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H)ochcnblaer. z47

fo reicht kein Unglück ahnden läßt, vielleicht wollten sie die Hitze des Tages vermeßen, und uns Morgen noch ehe die Sonne ausgeht in Schlafe über­raschen, vielleicht ist ihnen auch sonst etwas begegnet, das sie nod) um einen Tag zurück hält. Durch diese Vermuthungen beruhigt begaben sie sich auf den Rückweg Aber Rüschen war auf dem Rückwege lange nicht so hei­ter , als sie es auf dem Hinwege gewesen war. Der folgende Tag ver­strich in eben den Vermuthungen. 21m Abende des dritten Tages kamen die Hollandsgänger zurück und Wilhelm - war nicht bey ihnen - Der Verfasser ist zu mitleidig mit dem armen Rüschen und mit Wilhelms be­dauernswürdigen Ellern , als daß er die Betrübniß und die verschiednen Leidenschaften ganz ausmalen küimte, welche ihnen das Herz zerrissen , als sie von den zurückgekommnen Hollandsgängern, welche ebenfalls über den Zufall sehr traurig waren, weil sie den ehrlichen Wilhem recht lieb hatten, erfuhren,' daß Wilhelm gegen Abend vor ihrer Abreise auS Amsterdam, um einige Kleinigkeiten für sein Rüsgen einzukaufen ausgegangen, unD nicht wieder gekommen sey, daß sie zween Tage in ganz Amsterdam nach ihm gesucht, aber nicht die geringste Nachricht von ihm erfahren künnen; auch daß einige von ihnen nach Zardam zurück gegangen wären, um dort bey einer Gärtners Wittwe, mit welcher Wilhelm Bekanntschaft gemacht hätte, wenigstens einige Nachricht zu lassen, wo er sie antreffen könnte. Rüschen weinte bey der Anhörung des erstern, aber eineLodtenblässe jagte alles Blut aus ihrer jugendlichen Wange, als sie das letztere vernahm. Wilhelms Vaker machte sich selbst Vie bittersten Vorwürfe, faßte sich aber bald wieder, tröstete seine Frau und Röschen , und versprad), Morgen mit Anbrud) des Tages selbst nach Holland zu gehn, und Wilhel­men zu finden, es möge auch kosten waS es wolle. Mit diesem schwachen Strahle von Hofnung mußten also die guten Leute sich zufrieden geben. Nach einigen Wochen kam der Vater zurück, und wußte weiter nichts von Wilhelmen zu sagen, als daß er ihn, aller Bemühungen ungeachtet, mcht hätte ausfinden können. - Wenn also der Himmel ihn uns nicht wieder fin­det, so werden wir ihn in dieser Welt nicht wieder finden, sagte Röschen, mit so tiefer Betrübniß, daß sie nicht weinen konnte.

Nach dem gewöhnlichen Laufe der Erdichtungen , müßte Röschen sich nun ihrem Gram überlassen, ihre Gesundheit dadurd) verderben, in ei­ne Auszehrung fallen, und alsdenn auf die zärtlichste Art die Welt verlas­sen. W il aber diese Geschichte, wie gesagt, keine Erdichtung ist, odet vielmehr weil Röschen weder eine Engländerinn noch Jtalienerinn / noch