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Wochenblatt- sh-

Nm bittersten Gelächter begleitet. Ein solches Spektäcul hatten diese muthwillige Herren ihrem ehrlichen College» zugedacht; und das um so viel mehr, weil er selbst mit den Schönen nie keinen solchen Umgang hat­te, und diese ernsthafte Lukretia noch überdieß, gegen ihn, von viel zu gu­tem Hause war. Sie giengen aber hierin folgendergestalt zu Werke. Ei­ner von ihnen, der die Handschrift des Herrn S ** * (so hieß dieser- zugutmüthige Musen Sohn) am bestem nachzuahmen wußte, schrieb auf Gutheißen der Uebrigen, ein sehr übertriebenes Liebesbriefgen an diese Schöne, unter dem Namen desselben. Als nun der Abend bald herein brach, und der weggegangene Herr S . * * wieder nach Hause gekoH- men, übergaben sie ihm das pitjchirte Schreiben mit dem Ersuchen, er möchte sich gefallen lassen, solches in die Hande der benachbarten Schönen bestens zu überliefern; und ja nicht ohneAntwott^urück kommen, indem sie dieselbe darinn zu ihrem bevorstehenden Abendschmauß eingeladen hat, ten. Dieser gieng auch ganz bereitwillig damit fort: Indessen ihm die an­dern mit vielem Gelächter zum Fenster hinaus nachsahen , wie eilfertig er mit seinem Briese nach dem Hause dieser Schönen zuwanderte. Allein zu ihrer größten Verwunderung, hatten sie schon einige Stunden in die dun­kle Nacht hinein gewartet, und ihr Briefträger war noch nicht wiederge­kommen. Ja endlich nach Mitternacht, waren sie gar genöthiget sich oh­ne ihren Herrn schlafen zu legen. Den andern Morgen, wurde ihnen von ihrer Wärterinn, nebst dem gewöhnlichen Frühstücke, ein ver­siegeltes Schreiben zugestellt, welches, zu ihrer nicht geringen Verwun­derung, folgenden Jnnhalrs war.

Meßieurs!

Ihr, mit so viel akademischer Klugheit angefülltes , und durch lauter Geschicklichkeit muthwilliger Pursche ausqesonnenes Vriefgen ha- be zwar gestern durch Herrn S » ** richtig erhalten: glauben sie aber nicht, daß ich ihr bosbaftiges Vorhaben nicht so gleich sollte gemerkt haben. Doch, so mißfällig-mir der Jnnhalt ihres kindischen Scbrei- ben war, so angenehm war mir hingegen, die bescheidene Aufführung des Ueberbringers. Ja ob ich gleich sonsten mich niemal würde haben entschließen können, eine fremde Mannsperson, auch nur eine Stunde lang, bey mir zu behalten; so war ich doch dißmal dreiste genug , tu ii nem so rechtschaffenen Jüngling , wie ihr verachteter Herr S... ist,

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