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Wochenbett. > 3°i

. Sich eines beschwerlichen Dinges, mit Namen Sittsamkeit, so zei­tig als möglich zu entschlagen.

Bereit zu seyn, in allen Gesellschaften vou allen Materien obenhin zu schwatzen.

Sich zu stellen, als ob man für nichts sorgte; und in der That auch nur für sehr wenig Dinge sorgm.

Seine Häuser weit kostbarer zu schmücken und auszuschlagen, als es die Einkünfte erlauben.

Vergnügt zu scheinen, meine Söhne, wenn ihr böse seyd; und bö­se zn scheinen,'meine Töchter, wenn ihr vergnügt seyd.

Für Gunstbezeugungcn ein schlimmes Gedachtniß, für Beleidigun­gen aber ein sehr gutes zu haben. , ,

Jeden zu verachten, der ärmer oder nicht so wohl erzogen ist.

Sich Ehegatten auf Lebenszeit mit geringerer Sorgfalt und Vorsicht auszusuchen, als man bey dem Kaufe eines Kutschpferdes gebrauchen würde. - ,

M Sorgen und Pflichten des Lebens, welche die Folgen einer sol­chen Vttbindung sind, hinwegzulachen.

Dieß sind die zehn großen Lebensregeln, welche itzt von den besten Leuten nach der Mode beobachtet zu werden scheinen. Ich aber muß euch n'stchett, daß ick selbst so altfränkisch gelebt, und niemals viel darauf ge- halten habe. Anstatt auf jene Regeln zu achten, ist^ vielmehr der einzige Nweck meines Lebens dieser gewesen: So wenig Boses , und so Viel Gutes, als nur möglich, zu thun. .Und diese große Lebensregel vermache ich euch, meine lieben Kinder, als eine Erbschaft, welche dre Güter weit übertrifft, die euch mein letzter Wille zuergnen wird.

AvertifTement.

Nachdem« dir Sophia Hjußerin eines verstorbenen Soldaten hin. tetb'iebenc ledige Tochter von hier aus Giesen bärtig feit kurzem mit Zu­rücklassung eines geringen Vermögens bui'<ib|t<n ebenfalls mit Tod abge«

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