Ausgabe 
18.7.1769
 
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kann.

Das

GLejstsche wocheMLch-SemeütrrütziKe Anzeigen

An -Orten, wo MD Sekdenwürmer halt, oder andere ähnliche An­stalten macht, kann man sich im Herbste der dabey gewöhnlichen Gerüste bedienen, die sich dazu gut einrichten lassen, weil die Zapfen darauf so lauge liegen können, bis die Wolle abgelesen ist. Wenn die reifen Woll- zapsen an vvrgedachten Orten ausgebreitct sind, wo sie mehrere Warme haben , als tp fteyer Luft, werden sie etliche Tage langsamer oder geschwin­der aufspringen. Dieses kann man in warmen Stuben nicht allein unge­mein befördern , daß es geschwind und zugleich geschiehet, sondern auch ge­schwind hintereinander, damit man mit einer Parthie bald fertig wird. Da denn Kinder und alte Leute durch die austretende Wolle so ft art be­schäftiget werden daß sie mit dem Ablcsen derselben nicht so bald zum Ende kommen, als die von neuem überall heraus quellende Wolle die Za­pfen wieder überziehet; wie es bey einigen 5, 6 bis 8 mal geschiehet, bis in den Zapfen nichts weiter zurücke bleibet, als ein ganz kurzes und sprö- des wollichtes Wesen, daß man weder achtet, noch Mik verschönen lockern Wolle vermengen soll. Denn es hält in der Arbeit etwas auf, und muß aus den Knöpfen herausgezupfet werden. Man soll indessen unter wäh­render Sammlung verhüten, daß die Zapfen nicht vor der Zeit zusammen trocknen, ob schon die Wärme sowohl die Wolle, als den Saamen sehr wohl von einander scheidet. . m f ' <

Das Abnehmen der von selbst, und völlig aus dem Zapfen heraus- aetretenen Wolle geschiehet durch Ablescn aus einer Hand in die andere, und zwar nimmt man so viel, als darinnen auf einmal Platz hat: worauf man die Wolle mitcheyden flachen Händen gelinde reibet oder zu- samimn drükket, damit sie nicht verfliege, sondern in kleinen Klumpen in Kästchens oder Säcken weggeleget werden kann. Zu allen diesen Verrich­tungen hat man eben so wenig Anweisung vonnöthen , als zum iFedern- reissen, weil sich die Handgriffe und Vortheile von selbst zeigen , und bald erlernen lassen. Uebrigens wird man sich leicht vorstellen, daß sowohl das Pflü­cken, als das Ablesen und Sammlen der rohen Wolle nicht viel Aufwand erfordere, und daß vor ein geringes Lohn sehr viel eingesämmlet werden könne; ja daß es künftig weiter nicht so viel kosten werde, sie zu gewin­nen, wenn man nur viel große Bäume besitzet, deren Unterhalt auch keine Kosten weiter verursachet, als daß man nur die Wolle davon einsammlen darf. Denn in etlichen Stunden läffet sich von oft gedachten Wollzapfen weit mehr einsammlen, als man in 4 bis; Tagn .Wolle davon abksen