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(TB.) Großes Hauptquartier, 21. Dezember. (Amtlich.) 5
Westlicher Kriegsschauplatz.
Westlich von Hulluch nahm eine deutsche Abteilung eine e Sappe und wehrte einen nächtlichen Gegen⸗ angriff ab.
Auf vielen Stellen der Front lebhafte Artilleriekämpfe. Keine Ereignisse von Bedeutung.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
In der Nacht vom 19. zum 20. Dezember hatte eine vor⸗ geschobene russische Abteilung das nahe vor unserer Front liegende Gehöft Dekschi(südöstlich von Widsy) besetzt; sie wurde gestern wieder vertrieben. Südlich des W hgonows⸗ koje ⸗Sees und bei Kosziuchnowka, nordwestlich von Czartorysk, wurden feindliche Erkundigungsabteilungen ab⸗
gewiesen. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unveründert.
Oberste Heeresleitung. 7 E**
Wie nach der im Anschluß an die Rede des Reichs⸗ kanzlers vorausgegangenen gemeinsamen Erklärung der bürgerlichen Fraktionen nicht anders zu erwarten war, hat der Reichstag gestern den neuen Kriegskredit von zehn Milliarden Mark mit erdrückender Mehrheit bewilligt. Es war eine Selbstverständlichkeit, über die nicht viel Worte zu machen ist. Wenn wir sehen, wie die Welt unserer Feinde in ihrer Verblendung noch immer an die Niederringung Deutschlands, an die Zerstörung seiner Einrichtungen glaubt, gibt es nur einen Weg: so lange weiter zu kämpfen, bis den Gegnern jede Hoffnung schwindet. Es mußte dabei aus⸗ gesprochen werden, daß der Friede, für den wir so viel Blut und Gut aufwenden müssen, auch ein starker und sieg⸗ reicher Friede sein muß, der uns die Gewähr zu bieten hat, daß das Feuer von Haß und Neid gegen das Deutschtum nicht noch einmal das Weltgebäude in Flammen setzen wird. Nachdem die Fraktionen der bürgerlichen Parteien sich ausgesprochen hatten, wartete man mit einiger Span⸗ nung, wie die Sozialdemokratie bei der Abstim⸗ mung über die finanziellen Bedürfnisse sich verhalten würde. Es war mit Bestimmtheit verlautet und nach
der bekannten Rede Scheidemanns auch anzunehmen, daß e
die sozialdemokratische Fraktion in ihrer großen Mehr⸗ heit die Kriegskredite bewilligen würde. Diese Erwartung ist denn gestern auch erfüllt worden und zwar unter Verhält⸗ nissen, die wir als erfreulich bezeichnen können. Was der Ab⸗ geordnete Ebert in einer ausführlichen, unzweideutig klaren Rede dabei zum Ausdruck brachte, ist im Grunde nichts als eine nachträgliche Zustimmung zu der Erklärung, die Herr Spahn im Namen der übrigen Fraktionen Neresen hatte. Nur in der Verwerfung von Eroberungsplänen und Gebiets⸗ erwerbungen unterscheidet sich die Stellungnahme der so⸗ zialdemokratischen Vertreter von derjenigen der anderen Vertreter des Volks.„Wir erheben Einspruch gegen Erobe— rungspläne, die darauf hinausgehen, andere Völker zu ver⸗ gewaltigen“, so lautet die betr. Stelle in den Ausführungen Eberts. Daß damit die Forderung verknüpft sei, al les be⸗ setzte feindliche Gebiet wieder zurückzugeben, darf man wohl schwerlich folgern. Es liegt eine Freude und Genugtuung auch der Mehrheit der Sozialdemokratie in den Worten ihres Sprechers, das deutsche Volk und seine Verbündeten hätten„unvergleichlich Großes voll br acht“. Auch dem Standpunkte des Reichskanzlers(der auch der Standpunkt aller verständigen Deutschen ist) hat der Abg. Ebert volles Verständnis entgegengebracht, indem er darauf hinwies, daß Herr v. Bethmann Hollweg mit Recht die Verantwortung abgelehnt habe für die Fortsetzung des ent⸗ setzlichen Kriegselends. Die Mehrheit der Sozialdemokratie bekennt mit Ebert die Enttäuschung über das Ver⸗ halten des gegnerischen Auslandes, in dem alle maßgeben⸗ den und wirklich einflußreichen Faktoren noch immer an die mögliche Zerschmetterung des Zentralbundes glauben. Aus dieser Erkenntnis der Lage haben nur 20 sozialdemo⸗ lratische Abgeordnete, die ihre Grundsätze für wichtiger halten als die Macht der Tatsachen und das Gebot der Stunde, nicht die erforderlichen Folgerungen ziehen wol⸗ len. Was ihr Wortführer Geher dabei geltend machte, läuft darauf hinaus, daß wir trotz allem dem gegnerischen Aus⸗ lande zu einem Bittgang entgegenrücken sollten, sozusagen barfüßig, da wir auf alle ernstlichen Bedingungen eines dauernden künftigen Friedens von vornherein durch feier⸗ liche Erklärung verzichten sollten. Damit suchen diese Herren ihr friedliches Gemüt zuberuhigen. Was sie aber politisch erreichen, was die Folge sein würde, wenn der ganze Reichstag dieses törichte Verhalten sich zu eigen machen würde, das bedenken die Eigenbrödler nicht bis zum Ende. Ein Hohngelächter der Feinde draußen wäre die Folge, eine Stärkung all derjenigen kräfte und Bestrebungen, die darauf hinauslaufen, den Krieg bis zur Erschöpfung Euro⸗ pas zu verlängern! Ein Kongreß der„Federation Socialiste de la Seine“, der am 20. Dezember in Paris über die Frie⸗ densfrage beriet, hat, wie wir soeben aus der„Guerre Socialiste“ erfahren, mit großer Mehrheit einen Beschluß gefaßt, wonach die Fortsetzung des Krieges bis zur Nieder⸗ werfung des deutschen Imperialismus nötig sei und Beziehungen erst wieder angeknüpft werden ollten, wenn sich die deutsche Minderheit voll⸗ indig von der Scheidemannschen Mehrheit ge⸗
25 wonach die Herstellung des alten Rechks⸗
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zustandes Elsaß⸗Lothrin gens eine Bedingung für den Frieden sei. Die sozialdemokratische Partei hat allen Anlaß, mit den Brechern der Parteidisziplin ein ernstes Wort zu sprechen. Ob eine Spaltung sich aus den Meinungsver⸗ schiedenheiten innerhalb der Sozialdemokratie ergeben wird, steht noch dahin. Wir erhalten über eine vorläufige Ent⸗ scheidung der Fraktion folgende Meldung:
Berlin, 22. Dez. Die sozialdemokratische Frak⸗ tion trat sofort nach der gestrigen Vollsitzung des Reichstages zusammen, um Stellung zu der nunmehr vollzogenen Tatsache des Disziplinbruches zu nehmen. Die Aussprache endete, wie der„Vorwärts“ mitteilt, mit der Annahme folgender Ent⸗ schließungmit 63 gegen 15 Stimmen: Die Fraktion er⸗ blickt in der Sonderaktion einen Disziplinbru ch bedauer⸗ lichster Art. Die Sonderaktion zerstört die Einheit der parla⸗ mentarischen Aktionen in der schwierigsten politischen Lage und ist darum aufs schärfste zu verurteilen. Die Fraktion lehnt die Verantwortung für jede Sonderaktion und für alle sich daraus ergebenden politischen Wirkungen ab. 0
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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien, 21. Dez.(WT. Nichtamtlich.) Amtlich wird
verlautbart: 21. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz.
Gegennder Rafalomka am Styr wurde eine russische
e zersprengt. Sonst stellenweise Geschütz⸗ ämpfe. Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Artilleriekämpfe an der Tiroler Südfront dauern fort.
Zwei italienische Kompagnien, die nachts gegen den Monte San Michele vorzudringen versuchten, wurden aufgerieben.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Verfolgungskämpfe gegen die Montenegriner führ⸗ ten gestern neuerlich zur Erstürmung einer feindlichen Stel⸗ lung nördlich von Berane.
5 Unsere Truppen haben in den letzten zwei Tagen etwa sechshundert Gefangene eingebracht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * 85
Der türkische Sieg an den Dardanellen.
