io< Gr'esilsthe wIKetMche gemeinnützige Anzeiger»
schichte vorzutragen, da'sich sehr wenig Leute besondre Gouvemantinnen halten können , und mit einem großen Theil dersclbigen auch nicht viel ausgerichtet seyn dürfte. Weil dieses aber unter die vergebliche Wünsche gehört, die wohl schwerlich erfüllt werden, so muß entweder der Vatter seinen Geschäften eine Stunde abbrechen, Und aus die Unterweisung der Töchter wenden: denn es werden sich noch zur Zeit wenig Mütter finden, die dieses übernehmen Neigung und Geschicklichkeit hätten: oder man muß sich eines haußlichen Lehrers bedienen, der wenn mehrere Schülerinnen eine Stunde besuchen würden, zumahl an großen l-Orten wo dergleichen Leute im Ueberfluß zu haben sind, nicht so gar kostbar fallen möchte. Manche von ihnen werden zwar zu dieser Art des Unterrichts nicht im Stande seyn: aber ich hoffe doch, daß ein Mensch, der sonst seine gute Studien hat, und Knaben unterrichten kann, es gar bald zu einer gewissen Stärke hierinnen bringen kann, wenn er so viel Fleiß anwenden will, daß er ein paar gute Bücher über den Unterricht lesen mag, und die Wege einschlagen will, die wir in unferm angezognen Blat gewiesen haben.
Das Vorurtheil als wenn ein Frauenzimmer dergseichen Dinge nicht riöthig hätte, ist keiner Widerlegung werth, da ohnehin angesehne und fluctf Leute, welche häußliche Lehrer zu halten pflegen, ihre Töchter bereits eben so wohl als ihre Söbne dem Unterricht beywohnen , und unter andern auch in der Erdbeschreibung und Geschichte unterrichten lassen.
Aber wo bekommt man die Zeit her? Ich antworte anstatt daß man junge Mädchen.bis in ihr vierzehndtes Jahr täglich sechs Stunden meiner deutschen Schule sitzen läßt, in welchen sie vermöge ihrer Einrichtung die meiste Z tt über müßig seyn müssen, so schicke man sie nur zwev Stunden hinein, in welchen sie alles was sie darinnen zu lernen haben, gemächlich fassen können, und wende zwey Stunden zu dem häußlichen Unterricht an, so hat man noch zwey Stunden übrig, die man alsdenn nach Be- Men zn weiblichen Beschäftigungen gebrauchen kann.
In einem solchen Unterricht gebe der Lehrer wie in dem angeführten Blatt bemerkt worden, stufenweise von einer Geschichte zur andern , und vermeide alles, was einem Frauenzimmer nicht wichtig genug seyn kann. Den meisten Fleiß wende et auf Die biblische. Geschichte, und auf diejenige W Viren in der heil. Schrift Alten und Neuen Testaments gedacht wird,


