Ausgabe 
10.11.1750
 
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Giesser Wöchett--Bl!gtl:/ Num. XLV.

7-) das Wetter / »en Wind u. s. w. betreffen. Von seinen 76) Aussprüchen findet , im

<rte aut rat tone, quae [int in artibut ac rationibus reßa ac prava, dijudicat, Cie. de Orat. 3. ft.

71) Die akademische Weltweisen warm wohl blöde Geister/ daß ste in den Wissen­schaften so viele Schwierigkeiten sanden/ daß ste darin nach der Weise des poßier- tichen Socrals keine entscheidende Urlheile fällen und auf ihr Anschen nicht- ankommen lassen wolltm. Cie. de Dru. l. 2. z. ult. Allein bewundert meine höchstMhrende Mitbrüder! Sie sind gerade das Widerspiel von denselben. Nichts ist ihnen zu hoch. Sie übersehen alles/ und in allen und jedenThcilen des Reichs der Gelehrsamkeit gebiethen sie mit völligem Ansehen. Entweder heissen sie etwa- ohne Einschränkung gut/ oder Sie sprechen schlecht (unbedingt)/ Cs ist nicht recht/ Und habens nicht gelesen/ Auch nie gehört. Ist es aber so weit ge­kommen/ daß einer gewisse Schriften/ sie mögen auch handeln/wovon sie wollen/ mit flüchtigen Augen oder nur hie und da angesehen hat; so hanget deren Schick­sal von seinen richterlichen Aussprüchen gänzlich ab: Pr» topm hütru habent fua f«. ta hbelli. Ter. Maur,

71) -Obschon die Leute ihr Vermögen geheim halten / und ihr zukünftiger Zustand ungewiß ist; so weiser doch tenes/ ohne ein Verzeichniß davon zu haben/ genau anzugeben/ und diese ohne Wahrsagerkunst so eigentlich zu beltimmm/ als was sonst bei) andern vorgehet.

73) Wenn es auch sonst wahr ist/ was man zu sagen pfleget/ es müsse einer selbst ein Regent/ ein General/ ein Gelehrter u.s. w. ftyn/ um von einem solchen richtigzu prtheilen-, so trift es doch keineswegs bey einem eigenmächtigen Diktator ein. Er braucht nicht einmal von ihren Beschäftigungen einen Begriff zu haben / und zei­get nichts destoweniger haarklein / wie ein jeder besonders beschaffen ist / und über­haupt ftvn muß. Der geringste Schritt / den ein grosser Herr/ oder ein Heerfüh­rer thut/ setzet ihn in den Stand/ dessemi^i'ärke und Schwache deutlich vor Au­gen zu stellen. Ein Wort/ ein einzig Wort/ das einer von den Gelehrten/ z. E. im Lateinischen/ unrecht ausspricht/ oder schreibet/ ist vor ihn schon hinreichend/ demselben nicht nur alle Geschicklichkeit/ sondern auch andere Eigenschaften des Ge- müths völlig abzusprechen/ CTrnwie ab uno difcens tmnia. k'trg.

74) Der Geschmack so wohl im Essen und Trinken/ als in Moden ist verschieden/ nnd es heißt/ de gujlu nw eft dtfputandum. Was aber ungewiß ist/ das bestimmt er unwidersprechlich / und es muß nach seinem Geschmacke allein etwas entweder überhaupt gut oder schlecht ftvn/ nachdem als er es nur will.

75) Er verkündiget lange als sicher vorher/ was für Wetter und Wind geben wird/ v v und