Einzelbild herunterladen

Wochenblatt. z-7

bringen, abrr sie nahmen immer mit einiger Gewaltsamkeit die vorige wie­der ein; und man hat mit alter Mühe diese Compaffe nie wieder zu rechte bringen können. Journ. des Sc v.

4»

Wenn wir den menschlichen Körper in Absicht einer unendlichen Men­ge wilikührlicher Bewegungen , die er verrichten kann, ansehen, so ist er eine erstaunende Zusammensetzung von Hebebaumen, welche durch Sehnen angezogen werden. Siehet man ihn in Ansehung der Bewegung der Säf­te an, die er in sich enthält, so ist er eine andere Zusammensetzung von un­endlich vielen Rühren und wafferkünstlichen Rüstzeugen. Untersuchet man ihn endlich in Absicht aus die Erzeugung eben dieser Säfte, so ist er auch eine unermeßliche Zusammensetzung von Werkzeugen oder chymischen Ge­fäßen, Durchseigerungen, Brennkolben, Recipienten, Schlangenrühren an den Recipienten u s f. Alles mit einander ist eine Zusammensetzung, die wir nicht genug zu bewundern vermögend sind, und deren größter Theil selbst unserer Bewunderung entwischet. Die grüßte Zurüstung der Chy- mie, die in dem ganzen menschlichen Körper anzutreffen, die wunderbarste Werkstate, ist das Gehirn Daraus entspringt das Blut, der kostbare Auszug, den man die Lebensgeister nennet, die einzigen materialifchen Be­weger des ganzen Rüstzeuges des Leibes. Die ganze Mechanik des Ge­hirns hat, so viel unS bekannt ist, zwey Absichten : r) Die Geister von dem in den Kops gestiegenen Blut abzusondern. 2,) DieS von Geistern entblößte Blut dem Herzen wieder zuzuschicken. Der ersten Absicht geschie­hst durch unendlich viele Durchseigerungen, die von einer fast unbegreifli- chen Feinigkeit und Zartheit sind, ein Genüge. Die Zweyke, die um so viel mehr Schwierigkeiten hat, weil das Blut, wenn es seine flüchtigen Theile verlohrett, und daher weniger flüßig geworden, mehr Mühe hat, in die sehr feinen Aedergen wieder zurückzugehen , wird durch eine subtile Wasserigkeit bewerkstelliget, die ihm die Drüsen durch die in den Herzkam­mern befindliche Luft darreichen, welche sich damit durch eine solche Ein­richtung der Gefäße vermischet, daß es beides die nöthige Lust undWäß- rigkeit zu rechter Zeit empfängt. Ob nun gleich das Gehirn ein so n0th- wendiger Theil zu seyn scheint, daß man meynen sollte, es könnte der Man­gel desselben durch nichts ersetzet werden, so hat es sich doch vielmal zugetra­gen, daß Kinder ohne Gehirn zur Welt gekommen sind, und dennoch ge- lebet haben. Moriceau erzählet die Geschichte eines Kindes, das weder D d d r Gehirn