3 beft We
5 9 nötigen Stoffen.
verminderung festgestellt wird, wird die Nahrungsmenge erhöht.
bei seinen Leuten bleiben zu
zußgebiete Butterbedarfsgebieten zu schaffen. Die Ver⸗ mittlungsstelle erhält das Recht, von Molkereien, die 1914 mindestens 500 000 Liter Milch oder eine entsprechende
Menge Rahm verarbeiteten, bis zu 15 Prozent ihrer monat⸗
lichen Butterherstellung abzurufen und diese Butter den Be⸗ darfsgebieten zuzuweisen. Die Vermittlungsstelle, als die zu⸗ nächst die Zentral⸗Einkaufsgesellschaft m. b. H. in Berlin in Aussicht genommen ist, soll in erster Linie solche Butter⸗ mengen in Anspruch nehmen, über die noch keine Lieferungs⸗ verträge abgeschlossen sind. Reichen diese Mengen nicht aus, so sind die durch Verträge verschlossenen Mengen entsprechend zu kürzen. Die Vermittlungsstelle gibt Butter nur an Ge⸗ meinden oder vom Reichskanzler bestimmte Stellen ab. Die Verordnung enthält ferner Vorschriften über die Ausgabe von Butter⸗ oder Fettkarten. Danach sind die Ge— meinden berechtigt und auf höhere Anordnung verpflichtet, Butter⸗ oder Fettkarten einzuführen und zu bestimmen, daß billigere Butter und Fette der minderbemittelten Bevölke⸗ rung vorbehalten bleiben.
Die Verordnung tritt am 1. Januar 1916 in Kraft.
* 1
Berlin, 8. Dez.(WTB Nichtamtlich.) Gutem Ver⸗ nehmen nach ist dem Reichstag ein zweiter Nachtrag zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1915 zu⸗ bangen, der eine Kreditforderung von 10 Mil⸗ iarden Mark enthält.
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Aus Stadt und Cand. Gießen, 9. Dezember 1915.
Das Gefangenenlager in Gießen.
Wenn die„Gazette de Lausanne“, ein gewiß nicht deutsch⸗ freundliches Blatt, einen Artikel voll des höchsten Lobes über ein deutsches Gefangenenlager veröffentlicht, dann trägt das 1 zur Beseitigung der Lügen über die an⸗ geblich schlechte Behandlung der Kriegsgefangenen in Deutsch⸗ land bei; das erwähnte südschweizerische Blatt ist nämlich sehr stark in Frankreich verbreitet. Es schreibt in seiner Nummer 331 vom 1. Dezember:.
„Wir wußten, daß eine Lausanner Dame kürzlich ein Ge⸗ fangenenlager in Gießen besucht hatte, und wir fragten sie, was sie gesehen habe. Nachstehend ihr Bericht:
Das Lager umfaßt etwa 11 500 Gefangene, meist Franzosen;
ich darin auch Russen, einige Engländer und etwa ter. Es besteht aus Schlafräumen, Küchen, Wasch⸗ anstalten, Desinfektionsräumen und Lesesälen. Die Baracken sind aus Holz mit doppelten Wänden und doppeltem Fußboden; unter dem inneren Fußboden zirkuliert die Luft. Zwischen den einzelnen Baracken ist ein schmaler Zwischenraum, und nach den Wegen zu befinden sich Gärten mit Blumen und Gemüsen. Eine Kanalisation erstreckt sich durch das ganze Lager.
Jeder Schlafraum faßt 150 Mann und wird mit 10 Oefen 0 Die Strohsäcke sind mit Seegras gefüllt, dessen salzige Ausdünstungen das Ungeziefer länger fernhalten. Wöchentlich findet eine 7 0 Reinigung und monatlich eine vollständige Des⸗ infektion mit Kreosol statt.
Am Kopfende eines jeden Bettes befinden sich in einer Kiste eine Schüssel und ein Teller aus emailliertem Metall, Wäsche, sowie Löffel und Gabel, Messer sind nicht gestattet.(Gewiß find Messer
gestattet. Redaktion des Gieß. Anz.) Das Ganze macht den Ein⸗
druck verständiger Ordnung und Sauberkeit, ja der Heiterkeit, dank
der Blumenkasten auf den Fen ken.
