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4i4 Wochenblätt­

er, weinen andre Kinder, ohne daß sie die Ruthe bekommen?" Seine Mutter sagte ihm, daß dieser auS Hunger weinele. Da lächelte er sie an. , O wie gut hab ich es doch, vor diesem Elenden! niemals hungerte mich noch so, daß ich hatte weinen müssen. Soll ich aber nicht, liebste Mut- ter, dem Knaben mein Morgenbrodt geben?" Sie erlaubte es, und er hüpfte fort und sagte,-O nun soll er doch nicht mehr weinen!"Schon gab er dem Armen das Brod in die Hand, ehe dieser ihn sah; der aber nun mit den letzten Zähren im Auge lächelte, und ihm den Lohn von Golt wünschet-. Ludchen sagte zu ihm , Du kannst dieses alle Morgen be- kommen; ich werde mich am Mittage leicht sättigen." Da sprach die Alte, kleiner Sohn, du bist ein Gotteskind, Er wird dir dieses niemals vergessen; vu kömmst uns wie em Engel vom Himmel," und Ludchen lief wieder in sein HauS, und sagte zu seiner Mutter, O sie freuen sich so sehr, die armen Leute! könnte ich ihnen einmal halb so viel gutes ge- den, als sie mir wünschen!" Nun gab seine Mutter ihm ein andres Morgenbrodt, und er sprach,O du giebst eS mir schon wieder, waS ich weggegeben habe: ich fühle doch noch keinen Hunger, sondern lauter Freude über den vergnügten Knaben, und seine noch frölichere Mutter. - ,, Aber wir nennen ja Gott unfern Vater, Er liebet uns ja so schr, wie

Du mich liebest; sind die Kinderdenn nicht fromm, venen Ck rem Brodt a»ebt' Gott thut es nur, antwortete die Mutter, damit Vie Reicheren sie an Seiner Stelle speisen sollen, und niemals vergessen können, daß ,, ein Theil ihrer Güter ihnen in Vie Hände gegeben ist, um davon täglich ,, etwas auszutheilm."

Bald darauf sollte er seine Mutter sterben sehn: da man ihn zu ihr an das Bette brachte, sah er ihr Gesicht ganz heiter und sprach: Du mußt nun sterben? meine beste Mutter! Gott nimmt dich mir; aber ich ver- ' qeß es nicht, daß Gott mein Vater ist und bleibt, wie Du mir Vater ' und Mutter wärest. Du freuest Dich, daß Du zu Ihm kommen sollst; ,, und nun will ich auch nicht weinen ; denn sobald Gott mich von der , Welt abfodert, wird Er mich Dir wiedergeben." Da stiegen ihr die cvhrdnen in die Augen, und sie sprach: Gott sey ewig gepriesen, daß Er dir ein kindliches Herz gegen Sich gab. So lange du Ihn liebest wirft du so vergnügt seyn, und allemal so freudig sterben können , als '' jA gelebet habe, und nun einschlsfen werde: sobald du dich aberfürch- ten wirst, Ihn Vater zu nennen, so bete mit Zittern um ein kindliches Herz, und Gott wird es dir einmal noch wiedergeben. Darum vergiß

niemals