Ausgabe 
(9.12.1915) 290. Erstes Blatt
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erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis- blatt für n kreis Gießen (Dienstag Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche eitfragen Fernsprech- Auschlasse: für die Schristleitung112 Verlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.

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Vonnerstag, 9. Dezember 1015

Bezugsprei monatl. 85 Pf., viertel · jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.20 viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., Aust. 20 Pf. Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H.

Ochrida von den Bulgaren besetzt. Neue Niederlage der Franzosen im Wardartale. Die Kongreßbotschaft Wilsons.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 8. Dezember.

Amtlich.) 5 5 Westlicher Kriegsschauplatz.

Versuche des Feindes, uns den Erfolg östlich von Auberive streitig zu machen, scheiterten. Außer den Ge⸗ 10 sind dort drei Maschinengewehre in unsere Hand gefallen.

Nordöstlich von Souain wurde den Franzosen die Stellung auf der Höhe 193 von einer Ausdehnung von etwa 500 Meter entrissen. Vier Gegenangriffe wurden abgeschla⸗ gen. Ein Offizier, hundertzwanzig Mann sind gefangen ge⸗ nommen, zwei Maschinengepehre erbeutet.

Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Front der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls a v. Hindenburg

wurden vereinzelte Vorstöße schwächerer russischer Abteilun⸗ gen zurückgeschlagen. Balkan⸗Kriegsschauplatz.

Bei Ipek wurden achtzig Geschütze und viel Kriegs⸗ gerät erbeutet. Gestern sind über zweitausend Gefangene ge⸗ macht worden.

Oberste Heeresleitung.

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* Wir haben in den letzten Tagen mehrere Reden maß⸗ gebender Staatsmänner lesen und prüfen können, zu denen cuch der Papst gehört, sofern er sich mit den großen politi⸗ schen Ereignissen, die jetzt Europa bewegen, beschäftigt. Heute liegen vor uns die großen Kundgebungen des un⸗ garischen Ministerpräsidenten und des Präsidenten der Ver⸗ einigten Staaten von Nordamerika. Und sodann haben wir wohl auch noch eine bedeutsame Rede unseres Reichs⸗ kanzlers zu erwarten. Vergleiche und kritische Betrach⸗ tungen drängen sich da ganz von selbst auf. Graf Tis za, der unbeugsame Lenker der Regierung in Ungarn, hat na⸗ turgemäß in erster Linie die Lage auf dem Balkan näher in den Kreis seiner Betrachtungen gezogen. Die große Seelenruhe, mit der er und die Monarchie der Entschei⸗ dungen Griechenlands und Rumäniens harren, hat etwas höchst imponierendes, und man darf sich davon einen star⸗ ken Eindruck auch in Athen und besonders in Bukarest ver⸗ sprechen. Während Tisza von Griechenland keine feindselige Haltung erwartet, im Gegenteil den Tag der vollen Reife des Geschehens abwarten zu wollen erklärt, hat er in Bezug auf Rumänien mit starker Beherztheit verschie dene Möglichkeiten kühl erörtert. Ohne sich eifervoll in die inne⸗ ren Angelegenheiten des Landes einzumischen, hat Tisza doch einige Saiten berührt, die in Rumänien nicht ihren Klang verloren haben können. Er erinnerte an die Politik des Königs Karol, für deren Fortsetzung heute, nach den entscheidenden Schlägen im nahen Osten, eine Menge guter Gründe sprechen.Wir halten, so sagte Tisza mit ruhi⸗ gem Vertrauen auf die Besonnenheit der Leiter des rumä⸗ nischen Staates,an der Auffassung fest, daß Rumäniens natürlicher Platz an unserer Seite und im Bündnisse mit uns ist. Wir richten demgemäß unsere Politik gegenüber Rumänien ein. Liegt in diesen Sätzen eine Anspielung auf die Vorgänge, die vor einigen Tagen ein fvanzösischer Kri⸗

tiker im Auge hatte, als er von einer angeblichen Offen⸗ sive der verbündeten Mittelmächte auf Bessarabien

