Giesset "
Wochenblatt.
Fünftes Stück.
Dienstags den 4» Zebrnari 1772.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis.
Fortsetzung der Geschichte der Unglücksfälle und der Befrei nng des Lapitain Harrison.
^Meil in dessen der Capitain keinen Befehl geben wolte, so nahm Vas Schifsvolk seine Maaßregeln für sich, und beschloß nachei- ner kurzen Berathschlaqung den Körper in kleine Stücke zu zerschneiden, und einzupökeln. Den Kopf und die Finger warfen sie mit allgemeiner Einwilligung über Bord. Wovon der Capitain während dieser ganzen Zeit vom 2 5 ten December bis den 17hm Januar gelebt hat, ist unbekannt. Da aber ein völliges Fasten ihn in viel kürzerer Zeit gL wiß hätte töden müssen, so ist zu vermuchen, daß ihn das unreine Wasser und die Tropfen bcym Leben erhalten haben. Am dritten Tage nach dem Tode des Nigers starb Campbel, der die rohe Leber verzehrt hatte, in einer völligen Räferey. Dieß schrieben sie seiner ungedultigen Freßbegierde zu , und weil nun ihr Hunger gestillet war, und sie noch einigen Vorrach hatten, so gehorchten sie etwas mehr der Vernunft, und die Gefahr der Raserey, die jetzt näher als der Hungerstod war, machte einen stärkeren Eindruck auf sie. Sie fürchteten sich also vor den üblen Folgen, wann sie von Campbels Cörper essen würden, und warfen ihn , doch mit einigem Widerstreben, in die See. Am nächsten Tage den ,7ten Januar als sie ihr.Mittagsmahl bereiten und etwas von dem Fleische rö-
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