Bei ihrer Ankunft im Lager(wenige Tage vor meinem Besuch waren 1200 Mann, die bei Tahure gefangen wurden, an⸗ gekommen). müssen die Gefangenen sich einer Desinfektion unter⸗ ziehen. Die Desinfektionsräume bestehen aus drei Sälen. In den ersten Saal werden die Leute in Massen hineingeführt, sie ent⸗ Heiden sich dort völlig und hängen ihre Sachen an ein Gitter, das in eine Art von Ofen hineingeschoben wird. Die hohe Tempe⸗ ratur und Dämpfe zerstören alle Keime. In einem zweiten Saal werden die Gefangenen geschoren, rasiert, warm gebadet und ab⸗
serieben. Das iert zwei bis drei Stunden. Die Gefangenen ommen dann in einen dritten Saal, wo sie ihre Sachen wieder⸗ linden; dann gehen sie in die Schlafräume. Diese Einrichtung ge⸗ 28 täglich 800 Mann gründlich zu desinfizieren und zu
einigen.
Die Militär verwaltung besitzt außerdem Fahrzeuge, die in Bedarfsfällen als Desinfektions kam! oder als Wagen zum Verwundetentransport dienen können. Man verwendet sie an der Front, wenn eine ansteckende Krankheit unter den Gefangenen zu befürchten steht. 8 a 1
„Die Nahrung wird in gewaltigen Kesseln von 500 Liter Inhalt zubereitet. Mann bekommt einen Liter Suppe. Die Kost ist offenbar nicht sehr abwechslungsreich, aber die Suppe ist nahrhaft und besteht nach wissenschaftlichen Grundsätzen aus den zur Er⸗ Menge und Güte des Brotes (300 Gramm, während die Zivilbevölkerung nur Anspruch auf 250 Gramm hat) bilden den Gegenstand der Klage bei allen Fran⸗ zosen. Sie sehnen sich nach ihrem Weißbrot, aber das verabreichte 1015 ist dasselbe wie für die Zivilbevölkerung und ich habe es nicht
Die Gefangenen best in Abteilungen alle Arbeiten des Lagers Zum Küchendienst werden nur solche Leute zugelassen, die nach einer peinlichen ärztlichen Untersuchung als vollkommen gesund befunden werden. Der Leiter des Lagers läßt monatlich zehn Mann von jeder Stube wiegen. Wenn dabei eine Gewichts⸗
Eine gewisse Anzahl Gefangene darf auf ihren Wunsch und nach den Erfordernissen der Landwirtschaft außerhalb des Lagers
arbeiten, entweder einer oder zwei bei einem Bauer oder in Gruppen von 15— 20 auf den größeren Gütern. Die bei einem Bauer Arbeitenden werden nur von diesem überwacht, wofür er verantwortlich ist. Sie arbeiten, essen und wohnen bei ihm und teilen mit einem Wort sein Familienleben; sie erhalten einen kleinen Lohn. Die in Gruppen Arbeitenden werden von einem oder zwei Soldaten begleitet, ihre Kost wird ihnen durch fahrbare Küchen gebracht und abends kehren sie ins Lager zurück. Zwischen den Bauern und den Gefangenen entstehen recht herzliche Beziehungen.
Ich sah einen Wagen vorbeifahren, auf dem ein Gefangener thronte, den der Bauer gutmütig zog.
In den Waschräumen stehen nebeneinander zwanzig Becken aus Ziegeln und Zement, sowie acht große Kessel. Die Gefangenen sind zu gewissen körperlichen Uebungen, die sie gesund erhalten sollen verpflichtet, zu militärischen und turne⸗ rischen Uebungen! auch dürfen sie Spiele treiben. Bei schlechtem Wetter sind die Uebungen fakultativ. Fast alle Gefangenen rau⸗ chen, um sich zu zerstreuen; der Tabak ist nicht teuer: 100 Gramm kosten 35 Pfennig. Am beliebtesten jedoch sind musikalische und literarische Unterhaltungen. Die Gefangenen haben es da bracht, sich Instrumente anzufertigen, auf denen sie allein oder als Orchester mit großer Fertigkeit oder doch mit einem beachtens⸗ derten Gefühl spielen. Ich habe einer Vorstellung beigewohnt, deren Ausstattung ein Franzose besorgt hatte. Ein Belgier spielte dabei das Ave Ma auf einer selbstverfertigten
zu ge⸗
ria von Geige. Der Künstler legte so viel Seele in sein Spiel, daß mehreren Zuhörern die Tränen in den Augen standen, Das 1 hatte eine sehr primitive Form, es war eine Art Kasten, der an einem Ende etwas breiter war; der n aus einem Knochen gefeilt.
