Wochenblatt.
35°
lassen. Wer sich mit Theer bestreicht, *) und aus seinem Leibe eine Apotheke macht, der stirbt, nach der Meynung dieses scharfsinnigen Kopfs, so lacht nicht: er müßte denn mit Gewalt umgebracht werden.
, t ^ur Schade, daß die Armen die vorgeschriebene Diät dabey nicht beobachten können 1 ' '
Der Ungarische Wein und die Austern sind theuer ; Kartoffeln bu schweren den Magen; und wenn also unser Doctor, Pistill, auch ein Hexenmeister wäre, so würde dennoch der größte Theil seiner Patienten verderben müssen.
Itzt arbeitet er an einem medicwischen Tischbuche füstdie Leute in seiner Nachbarschaft, welche ost keinen Bissen Brvdt im Hause haben. Findet er einen Verleger, so wird die Welt über dieses sonderbare Werk erstaunen.
Der andere, den wir durch unser Urfbeif ins Ansehen und Aufnehmen bringen wollen, beschäftiget sich mit der Policey. Er hat wenig Verstand, das ist wahr; unterdessn verlohnt sichs doch der Mühe, daß wir Ihn hier redend einführen. Seine Sentimens sind diese.
Ich, sagte er neulich, sollte die Oberaufsicht über die Schaubühne fuhren: denn ich besitze einen feinen Geschmack, und danke Gott dafür Lauter erbauliche Trauerspiele würde ich vorstellen lassen - Trauerspiele,' dey welchen man nicht nur weinen , sondern auch zuweilen lachen n;uP Die Possenspieke und das pur niedrigkomifche gefallt mir nicht. Unsere Sitten, die ohnedem bey einigen ins Groteske fallen, werden dadurch immer mehr und mehr verdorben.
Finden wir denn in den Betragen erhabener Personen keinen D einer wemerlichen Komödie? Ich dächte es: und nächstens will ich v-r Welt em S'uck zur Probe liefern. y
’ ' Seine Fürsorge erstrecke sich auf die Hutknöpfe, Degenscheiden, Manschetten, Dosen, und andere Galanteriewaaren. Alle diele find nicht so, wie sie, seiner Meynung nach, seyn sollten.
Der
*>,Eben dieses behauptet der Dr. Akatia, wenn er sagt: Wer sich die Schweisslöcher zustopft, kann sich das Leben drey,bis vierhundert Jahr fristen. *


