Ausgabe 
6.2.1770
 
Einzelbild herunterladen

46 Giessische wöchentliche gemernnntzige Anzeigen

nicht genugsam vorsichtige Versutterung Desselben, so wie bey einer ähn­lichen Witterung vor io. oder 12. Jahren bemerket worden, der Grund zu einer gefährlichen Rindviehseuche gelegtt werden könne; so hält es dis L)ekonomische Gesellschaft! aus»wahrer Liebe für ihre Mitbürger für ihrs Schuldigkeit, alle Wirthe vor aller Vernachläßigung in diesem Stücks hiermit wohlmcynend zu warnen, und ihnen zu Vermeidung alles Nach­theils , nach Gelegenheit ihrer Umstände, Die Befolgung nachstehender auf eine genaue Ueberlegung und auf Erfahrung gegründeter Regeln, welcl)S ihnen selbst zum Theile nicht unbekannt seyn werden, bestens zu em­pfehlen.

i. Verdorbenes, von langem Regen angegangenes oder verfaultes Heu und Grummet darf irgend einer Art des Vieheö gar nicht gegeben werden;

z. Verschlämmtes Rauchfutter Wallen Arten des Viehesbeson­ders dem Schaafviehe, schädlich, kann aber dennoch in Ermangelung besseren FutterS, Den Mastschaafen und dem Mastrindviehe zwar ohne Schaden mit vorgeleget werden, wenn «s vorhero tüchtig ausgedroschen und aufgeschüttelt worden, und Dabey dem Viehs öfters, und wenigstens alle 14. Tage einmal Salz gegeben wird; jedoch darf man sich einigen Nutzen davon nicht versprechen, indem es allenfalls wohl Den Hunger ei­niger Maaßen stillen, zur Mästung aber nichts betragen kann, vielmehr die Verdammung abschweren muß.

3. Für das Zuchtrindvieh darf verschlammtes Heu und Grummet gar nicht, wenn es auch gedroschen, gewaschen und sodann aufgebrühet wäre, gegeben werden.

Dahingegen kann in Ermangelung einer zur gewöhnlichen AuSfütte- rung hinlänglichen Menge von unbeschädigt gebliebenem Heue und Grum­met, folgender Maßen mit Nutzen verfahren werden:

a) Für Schafvieh wird ganz kurzer Heckerling geschnitten, nach ei­nes jeden Vermögensumständen mit Hafer (wo möglich in gleichem Maa- ße) vermischet, und Morgens sowohl als Abend vorgeleget, im übrigen aber reines Stroh gelüttert. Anstatt des Hahrs kann auch grob geschrote- nes geringes Korn und Gerste, besonders für die tragenden und melkenden Schaft, unter den Hecker gemischet, oder unter ausgedroschene Hafer- Erbsen-und Eicken-Bunde, sammt den Körnern zu Hecker geschnitten, und angefeuchtet vorgeleget werden;

b)Dm