcher in hiesigen Ämtern zum grösten Nachtheil sehr veruachläs- srget wird
Jedes fließende Wasser muß in eine solche Breite eingeschloffen werde, daß es nicht zu viel Platz einnehme und dadurch Felder und Wiesen, welche gebauek und benutzet werden können , schmälere) aber es muß auch nicht zu enge eingeschlossen seyn, daß es ibey Fluten einreiße, die Ufern übersteige nnd das daran liegende Land überschwemme. Hier muß man die Breite, nachdem der Fluß groß und stark ist, einschränken, und so tief machen, daß er bey Fluten nicht sogleich austrette, dann hier ist es ohn- müglich etwas bestimmtes anzugeben. Nach diesem ist folgender Anweisung vom Bau des UferS zu folgern Man steche mit der Spate die Ufer ganz schief ab, mit den adgestochenen Maßen besetze man dasselbe; im Frühjahr oder Herbst, stecke man hierin frisch abgehauene Weyden, hinter diese lege man Mäßen und Erde, von den ausgegrabenen Wassergraben derer! daran liegenden Wesen,. hinten einen Schuh weit und hoch Erde, wieder Weyden und so fahre man fort von unten dis oben an. Auch fonn nm pst Schecke Weyden, mit andern flechten, oder umwin-
den.