Das Orchester des Gießener Lagers zählt 17 ähnliche Geigen, Mandolinen, Gitarren, Flöten usw. Gesang und Deklamation sind ebenfalls sehr beliebt.
Eine besondere Baracke dient als Lesesaal. Die Bibliothek umfaßt französische und englische Bücher und illustrierte deutsche Zeitschriften. Jeder Gefangene darf wöchentlich eine Karte und monatlich zwei Briefe schreiben.
Das tt ist in gutem Zustand. Die Leitung hat ein deutscher Arzt, dem ein französischer Arzt zur Seite steht. Dieser wurde vor mehr als einem Jahre gefangen genommen; er bat,
dürfen, und er pflegt seine Lands⸗
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leute mit väterlicher Hingabe. Mehrere seiner Leute sind so krank— sie trugen die ankheitskeime schon in sich, als sie ins Feld rückten— daß sie nicht mehr transportfähig find. An ihre Familien schreiben sie, sie seien erkältet. Der französische Arzt sagte mir übrigens, daß die Lagerverwaltung mit der größten Sorgfalt über den Gesundheitszustand der Leute wache.
Die Besucherin des Gießener Lagers sagte uns, ihre Er⸗ innerungen zusammenfassend: Ohne Zweifel ist die Disziplin sehr streng. Man versteht das, denn anders gäbe es kein Mittel, mit 10000 Menschen zurechtzukommen. Die Gefangenen sind gewiß zu bedauern, und das umso mehr, je länger der Krieg sich hinzieht. Aber mit Rücksicht auf den Krieg, die ungeheuere Zahl der Ge⸗ fangenen, die Hilfsmittel Deutschlands weiß ich nicht, was man mehr für sie tun könnte. Die Sendungen von ihren Familien helsen übrigens dem Mangel an Abwechslung in der Kost ab, und da sie alles brüderlich teilen, haben die, die von Hause nichts be⸗ kommen, ebensoviel wie die begünstigteren.“
*
Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herzog hat am 8. Dezember ds. Is. den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Alsfeld Amtsgerichtsrat Dr. Gustav Heyer, zurzeit im Felde, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II, mit Wirkung vom 1. Januar 1916, ernannt.— Der G roßherzog hat am 8. Dezember ds. Js. den Oberamtsrichter bei dem Amts- gericht Reichelsheim Dr. Karl Werner, zurzeit im Felde, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II, unter Erteilung des Charakters als Amtsgerichtsrat, ernannt.
* Der Wiederaufbau Ostpreußens mit seinem vielgestaltigen wirtschaftlichen, bevölkerungspoliti⸗ schen und architektonischen Forderungen ist vom ganzen deutschen Volke als eine Kulturaufgabe allerersten Ranges aufgefaßt und unter dem außerordentlich tatkräftigen und verständnisvollen Schutz und der nachdrücklichsten Anteil⸗ nahme der Regierung bereits seit längerer Zeit in feste und wohlerwogene Bahnen gelenkt worden. Die Samm⸗ lungen an Geld, Naturalien, Vieh und Geflügel, die Ueber⸗ nahme der Patenschaft über die wieder aufzubauenden Orte durch deutsche Städte, die weitverzweigte und ausgezeichnet fundierte Ostpreußenhilfe— das und vieles andere zeigt, wie tief der Gedanke, den Volksgenossen im Osten zu helfen und gleichzeitig Kulturwerke zu schaffen, im deutschen Volke Wurzel geschlagen hat. Auch die Stadt Gießen sowie manche Orte in ihrer Umgebung haben bereits wiederholt auf diese und jene Art ihre tätige Anteilnahme an der Hilfe für die verwüsteten Landstriche erkennen lassen. Mitt⸗ lerweile hat man in Gießen auch in Kreisen des Kunst⸗ gewerbes seine Aufmerksamkeit dem dankbaren Gebiet der Mitwirkung an der künstlerischen Lösung der Ostpreußenfrage zugewandt. Wir hatten in den letzten Tagen Gelegenheit, höchst erfreuliche Ansätze davon zu sehen. In den Ausstellungsräumen des Kunst⸗ gewerbehauses