Ausgabe 
7.3.1775
 
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74 Wochenblatt.

emmüthigen Schluß gefaßt, und allen evangelischen Calenderschreibern mt römischen Reich an befohlen, den wahren Ostervollmond , und den rechten Zeitpunkt des Osterfestes also zu bestimmen : vorerst solle das Frühlmgs- aquinoctium, wie auch der wahre Ostervollmond nach den praeceptis der Rudolphinischen Himmelskafeln auf uranoburgischen Mittagscncel berech­net werden; der nächste Vollmond nun, welcher nach dem Frühlingsaqui- «octio einfiele, seye vor den rechten und wahren Ostervollmond zu halten und anzunehmen Sodann der erste und nächste Sonntag, welcher nach dem Ostervollmond käme» seye die Zeit deS einfallenden Osterfestes; solte sich aber der Ostervollmond auf den Sonntag präsentsten, so solle das Osterfest nicht auf diesen Sonntag, sondern zurück auf den nächst folgen­den gesetzet werden Nun haben die Nürnberger Calenderschreiber den wahren Ostervollmond auf diß Jahr per Cakulum gefunden, Sonnabends den i s. April, der folgende 16. April ist der nächste Sonntag folglich haben dieselbe das Osterfest mit recht in ihren Calendern auf diesen i6. April lociret. Der Hinckendebotk aber gibt seinen Ostervollmond an, aus diesen Sonntag den iS. April; weil nun dieser fein Vollmond der nächste nach dem Frühlingsäquinoctip ist, und von ihm auf Yen Sonntag angege­ben, so hätte er auch nach dem Reichsroncluso und niränischen Schluß feilt Osterfest müssen zurück aufden folgenden Sonntag, nemlich den Lz. April se- tzen, und wäre das geschehen, dann hakte er noch einigen Grund gehabt, damit er sich aber hierbey nicht selbst öffentlich prostiruiret, sohar er viel lieber seinen Ostervollmond untüchtiMemacj-t, und das Osterfest gleich wie die Nürnberger auch auf den i6. April gesetzt» In Berechnung der Finsternüsse , har er in seinem Calendcr ebenfals seine eigene Rechnung. Die sogst gebräuchli­che Himmelötaftln, unter andern, die Rudolphinische des Keppieri, zmd des de la Hire, geben auf dieß Jahr vier Finsternüsse an ,' nemlich zwey an der Sonnen, und zwey an dem Mond, welche die Nürnberger in ib» ren Calendern auch also angezeiget; der Hinckendebott aber meldet nur zwey Sonnenfinsternisse, und von den zwey Mondenfinsternissen gedenket er nichts, warum verschweiget er diese? die Urfach dessen steht bey ihme, ob er sie nicht gewust, oder ob er sie alleine vor sich behalten wollen, weil er gerne was eigenes hat, mag an seinen Ort gestellet feyn. Die zwei) Sonnenfinss-rnüffe hat er auch spater angegeben, als sie würklich einfallen; gut ist es, daß diefelbe unsichtbar fallen, denn waren sie sichtbar, und er wollte sie auf seine angegebene Zeit beobachten, so wäre er gewiß zu spät und poft feftum kommen. So hätte er also den Stieg auf die Stern­

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