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eine Sache gebaut hatte, die er ohne sich selbst zu beschämen niemand ent­decken dürste.

An diesem Probiersteine sollten wir alle unsere Einbildungen prüfen, ebe sie die Herrschaft über unsere Seele bekommen. Sind sie gegründet, so werden wir sie andern erzählen, sind sie vernünftig , so werden wir sie andern erklären dürfen. Wenn wir aber unser Vergnügen daran finden bey uns selbst ein künftiges Glück auszubrüten , und unsere einsame Be­trachtungen Planen zu widmen , deren unparteiische Erzählung unS nach untrer eignen Überzeugung dem Gelächter und der Verachtung aussetzen würde; so sollten wir bedenken, daß wir uns gefiißentlich durch Täuschun­gen hintergehen, daß wir mit nichtswürdigen Spielwerken unsrer Phan- tasey die Zeit zu bringen, durch deren vernünftige Anwendung wir wahre Vortheile hätten erhalten können.

ES ist zwar in den menschlichen Dingen so wenig Gewißheit, daß man es auch dem sorgfältigsten und strengsten Untersucher verzeihen kann, wenn er auf einige Hofnungen bauet, deren Wahrscheinlichkeit nicht gar sehr in die Augen fällt. Denn er stehet nach vielen Bemühungen, die Ge­wißheit der Begebenheiten zu erforschen, öfters den Ausgang derselben in den Händen des Ohngefährs. Auch ist uns oft das Glück so sparsam zu- gctheilt, daß wir in manchen Lagen unser Leden nicht erhalten könnten, wenn nm nicht unsere gegenwärtige Umstände uns durch die Hofnung eines zu- künftiaen Vergnügens erleichterten, wenn wir nicht unsere geschwächte Kräfte zu neuen Bemühungen ermannen könnten , indem wir in der Ferne unS einen Punkt der Glückseligkeit festsetzen, ohnerachtet wir denselben we­der durch Entschlossenheit, noch durch Standhaftigkeit erreichen.

Allein diese Erleichterungsmittel, ob sie gleich in einem geringen Maas Kräfte ertheilen können, sind doch in einem grüßern Maas schädlich. ES sind diese Vergnügen, wie alle andere, nur in gewissen Umständen und in gewissem Grade rechtmäßig. Andern edlem Absichten untergeordnet können sie nüzlich; wenn sie aber einmal bey uns die Oberhand bekommen haben, schädlich und verderblich werden. Mit einer schmeichelnden Hofnung daS Gemüth zu beruhigen, selbst wenn es warscheinlich ist, daß sie uns fehl­schlagen werde, kann manchmal nützlich seyn; aber die Fähigkeiten in eine Schlafsucht einzuwiegen ist niedrig und schlecht. Laster und Jmhümer

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