Bach, Ecke Plockstraße und Seltersweg, hat Architekt Hans Burg⸗Gießen zwei Zimmer ausgestellt, wie sie den für den umfangreichen Bedarf und gleichzeitig für seine einwandfreie ästhetische Darstellung maßgebenden Grundsätzen restlos zu entsprechen scheinen. Es handelt sich um die Einrichtung eines kleinbürgerlichen oder Arbeiter⸗ Anwesens, bestehend aus Schlafgemach und Wohnküche. Die beiden Räume, in denen das einfachste Material und keinerlei komplizierte Formen vorherrschen, machen den Eindruck einer überaus soliden und bodenständigen Wohnlichkeit, die ihre echten Wirkungen aus feinem, der Umgebung angepaßtem Formensinn und aus der Güte der geleisteten Handwerks- arbeit holen soll, in bestem Sinne also beispielsweise den Forderungen des Deutschen Werkbundes entspricht. Für den Preis von 500 Mark hat der Architekt folgende Einrichtungs- gegenstände zusammengestellt: Geräumige Anrichte, Bank mit Truhe, Küchenstühle, Wandbort, Kleiderschrank, zwei Betten, zwei Nachtschränke, Waschtisch, Spiegel, Zimmer⸗ stühle und kleinerer Zubehör. Als Material wurde grün⸗
grau gebeiztes Kiefernholz, das die Maserung zur Gel⸗
tung kommen läßt, den mit großlinigen tem Leinen erzielt.
verwandt. Schmuckwirkungen wer⸗
Eckenkerbungen und buntgesäum⸗ Das Ganze macht einen überaus behaglichen, künstlerisch-gediegenen Eindruck. f Die Wege, die hier eingeschlagen werden, sind nicht nur vom Standpunkte einer feinsinnigen Volkskunstpflege im Rahmen der Pflichten gegenüber der verwüsteten Provinz 85 begrüßen, sondern es wird mit ihnen auch einem andern
edürfnis Rechnung getragen, nämlich dem Durchhal⸗ ten des oberhessischen Handwerks, für das man auf diese Art wertvolle Beschäftigung erhofft. Wenn es— und daran ist wohl nicht zu zweifeln— gelingen wird, das Interesse der Oeffentlichkeit für die Aufgabe zu wecken, so dürften einer großen Reihe selbständiger Handwerks⸗ meister, die in den„Oberhessischen Werkstätten⸗Gießen“ zu⸗ sammengeschlossen sind, bedeutsame und lohnende Arbeits⸗ möglichkeiten geschaffen werden.
—Konzertverein. Das morgen abend 7½ Uhr in der Stadtkirche stattfindende Chorkonzert vereinigt eine stattliche Anzahl von Mitwirkenden. Die Zahl der Sänger be⸗ trägt an die Hundert, denen sich eine Kinderschar von etwa 60 Knaben und Mädchen zugesellt. Den orchestralen Teil haben in dankenswerter Weise Mitglieder der Kapelle des Ersatz⸗Bat. von unserem Inf.⸗Regt.„Kaiser Wilhelm“ übernommen, während die Orgelpartie wie immer in den bewährten Händen von Otto Görlach liegt. In beiden Werken, Beethovens C⸗Dur⸗ Messe und Herzogenbergs Weihnachts⸗Orato⸗ rium„Die Geburt Christi“, ist das Soloquartett mit- sehr erheb⸗ lichen und dankbaren Aufgaben bedacht, indem es bald selbstän⸗ dig, bald mit dem Chor alternierend, oder mit ihm zusammen erklingend eingreift. Das durchgehende Soloquartett, das diese Werke so abwechselungsvoll gestaltet, erfordert vorzüglich zu⸗ sammengesungene, im Zusammenklang ausgeglichene und abge⸗ tönte Sänger. Die Konzertleitung hat für diese Aufgabe das „Stuttgarter Oratorienquartett“ gewonnen. Seine Mitglieder: Kammersängerinnen Frau Emma Tester und Frl. Marta Diestel, die Herren Herm. Ackermann und Lu dw. Feuerlein gelten als erste Kräfte mit glanzvollem Stimmenmaterial, die das Quartettsingen als besondere Kunst ausüben und sich schon reiche Erfolge auf diesem Gebiete ersungen haben. Frau Tester steht hier noch in bester Erinnerung. Sie sang in der letzten Aufführung der Missa solemnis von Beethoven vor zwei Jahren die Sopransolopartie und brachte sie prächtig zur Geltung.
