Wochenblatt.
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Chineser aufBetrügerey, und mischten von andern Stauden, Blätter darunter, und zur Verfälschung des Theebou bedienete man sich einer Einweichung von der Japanischen Erde. Man sammlete ihn auch nicht mehr mit so vieler Behutsamkeit und Sorgfalt als darzu nöthig war, ausgenommen für dem Kaiser und die Großen daselbst. Dannenhero man noch gewisse Arten von Thee in Holland das Pfund um ig. Thlr. und noch höher verkauft.
Wenn die Theedlätter noch frisch und noch nicht zugehörig zuberek- ket sind, so haben sie noch die Eigenschaften einiger Gifte an sich, welche die Empfindungen schwachen und Schwindel verursachen, ja es berichten die Chineser selbst, daß bey ihnen auf den Misbrauch des Thee die heftigsten Nervenkrankheiten, Harnfiüffe, und durch diese eine Abzehrung und der Tod entstanden, daher auch daselbst durch Gesetze bestimmt ist, wenn man anfanqen soll, sich des Thees zu bedienen. Die Japaner trinken ihn auch selbst nicht frisch, ja sie vertauschen denselben gegen unsere Salbey, weilen sie einen bessern Geschmack daran finden, als an ihrem Thee.
Ob man sonst schon Wunder von dem guten Würkungen des Thee in Europa erzählet hat, so kam doch dieses aus einer solchen Quelle, nehm- lich aus Holland her, wo man nur feinen Nutzen darunter suchete, wie wir schon oben angesühret haben , Boneekoe ging gar so weit und versicherte, daß wenn man des Tages über bis hundert und zwey hundert Schalen trinke, man sich vor allen möglichen Krankheiten dadurch ver- wahrete, weilen er die Gesundheit in die Fiüßigkeit des Blutes setzte, er laugnete gänzlich, daß die Vielheit des Thees den Magen schwäche, weil er wohl selbst einen Magen hatte wie ein Pferd. Man folgte diesem Rath, trank so viel Thee als man nur konnte, bis Börhave aufrichtig und mit hinlänglichen Gründen zeigte, daß ob zwar diejenige, welche ein siü- ßiges Blut haben, mehr Beweglichkeit in dem Körper, und mehr Fertigkeit in dem Verstände haben, endlich in eine Auszehrung verfallen. Da es auch eine ausgemachte und bekannte Sache ist , daß das warme Wasser alles schlaff machet, und also von dessen unmäßigen Gebrauch nicht nur der Magen und die Verdauung verdorben wird , sondern auch alle übrige Theile des menschlichen Körpers erschlaffet werden, so hat schon der vortrefiiche Gwr'eten versichert, daß von dem vielen Theetrinken, bey Frauenzimmer in Holland die Cacherie oder Bleichsucht sehr gemein sey, besonders