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 20. Dez., 8 Uhr abends.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit:
An der Dardanellenfront begannen unsere Truppen in der Nacht vom 18. zum 19. und am Morgen des 19. Dezember bei Anaforta und Ari Bur nu nach heftiger artilleristischer Vorbereitung mit Angriffsbewegungen gegen die feind⸗ lichen Stellungen. Um diese Bewegung aufzuhalten, unternahm der Feind nachmittags bei Sedd⸗ül⸗Bahr mit allen Kräften einen Angriff, der vollkommen scheiterte. Der Feind mußte einsehen, daß der Erfolg unserer gegen Norden vordringenden Angriffe un⸗ ver neidlich war. Er schiffte in der Nacht vom 19. zum 20. Dezember in aller Gileeinen Teilseiner Trup⸗ pen ein. Nichtsdestoweniger konnte der Feind trotz dichten Nebels die Verfolgung durch unsere Truppen während seiner Rück⸗ zugsbewegung nicht hindern. Die letzten Berichte von heute sagen, daß unsere Truppen Anaforta und Ari Burnu vom Feinde so gründlich gesäubert haben, daß dort auch nicht ein feind⸗ licher Soldat zurückblieb. Unsere Truppen drangen bis zur Küste vor und machten sehr große Beute an Mu⸗ nition, Zelten und Kanonen. Nußerdem schossen wir ein feindliches Wasserflugzeug ab, das ins Meer fiel, und machten den Führer und Beobachter zu Gefangenen. 5
Der feindliche Angriff bei Sedd⸗ül⸗Bahr am 19. De⸗ zember nachmittags nahm folgenden Verlauf: Der Feind unter⸗ hielt eine Zeitlang ein heftiges Feuer aus seinen Landgeschützen aller Art und von seinen Monitoren und Kreuzern aus gegen unfere Stellungen. Dann griff er mit allen Kräften nacheinander unseren rechten Flügel, das Zentrum und den linken Flügel an; aber unsere Truppen brachten seine Angriffe zum scheitern und trieben die Angreifer mit ungeheueren Ver lusten in ihre Stellungen zurück.— An den anderen Fronten keine Verände⸗ rungen.
Konstantinopel, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront bei Kut⸗el⸗ Amara dauern die örtlichen Kämpfe mit Unterbrechungen fort.
An der Kaukasusfront wurde in unserem Zentrum, im Abschnitt von Id, ein von ungefähr einem Regiment unter⸗ nommener feindlicher Angriff gegen unsere durch zwei Kompagnien verteidigte Vorpostenstellung leicht angehalten.
An der Dardanellenfront ist die Zählung des bei Ari Burnu und Anaforta vom Feinde zurückgelassenen Kriegsmaterials und von Militärausrüstungsgegenständen aller Art noch nicht abgeschlossen. Unter der bei Ari Burnu gemachten Beute befinden sich zwei schwere Geschütze und ein Schneider⸗Feldgeschütz, große Mengen von Muni⸗ tion, namentlich Gewehr und Maschinengewehr⸗Munition, eine große Zahl Maultiere, sowie Munitionswagen, Zelte voll Lebens⸗ mittel, Telephon- und Pioniermaterial. Die feindlichen Schiffe beschossen gestern bis zum Abend mit Heftigkeit ihre verschiedenen Lagerstellungen, um die von ihnen preisgegebene Beute zu ver⸗ nichten, was ihnen aber nicht gelang. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr auf dem rechten und linken Flügel nichts von Bedeutung. Das feindliche Zentrum unternimmt hin und wieder Angriffe, die jedesmal zurückgeschlagen werden.
Eine Aeßerung der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung.“ Berlin, 21. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allg. Zeitung“ schreibt: Der glänzende Erfolg der türkischen Truppen an der Dardanellenfront wird in ganz Deutsch⸗ land freudig begrüßt. Dieser letzte Schlag gegen die Feinde auf
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schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz;
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Beck, sämtlich in Gießen.
der neue zehnmilliarden⸗Aredit vom Reichstag bewilligt.
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schluß der ruhmreicher Meerengen. Damit ist der gegnerische Plan endgült bei den Dardanellen der Türkei den Todesstoß zu ver Mißerfolg der englisch⸗französischen Flottenangriffe dem Zusammenbruch der Operationen zu Lande an. Die Abf der Feinde der Türkei sind in ihr Gegenteil verkehrt wor sind darauf ausgegangen, die Türlei zu vernichten. Ergebnis aber ist eine neue Stärkung der Türkei. Au mütigen Kämpfen um seine Unabhängigkeit wird Volk ungeahnte Kräfte ziehen. Das Bewußtsein, auc lichsten Gegners sich erwehrt zu haben, wird ihm d geben, auf der nun beschrittenen Bahn zu größerer öherem Gedeihen emporsteigen zu können. S
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fortgeführt wird. Das Unheil, das dem türkisch Feinden zugedacht worden war, wird ihm zun
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folg zu Erfolg schreiten. Wir beglückwünschen ihn von Herzen dem abermals bewiesenen Heldenmut seiner tapferen Krieger.
gescheitert,
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rieg eine sichere moralische und materielle G ge gewonnen, auf der der begonnene Aufbau des erneuerten ot ischen Reiches
Volke von seinen 1 0 Mit freu; digem Stolze sehen wir Deutschen unseren Bundesgenossen von Er⸗ zu
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