rl8 G»l'esilsthe wocheutlich^emeittttützl'ge Anzeigen zu entfernen; wenn er nicht ferner aufmerksam und ohne Vorurtheil unter­sucht, ob, und wie die gepriesnen Mittel diese heilsamen Veränderungen bewürken, und letztlich aus allen diesem die Nothwendigkeit einer festgesetz­ten Methode in der Anwendung dieser Mittel beweist, und eine verständige Vorschrift dazu liefert. Aus der Folge urtheile man, ob nicht die Rück­sicht auf alle diese Punkte nothwendrg ist: denn nach diesem Plane werde jch meine Gedanken entwerfen.

Der Arzt hat bey den Abweichungen vom gesunden Zustande, wel­che in dem Körper eines erstickten Menschen sich ereignet haben, sein Au­genmerk hauptsächlich auf zwey Stücke zu richten , welche ihm in Anse­hung der Cur vorzüglich wichtig werden. Diese sind , der Mangel der Respiration und der apoplectifchc Zustand/ in welchem der Erstickte sich befindet. Jenes, das erstere fallt von selbst in die Augen: die Gegen­wart des letztem zeigen uns, wie wir gleich sehen werden, theils die Ver­nunft als eine Folge von jenem, theils die Leichenöffnungen der Personen, welche in diesem Zustande gestorben. Wir wollen uns zuerst mit den Ur­sachen der letzter» Veränderung beschäftigen.

Das Athemholen ist zu dem Umlaufe des Vluts durch die Lunge un­entbehrlich. Bey dem neugebornen Kinde nimmt dieser Kreislauf, der vor der Geburt noch nicht da war, nur alsdenn erst seinen Anfang, wenn es die erste Luft geschöpft; und von dieser Zeit an bleibt beydes genau ver­bunden. Wrrd das Athemholen völlig gehemmet, es sey davon die Ur­fache welche es wolle, so wird der Umlauf des Bluts durch die Lunge ge­hindert, und hört nach sehr kurzer Zeit gänzlich auf. Geschieht aber dieses, so wird das Blut, dem nun ein ansehnlicher Theil des benöthigten Raums genommen worden, in größerer Menge nach den übrigen Theilen des Körpers, und also auch nach dem Kopfe getrieben: hier häuft es sich vor­züglich an, weil die angränzenden Therle, das weiche Gehirn nemlich, den «»schwellenden Gefäßen einen geringem Widerstand , als in den andern Gegenden des Körpers legen, wo ihnen häufige oder muskulöse Theile stär­ker widerstehen: die Adem dehnen sich also widernatürlich ausund drü­cken auf das Gehirn: hieraus entsteht anfänglich eine Betäubung, im hö- hern Grade aber derjenige anscheinend leblose Zustand, welchen wir an Er­stickten wahmehmen, und der nichts anders , als ein wahrer Schlagfluß ist. Man lasse mich dieses durch ein Beyspiel von dem Zustand sehr fetter Personen erläutern. Was in unserm Falle daö Blut, durch die gej^mm# re CirculMy in der Lunge, am Raume verliert, das verliert es bey die-