Ausgabe 
3.7.1770
 
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L.19 Giesslsthe wöchemliche gemeinnützige Anzeigen

Dieses hängt von ber Klüghsit, eines erfahrnen Ackermanns ab, der ab und zuzukhun weiß; allzu viel Dung auf einmahl ist mehr schädlich; die Acker alle r. oder längstens 3* Jahr/ mittelmäßig gedüngt, list das beste.

Doch ist dieses zu merken, man dünge das Korn und Winterfeld nicht zu stark, das Jahr hernach aber, das magere Gerste Feld so weit Die genugsam verwesene Dunge'reichet. Mit dem Pferch wechsele man um, wo der Pferch dieses Jahr gestanden, fahre man das zte Jahr Mist hin. Schlamm, aus Graben, Teichen undWafferflüffen, in und un* ter denen Dörfern ist gute Dunge in den leichten Boden.

In Gladenbach hat man zwischen dem sogenannten Creuh eine sol­che Düngung, und in so großem Ueberfiuß, baß viele hundert Wagen voll alljährlich in Graben gesammlet und mit großem Nutzen verbraucht tve.den.

Man mache dieses an anderen Orte« nach wo zum Thei! die Acker so mager find daß nicht genug zu haben lst.

Die Raßen von sumpßgt, und morastigen Wiesen wann man einen Graben machen lasset, find mcht minder eine treßiche Dunge, wann solche auf einander verfaulet find.

Leimen wann er zu haben ist, ist ebenfals eine Dunge, des mür­ben und leichten Landes, zumahlen auf den Schiefer Boden. Ueberhauyt kann dieses Land durch schwere Erde verbessert werden.

Wasser von Starke, Siedereyen, macht ebenfals fruchtbar, und ich wünsche daß dergleichen hier an gelegt würden.

Mergel ist auch eine gute Dunge aber noch M Zeit hier nicht zu ent­decken gewesen. Er ist eine graurod gelbe harte Erde, und liegt stufen­weis wie Erz und Steine, fühlet sich zart , an , und löset fich in der Sonne, Regen und Kalte zu Staub auf.

Kalk dünget auch, ist aber ohne gross Kosten hier nicht zu haben. Kalkwaffer zum Gießen deren Gärten ist treflich.

Abgeschabtes Horn und Abgefaü von Kammachm ist auch zurDun- St nützlich, wo solches in Menge zu bekommen ist.

Dir