L 86 Gressll'che wöchentlrch-§emeümutzr'ge Anzeigen
tst, bewürfen können , und sie sind theils durch die Schrieten der Aerzte, theils auch durch öffentliche Blatter, besonders in /Neuem Zeiten, hinlänglich r bekannt und gemeinnütziger lgemacht worden. Meine Absicht ist eben so wenig, an diesen i Mitteln etwas zu re- formiren, als das Verzeichniß derselben durch neuerfundene zu bereichern/ da sie voükommen gut und hinlänglich sind. Nein, man erlaube mir nur meine Gedanken über die Anwendung derselben zu eröffnen. Denn ist es wohl genug, diese Mittel zu wissen? rst die blosse Bekanntschaft mit selbigen hinlänglich, um sie jedesmal glücklich anwenden zu können ? Eben so wenig, als die Kenntniß der Baumaterialien emen Gelehrten in den Stand setzen würde ein Gebäude aufzuführen. Die Wissenschaft, den Gebrauch der Mittel gehörig anytoxbmu/ ist bep der Heilung einer jeden Krankheit so nothwendig und wichtig, als es die Kenntniß der einzelnen Mittel nur immer seyn kann. Kein vernünftiger Artz leugnet dieses. Die besten Mittel bleiben fruchtlos, ja sie bringen nicht selten eine dem Endzweck gerade entgegengesetzte Würkung hervor, wenn ihr Gebrauch von einer unverständigen Hand verkehrt angeordnet und etwa mit den letztem der Anfang , so wie mit den erstem der Beschluß gemacht wird. Die besten Mittel können einen Pfuscher bekannt sey.n: richtet er aber um deswillen eben das damit aus, was ein geschickter Arzt dadurch äuszurichten vermag? Bey weiten nicht. So viel beruht auf ihre Anwendung, soviel auf die Kenntmß von der Natur der Krankheiten und der Würkung der Arzneymitkel dieser Wis- senschaft/welchHen gelehrten Arzt bezeichnet; welche ihm den großen Vorzug giebt, daß er von guten Mitteln auch einen Gebrauch zu machen weiß.
Wenn man meinen Gedanken einige Aufmerksamkeit und Ueberlegung gönnen wird, (und sollte ich mir dieses nicht versprechen dürfen, da siedle Erhaltung vieler Unglücklichen zum Vorwürfe haben?) so hoffe ich einen jeden zu überzeugen, daß es keinesweges gleichgültig sch, wie, und in was vor einer Ordnung man sich der bisher bekanntgewordnen Mittel zur Wi- derhersteüund erstickter Personen bediene; ♦ daß diese vielmehr mit eben dem
* Ich will hiebey nur dieses einzige vorläufig anfährcn: die Mittel, deren man sich zu bedienen pflegt, sind in Anschnng ihrer Kräfte offenbar sehr verschie, den. Kein Sachverständiger wird dieses leugnen, und ich werde es in der Folge mit mehrerem bewerfen, Da aber von der Kraft eines Mittels ferne Würkung abhängt; so ist unstreitig, daß unfere Mikkel sehr verschiedene Würkungen hervorbringen müssen , und daher ohnmöglrch alle auf einerlev Endzweck abzielen können. Was folgt hieraus wohl klarer, als daß bep dem


