Wochenblatt. 141
Ach! rEr hat mir ein so gutcs Zeugniß vor unferm König Mchen; und ich, lieber Himmel! (die Mütze zwischen b'eyden Händen und freudig aufsehend) Ich gebe meinem Sohn vor Dir das Zeugniß : Tr har Dmrfi bar an mir gehandelt. Er hat sich nicht meiner Niedrigkeit und meiner Armuth geschämt. Er hat sichs zur Freude gemacht, seinen grauen Vater zu ehren. E6 sieht in meiner Macht nicht, ihm zu vergelten, aber eS stehc in deiner—
Rachel O les er weiter, Herr Küster! vielleicht -
Rüster, (sucht, wo er geblieben ist, indem er sich mit Roden wieder niederfttzt, und Rachel aufmerksam hinter den Tisch tritt ) „ Mich zu Tafel ziehen,, - Mo blieb ich? - „ Eure Gesundheit zu, und befahl mir,, ja da! - „ und befahl mir, daß ichs Euch nicU den, und Euch feiner Gnade versichern sollte. Ich konnte mich nicht länger halten; denn mein ganzes Herz war bewegt- Ich sprang auf. Ich warf mich dem Rönig zu Füsien. Ihro Mas jestak/ sagte ich/ von allen den GnadensBezeugungen/ die Sie mir noch erwiesen haben,,-
Hier wird zu Anfang des neunten Auftritts das Lesen des Briefs übermal unterbrochen: Denn Gretchen kommt schluchzend herbey, und schreyt ängstlich: „ Ach helft, helft, Vater, die Werber! Gewiß haben sie Micheln beym Leide, sagt Der Küster; und so ist es auch. Rode kann es nicht begreifen: „ Mit Gewalt sagt er. Itzt im Frieden? DaS Ding ist nimmermehr richtig:,, Aber der düster versetzt: Als wenn indeS Königs Landen ein Augenblick Friede wäre; als wenn wir jemals sagen könnten, wir wären der lieben Unfugen sicher! daß Gott erbarme! Rodens Ohr und patriotisches Herz wird durch diese unbedachtsame Rede des KüsterS beleidigt, er nimmt mit vielem Eifer die Parthie seines Königs, und sagt ganz ärgerlich: „ Ha schweig er, Herr Küster! Laß er „ toch unfern Kö ig in Ruhe! Es geht mir immer ans Herz. - Wir „ spannen ja tägi.ch unsere Stiere ans Joch ! und wie meynt er woht, 11 daß es am Ende mit unfern Aeckern werden würde, und mit Den @tir# 11 ren selbst, wenn wirs nicht tbäten? - Ein Mann, wie er, und solche 11 Reden zu führen! „ - Gretchen unterbricht Den Vater. „ So geht 11 doch nur, Vater! So sucht doch nur, daß Ihr Micheln wieder los- i> helfen könnt! - Ihr seyd ja fein Vater so gut, wie meiner, und vor „ Euch wird Der Feldwebel Respcct haben; das weiß ich gewiß. Alle n Menschen haben Respect vor Euch. - Einfältiges Ding, antwortet v-nöh? S r Der


