Wochenblatt.
LS
Nachricht ans Publikum.
Ein Dichterling hat des Herrn Hölty Elegie auf Röschen, geplün- Vert, dis daraus entstandene poetische Erstgeburt als eine Elegie auf den Tod eines Lieblings-Hündgenö ins iezke Wochenblattvon vorigem Jahr ein« gerücket worden, und weil man leicht vermuten konnte, daß wann sie auch ganz ohne Unterschrift oder Anfangsbuchstaben eines Namens hier öffentlich erschiene, er ohnfehlbar für den Verfasser würde angesehen werden, sich ganz dreiste der Freyheit genommen, sie mit den Anfangsbuchstaben V. D. W. zu bezeichnen.
Der Verlust M HündgenS, der sich wircklich ereignet hat dessen Name, die Namen der beiden darunter betroffenen Frauenzimmer, die Unterschrift sind allzuhandgreifliche Merckmale des Vorfalls, als daß ich mich, der ich dieses schreibe, darunter verkennen sollte. Da ich kaum im Stünde bin ein Gedicht mit nötigem Urteil zu lesen, vielweniger selbst ein solches zu verfertigen, so lasse ich mich auf den Wert oder Unwert dieser Arbeit nicht ein; es kann seyn, daß der Herr Verfasser dadurch eine Stelle unter den berühmten Dichtern unsers Jahrhunderts erhält, und mir also dadurch ohnverdient eine große Ehre wiederfahren wäre Ich glaube auch, ohne Mich zu irren, den eigentlichen Vater diefes Kindes so gut zu kennen, daß ich ihn für einen allzufreunkschaftlich und edeldenkenden Mann halte, als Laß er dadurch meiner als eines Ungelehrten hätte spotten wollen. Ich Hätte mithin gegen dieses Unternehmen eigentlich nichts einzuwenden allein, va es auch wohl einst einem andern schlechter denkenden einfallen möchte, meinen oder einen andern eben so kennbaren Namen zu einer Satire o^er Paöquille auf femand zu gebrauchen, so bitte den Herrn Verfasser in meinem und aller übrigen gesitteten Weltbürger Namen sehr höflich k infuhro sich dergleichen weder in gute»-; noch bösen Absichten erlaubten Frevhert zu enthalten.
den i. Januar. 1776.
der angebliche Verfasser der erwehnten Elegie.
Nüchterne die beglaubte Nachricht eingelaufen, daß nicht allein ru Langenstein bet) Kirchhain, die laidrge Seuche alles Hornvieh allda weg- gerast, sondern auch diese Seuche bis nach Menckbach diesseits Marburg verbrei.


