Einzelbild herunterladen

2,70 w-fhenblatt-

kann. Diese Frau habe ich gefunden, ich kenne sie seit langer Zeit, ihre Gemüthsart steht mir an, ich hatte großen Lust sie zu heurathen; wasra- thet ihr mir?

Die beyden Freunde sahen sich bey diesen Worten einander an; sie stunden in einer genauen Verbindung mit S-r Johns Neffen , der fein einiger Erbe war, er hatte seinem Oheime verschiedene Dienste geleistet, und Vieser hatte aus Erkenntlichkeit ihm versprochen, daß er niemanden als ihm sein Vermögen zuwenden wollte, auch war er bedacht, ihm eine beträcht­liche Versorgung zu verschaffen, wozu dieses Versprechen beförderlich seyn sollte, sie blieben einige Zeit ohne zu antworten , und endlich fragten sie nach dem Namen des Frauenzimmers, auf welches Sir John die Augen geworfen hatte. Sie waren sehrverwundert, als sie LucyFigtons nennen hörten. Sie kannten selbige, ihr Eintritt in die große Welt war vor sechs Jahren durch die Lüderlichkeit geschehen , die ihr ein ziemlich bequemlichcs Leben verschaffet hatte. Sir Richard nahm zuerst das Wort: ihr fraget mich um meinen Rath, sagte er, ich bin verpflichtet, euch denselben frey- müthig zu geben; dieses Vorhaben kömmt mir bey euer» Alter und bey euern Umstanden ganz außerordentlich vor: ja ich würde mich für strafbar halten, wenn ich euch hunderterley Ursachen verschwiege, welche die Freundschaft euch schuldig ist, und ihr ohne Kränkung euerer Ehre nicht verwerfen könnet; eure Wahl - - halten Sie einen Augenblick ein,,Sir Richard, unterbrach ihn Sir Anton, erlauben Sie mir vor allen Dingen, daß ich an unfern Freundj eine Frage thue. - - Saget mir die Wahrheit, Sir John, eröffnet uns die ganze Sache; seyd ihr nicht schon verheurathet? Sir John stand einen Augenblick an: und darauf gestund er, daß die Trauung Tages vorher geschehen wäre. Gut, versetzte Sir Anton, es ist also keines RachgebenS mehr nöthig, erlaubet uns, der Mylady unsern Glückswunsch abzustatten, und nehmet die Mühe, ihr euere Freunde vorzustellen. Sir John führte sie zu seiner neuen Gemahlinn ; sie speisetcn bcysammcn, und brachten den Tag in größter Fröhlichkeit zu. Auf dem Rückwege nach London danket« Sir Richard seinem Freunde, daß er ihn so gelegen unterbrochen hatte; denn, setzte er hinzu, ich war im Begriffe; von der Lucy Figtons eine Schilderung zu machen; die Sir John mir nimmermehr verziehen hatte; aber ich begreife nicht, wie es euch hat einsallcn können, ihm diese Frage zu thnn; wer konnte sich einbilden, da er uns so ernsthaft um Rathfrgg- x Ui daß die Sache schon geschehen wäre? fein Charakter, der mir wohl be­kannt