Ausgabe 
14.3.1775
 
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es sind auch königliche Zellen» Es sind ihrer wenige an der Zahl, weil die arbeitenden Bienen zu wissen scheinen, daß ihre Mutter jährlich nicht wehr als 15 bis 2.0 Eyer legen soll, aus welchen andere Mütter auskrre- chen sollen, und daß sie im Gegentheil vielen tausend arbeitenden Bienen und etlichen hundert Männern das Leben geben wird.

Cs ist ein Vergnügen, die Bienen, eine jegliche in ihrer angewiese­nen Gegend, an dem gemeinschaftlichen Werke arbeiten sehen. Sie flie­gen auf die Blumen und wälzen sich mitten unter den Staubfaden herum, deren Staub sich an die große Menge Haare hängt, womit ihr Leib be­decket ist. Nach diesem sammlen sie allen diesen Staub mit ihren Bürsten, die sie zu Ende der Füße haben, auf, und tragen ihn an die dreyeckigte Höhle an -en Füßen,

Kaum langen die Bienen mit diesem Vorrathe beladen zu Hause n, so kommen andere, die ihnen einen kleinen Theil dieser WachSmatt- rie abnehmen und in einen ihrer Magen verschließen; denn sie haben zrvey Mägen, den einen für das Honig und den andern für das Wachs. In diesem Magen gehet eine bewunderungswürdige Bearbeitung vor. DaS würkliche Wachs wird darinnen aus dem rohen Wachs in kleinere Stück­chen abgesondert, davon ein Tbeil ihnen zur Speise dient, und das andere wieder von ihnen geht. Herr von Keaumur hat angemerkt, daß in einem Stocke von achtzehntausend Bienen, eine jede täglich 4 bis f mal in da- Feld fliegen kann, daß acht Klümpchen Wachs auf einen Gran gehen, daß die Bienen in sieben bi- acht Monathen nach einander über xpo Pfunde von dieser Materie eintragen, und daß nichts destowenjger, wenn man am Ende des Jahrs daS Wachs aus einem solchen Bienenstöcke nimmt, man nicht mehr alS ohngefähr zwey Pfund wirkliches Wachs findet. Daher nothwenvig folgt, daß das rohe Wachs einen Tkeil ihrer Nahrung auS- macht, und daß sie nur sehr wenig wirkliches Wachs aus der rohen Ma­terie auSziehen. Die Bienen geben dieses Wachs in Form eines BreyeS wieder von sich, und vermittelst ihrer Zunge, ihrer Zähne, ihrer Füße, verfertigen sie die Zellen daraus,

Die Zellen dienen, das Honig, das rohe Wachs und die Brut, welche die Königin darein legt, aufzubehalten. Diese Mutter ist von ei­ner erstaunlichen Fruchtbarkeit. Sie kann in Zeit von sieben bis acht Wo-