igi Gresische wöchentlich - gemeinnützige Anzeigen

in contraditSlorio ergangene Erkäntniffe (§. II.) vindiciren, und allen zu erregenden Zweifeln ihre völlige abhelfiiche Maaße geben.

Von dem Nutzen und Gebrauch der Tannen, Fichten und Kiefern.

Die Tannen dienen zu Brettern und Bauholtz, und geben den be­sten Terpentin, welcher alle Jahr in dem Monat August gesammlet wird. Stehen die Tannen in guten Boden, so kan man ihm des Jahrs zwey- mal sammelen, nemlich in dem Frühling und August. Von Rothtannen bekommt man nur Pech. Ihr Holtz ist gut zu Schindeln, Wein- und PackFässcrn; nur darf ihr Holtz nicht roth seyn. Ein gesunder und in gutem Erdreich stehender Baum kan jährlich 30. bis 40. Pfund geben. Man kan von dieser Tannen ein vortrefliches Getränck verfertigen, wie fol­get. Nehmet einen sehr grosen Kessel, füllet den vierten Theil davon voll Wasser, lasset solches kochen, leget alsdenn einen Bündel zerschnittene Fich- tenZweige hinein, welcher ohngefehr sieben Zoll in der dicke haben muß. Man läßt das Wasser so lange kochen, bis daß sich die Rinde von den Zweigen völlig ablößt. Während der Zeit, daß das Wasser kochet, rö­stet man in einer eisernen Pfanne 10. bis u. Pfund Hafer, oder auch io. bis ir. Pfund dünn geschnittenes Brod, und wirfft alles dieses wenn es wohl geröstet ist, in den Kessel, wo es bleibt, bis das Getränck recht gut gesotten hat. Alsdenn nimmt man alle Zweige heraus, und löscht das Feuer aus. Der Hafer und das Brod fallen zu Boden, die obenschwim- mende Blätter werden mit einem Schaumlöffel abgenommen, endlich thut man 12. bis is. Pfund groben Zucker hinein. Dieses Getränck wird als­dann in ein rein gemachtes Faß gefüllet, worin vorher rother Wein gewe­sen. Man lässet auch wohl die Hefen nebst 4. bis 6 Maaß rochen Wein darinn, wann man das Getränck gefärbt haben will. Wann es nun lau­licht worden ist, mischt man einen Schöpfen BierHefen darunter, und füllet daß Faß gantz voll. Hierauf wird es gähren und alle Unreinigkeiten auswerffen. Daß Faß muß allezeit wieder angefüllet werden.

Von der jetzigen graffirendeir Vieh Seuche.

Die vornehmsten Zufälle, welche bey allen grosen ViehSeuchen be­kannt worden sind, bestehen in folgenden drey Hauptumständen: Erstlich in