4i o Gressifche w§chentlLch--8emeknnötzrge Anzekgm
Aufgabe. ♦
Nichts ist schwankender als der mit der Frage verbundene Begriff: Was ist ein guter Wirth ? Einer setzet es in der guten Wirthschaft des Ackerbaues, undvernachlaßiget dabey den Wiesenbau, oder die Viehzucht. Der andre glaubet die beste Wirthschaft sey, wenn man alle Großen zu rathe halte, und nur spare, wobey oft Heu und Getraide auS Mangel angenommener Tagelöhner auf den Wiesen und Feldern verfaulet; kein Graben in sumpfichten Wiesen gezogen; kein Ziegel auf den Dächern ein# gezogen wird rc. Ein dritter ist wirklich ein guter Landwirt!), verzehret aber Dabey zur Ungebühr in seinem Hauswesen durch Unordnung, Mangel der Aussicht und Emtheilung, auch wohl durch Aufwand bey Scdmauserey- tn in seinem Hause, oder zu öftern auswärtigen Besuchen, feine durch Die Landwirthschaft gewonnenen Einnahmen. Ein vierter denkt, die alte Wirthschaft ( da wir doch glücklich seyn würden , unsere Güther wieder in die guten Umstände versetzt zu sehen , wie sie vor i oder 2co Jahren waren, und wovon die rudera eingegangener solider Wirthschaflsverbeffe# rungen an den meisten -Orten uoch zu sehen sind) tauge nichts. Er hört oder Neset etwas von neuen Ackerculturen, von künstlichen Wiesen , von neuen Plantagen rc. gleich wendet er ansehnliche Summen darauf, ohne die alte Wirthschaft und ihre Bedürfnisse und Mängel in ihrem Zusam^ menhange gehörig zu kennen; ohne zu berechnen, ob auch auf den möglichst glücklichsten Fall die Meliorationskosien nicht alle Einkünfte weit übersteigen dürften l Bey so bewandten Umständen findet man nützlich, in den "Tagen, da alles von Oeconomie und Witthschastsverbesserungen schreibet, redet und denket, folgende Preißaufgabe von zwölf Species- ducaten vor denjenigen Verfasser der besten Abhandlung auszusetzen, der binnen hier und der -Ostermesse 1770, auf die instructiveste Art, die Frage beantworten,' und in das Intell. Comt. schicken wird: was thurder beste Wirths
Nachricht.
Nachdem- zur Vergantung des dem Fürst!. Rath und gewesenen Kriegszahlmeister Schmitt angehörig bey Rodheim Stunde von hier, in dahiesig Fürsil. Oberamt gelegenen Freyadel. und mitder Bmggerechtig- keit
* Aus dem Leipziger Intelligenz# Blatt, No. 48.


