Wochenblatt.
Mr Gesinnungen für Eltern und Kinder selbst in derjenigen Spizze auf- stellen, die die Rlotzische Bibliothek der schonen Mlssen)chasten/ im XXlten Stück, S- 108. f. davon entworfen hat, und wer! die meisten Auftritte unserer Absicht angemessen, schön , lehrreich und rührend sind, sie dazwischen einschalten.
Die Handlung spreit in einem Dorfe im Preußischen , an einem Sommermorgen, Einer der angesehensten Bauren daselbst, Rode genannt, hat seinen einzigen Sohn, (Fritz heißt ihn sein Vater) unter den Soldaten, der sich so brav gehalten hat, daß er bis zum Rittmeister avan- cirt ist. Dieser bezeigt sich gegen seine Eltern so dankvar , daß er ihnen monatlich sechs Thaler zu ihrem Unterhalt schickt. Der alte Rode ist selbst Soldat gewesen, und diß macht seine edlere Sprache dello wahrscheinlicher. Eines Morgens kann Rode nicht langer schlafen^ er gehet oaher aus seiner Hütte, um, wie gewöhnlich, die ausgehende Sonne zu betrachten. Sie erinnert ihn, wie alles, an seinen Fritz. Er sangt mit folgens der Monologe das Stück selbst an: ,
Rode. (tritt aus der Hütte heraus, dehnt sich und spricht) „ Jd) alter Thor! Ich könnte ja langer schlafen. Es liegt mir noch wie Bley iu den Gliedern. -- Aber was schlafen? Den schönen Morgen kann ich unmöglich verschlafen. Wenn ich die Sonne nicht dabe aufgchen sehen, so ist mir den ganzen Tag nicht wohl. - Sieb, wre-herrlich sie dort heraufkömmt! Wie schön ! Was für liebliche Wolken um sie herum sind, ^rch habe sie so viel tausendmal schon gesehen , und es ist nur immer noch, als wenn es zum ersten mal wäre. - Ach! vielleicht ist auch itzt wem Sohn schon heraus; - im Lager schlaft man nicht lange - vielleicht steht er da, und sieht so frölich, wie ich, die Sonne an, und denkt an mid), feinen Vater, so wie ich an ihn, meinen Sohn, denke. - Omer, redlicher Jun- ge! Wer mir das gesagt hätte, da du noch klein wärest , daß ich so viel Krrude an dir erleben sollte! - „ w
(Hier kommt Rachel, Rodens Frau, dazu, und si^. ^sprechen sich; von was anderm, als von ihrem lieben Sohn? und von der Neuigkeit, mit der man sich trägt, als ob Friede geworden wäre.)
Rachel, (zuRoden, ihrem Mann) - „Schon heraus, Vater, ^ch wußte nicht, wo du wärest. . . x .
Rode. Hier bin ich, und sehe zu, wie die liebe Sonne aufgeht. Sie hat mich eben an unfern Fritzen erinnert. Was er wohl machen muß, Mutter, Rachel-