** Hauptprobe. Die heute abend 7½ Uhr in der Stadt⸗ kirche stattfindende gauptprobe zu Beethovens C⸗Dur⸗Messe und Herzogenbergs Weihnachts⸗Oratorium„Die Geburt Christi“ wird 8 ffentlich sein. Das war ursprünglich nicht vorgesehen. Der Wunsch unserer Musikfreunde nach einer Gelegenheit zu wieder⸗ holtem Anhören solch bedeutender Werke, die in absehbarer Zeit kaum wieder aufgeführt werden können, war für die Aenderung maßgebend. Eintrittskarten sind bei Ernst Challier oder im B von Hubert Heinz, gegenüber der Stadtkirche zu n. a
Lic. Dr. Paul Rohrbach, der am 13. Dezember auf Veranlassung der Fortschrittlichen Volkspartei, hier, im Saale des Gesellschaftsvereins(Klubsaal), Sonnenstraße, abends 87/ Uhr, über das Thema„Die Brücke zum Orient“ spricht, ist einer der bekanntesten Auslandspolitiker⸗- und Schriftsteller Deutschlands. Seine Schriften:„Deutschland unter den Weltvölkern“,„Der deutsche Gedanke in der Welt“,„Bismarck und wir“,„Rußland und wir“ usw. dürften kaum in der Bibliothek eines Gebildeten fehlen. Seine große Befähigung auf dem Gebiete der Kolonial⸗
. 8 ö
politik wurde von der 3 anerkannt durch seine Er⸗ nennung zum Reichskommissar für Süd⸗West⸗Afrika. N ist Dr. Rohrbech in leitender Stellung in der Zentralstelle für Aus⸗ landsdienst, die der Presseabteilung des Auswärtigen 5 gegliedert ist. In seinem Vortrage über das Thema Die 9 zum Orient“ dürfte der Vortragende die ungeheure Bebeutung ä seres Vorgehens auf dem Balkan beleuchten. Die wirtschaftliche 1 militärisch-taktische Bedeutung einer Verbindung zwischen, uns unseren Verbündeten Bulgarien und der Türkei, wird selbst von unseren Feinden klar erkannt. Die Durchführung dieser Verbin⸗ dung droht die Weltmachtstellung Englands gründlich zu erschüt⸗ tern. In dem Maße, wie diese Gefahr für England wächst, 2 auch die Friedensstimmung in England zunehmen. Das Thema des Vortrages ist demnach äußerst aktuell und wohl geeignet, weiteren Kreisen einen Einblick in die ungeheuren Entscheidungen zu. die durch die jetzige Phase des Weltkriegs vorbereitet werden, un ihre Entschlossenheit, bis zum letzten Augenblick durchzuhalten, aufs höchste zu steigern. Die Eintrittspreise sind angesichts der namhaften Kosten der Veranstaltung mit 1.50 Mk. für reser⸗ vierte und numerierte Plätze der ersten Reihen, 1 Mk. für veser⸗ vierte und numerierte Plätze der weiteren Reihen und mit 50 Pfg. 0 20 115 1 3 e e im Vor⸗ verkauf sind zu en in 1 e nive äts. lung, Seltersweg, und in der Zigarrenhandlung von Richard Buch acker, Neuenbäue.. 5 5
* Der Gießener Hausfrauenverein hält seine Mitgliederversammlung heute, Donnerstag, den 9. Dez., ab, nicht, wie wir irrtümlich bekannt gaben, am 8. Dez. 5
Ihre Silberne Hochzeit seiern morgen die Eheleute Heinrich Launspach und seine Frau, geb. Gehringer, Johannes
straße Nr. 3. Landkreis Gießen.
Ettingshausen, 9. Dez. Philipp Kühn, Sohn des Georg Heinrich Kühn von hier, der seit Kriegsausbruch in den Vogesen steht, wurde im Sommer zum Unteroffizier beför⸗ dert und erhielt vor kurzer Zeit das Eiserne Kreuz. Ein jüngerer Bruder Karl diente beim Infanterie-Regiment 168 und starb an Kopsschuß im Lazarett in Frankreich den Ehrentod für das Vaterland. Er war ebenfalls mit dem Eisernen Kreuz aus
gezeichnet worden. 5 Kreis Lauterbach. 5
M. Lauterbach, 8. Dez. Der seit gestern abend vermißt Rentner und Vorsitzende des hiesigen Zweigvereins des Vogelsberger Höhenklubs, Wilhelm Becker, wurde nach längerem Suchen heute nachmittag aus der Lauter zwischen Angersbach und Lauterbach geländet. Ob ein Unfall vorliegt oder ob Becker, der in letzter 1958 sehr leidend gewesen, freiwillig aus dem Leben geschieden ist, onnte nicht festgestellt werden. Der einzige noch lebende Sohn befindet sich gerade seit einigen Tagen aus dem Felde hier in
Urlaub. Kreis Schotten.
AF Sichenhausen, 8. Dez. Die Hessische Tapferkeits medaille erhielt der Musketier Fischer im Infanterie-Regi⸗ ment 168.
A Rudingshain, 8. Dez. Fürs Vaterland starb der Großh. Forstwart Frank, Gefreiter im Res.-Inf.-Rgt. 118.
A Breungeshain, 8. Dez. Fürs Vaterland starb den Heldentod der Musketier Strauch im Reserve-Inf.⸗Rgt. 228.
Kreis Friedberg.
Bad⸗ Nauheim, 9. Dez. In dem oberen Stockwerk eines Manufakturwarengeschäfts platzte ein Wasserrohr. Das ausströmende Wasser durchdrang alle Stockwerke und richtete unter den Warenvorräten, besonders an den Wollwaren, großen Schaden an.*
. Wölsersheim, 8. Dez. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Leutnant d. R. Weber.
Starkenburg und Rheinhessen. Bingen, 8. Dez. Der Rhein ist innerhalb drei
Tagen stark gestiegen. Am Freitag betrug die Pegel⸗
höhe 1.10 Meter, heute früb 3.18 Meter. Vom oberen Laufe des Stromes wird noch ein weiteres Anwachsen des Wassers gemeldet. Es steht Hochwasser in Aussicht.
a Hessen⸗Nassau.
Wm. Kirchhain, 8. Dez. In der Stadt wurde das Gerücht verbreitet, die Maul⸗ und Klauenseuche sei aufs neue bei dem Viehbestande eines hiesigen Landwirtes festgestellt worden. Dieses Gerücht entbehrt jeder Grundlage. Bisher sind alle an- gemeldeten Seuchenfälle abgeheilt, Neuerkrankungen nicht gemeldet und die Sperrmaßregeln werden am 12. Dezember aufgehoben.
ra. Hachenburg, 9. Dez. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Grasen Alexander von Hachen⸗ burg ist zu einem Zwangsvergleiche Verhandlung auf Freitag, den 17. Dezember vor dem hiesigen Amtsgericht anberaumt.
ra. Ufingen, 9. Dez. An Stelle des nach Braubach be⸗ rufenen Bürgermeisters Schurig wählte die Stadtverordneten⸗ versammlung einstimmig Bürgermeister Liß mann aus Neuen⸗
hain i. T zum Bürgermeister der Stadt Usingen. Um den Posten
hatten sich etwa 120 Bewerber bemüht.
ra. Aus Nassau, 9. Dez. Der Nassauische Städte⸗ tag findet Samstag, den 18. Dezember, in Frankfurt statt. 5
ul. Limburg, 9. Dez. Der Nassauische Raiffeisen⸗ verband hielt gestern vormittag hier im Saale der„Alten Post“ seinen diesjährigen Verbandtag ab. Etwa 100 Vertreter der angeschlossenen Vereine waren erschienen. Den Vorsitz führte der Verbandsdirektor Nolden⸗ Frankfurt. Der Direktor der Land⸗ wirtschaftlichen Zentral⸗Darlehnskasse in Berlin, Schwarz, hielt einen Vortrag über den„Einfluß des Krieges auf die genossen⸗ schaftliche Geldwirtschaft““ Den Jahresbericht erstattete Direktor Nolden⸗Frankfurt. Dem Vorstandsmitglied Bürgermeister Muth⸗ Buchenau wurde für 25 jährige treue Mitarbeit eine Ehrenplakette sowie ein Diplom überreicht.
Handel.
— Preispolitik. Nachdem das Kohlensyndikat die an⸗ geregte Preiserhöhung für Koks für die Zeit vom Januar bis Ende März abgelehnt hat und nachdem auch der Siegerländer Eisensteinverein seine Preise für das nächste Vierteljahr unver⸗ ändert läßt, wird auch der Roheisenverband zu den bisherigen Preisen für das 1. Quartal 1916 Roheisen verkaufen.
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