sprach? Wir wissen es nicht, denn unsere Heer⸗ führer pflegen ihre Unternehmungen nicht vorher an⸗ zukündigen. Soviel ist klar, die rumänische Haltung gleicht heute noch der Sphinx, mit der sie öfter verglichen worden ist. Tisza hat indessen noch demsicheren Bewußtsein Aus⸗ druck gegeben,daß wie Rumäniens Entschluß ausfallen möge, dieser keinen entscheidenden Einfluß auf das Schicksal der Monarchie ausüben wird. Das heißt: wir fürchten an der Seite Deutschlands, Bulgariens und der Türkei nicht das Mindeste.

. Was die Kongreßbotschaft des Präsidenten Wilson enthält, spiegelt wahrlich nicht im mindesten die heutige Weltlage. Ja, wenn England und seine Bundesgenossen gesiegt hätten, wenn Wilsons Glaube an diesen Sieg seine Rechtfertigung gefunden hätte, würde der Kongreß viel⸗ leicht eine andere rednerische Betrachtung zu erwarten gehabt haben! Was der Botschaft des Präsidenten an gro⸗ ßem politischen Gehalt fehlt, das glaubte er durch tempera⸗ mentvolle, in sehr persönlichem Ton vorgetragene An⸗

llagen gegen amerikanische Mitbürger deutscher Abkunft ersetzen zu können. Denn 85 ist dar 75 er die bösen Deutschen im Auge gehabt hat, als

er von fremden Intriguen sprach. Diese heftige Hervorkeh⸗ rung innerer Gegensäße, diese etwas breite und aufdring⸗ liche Moralpredigt, die im Grunde doch Dinge betrifft, die in der Natur der großen weltpolitischen Geschehnisse liegen, die nun einmal nicht ohne Leidenschaftlichkeit erörtert und be⸗ griffen werden können, waren nicht eigentlich staatsmännisch und großzügig. Hat Amerika nicht heute schon Zukunftsauf⸗ gaben ins Auge zu fassen, die wichtiger und weittragen⸗ der sein werden? Und sieht Präsident Wilson nicht ein, daß seine Politik keineswegs vom Geiste wahrer Neutralität geleitet war und darum mit Widerspruch sich abzufinden hatte, der gerade in einem so eigenartig gestuften Volke wie

dem amerikanischen lebhaftere Formen annehmen mußte? Die Dinge sind zu bekannt, als daß man sie wiederholen müßte. Da tut es die Berufung auf die eigene Unfehlbarkeit wahrlich nicht! Die aufgekochte Monroedoktrin, wie sie Wilson in seiner Botschaft gepredigt hat, wird kein hinlänglicher Ersatz für das völlige Fehlen eines großen Ueberblicks über die Weltlage sein und darum nur geringes Aufsehen machen. Der Präsident ließ es an einem wirklich positiven Zukunftsprogramm fehlen. Er fühlt es wohl selbst, daß er nicht der Mann sein wird, bei der Lösung der Friedensfrage späterhin entscheidend mitzuwirken. Wilson fühlt eine all⸗ gemeine Lage heranreifen, die, wenn sie Amerika natürlich auch ein großes Uebergewicht bringen wird, doch allzu wenig den Bahnen entspricht, die die Vereinigten Staaten unter ihrem jetzigen Präsidenten eingeschlagen haben.

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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 8. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 8. Dezember 1915.

Russischer Kriegsschauplatz.

Nordöstlich von Czartorysk vertrieb österreichische Landwehr stärkere russische Erkundungsabteilungen. Sonst nichts Neues. 0

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Geschützklämpfe an der Isonzofront waren gestern heftiger als in den letzten Tagen. Nachmittags schritt der Feind zum Angriff auf den Nordteil der Hochfläche von Doherdo. Gegen den Monte San Michele brach die italienische Infanterie in 2207 Massen vor. Am nördlichen Hange des Berges gelang es ihr, in einen Teil unserer Front einzudringen. Unsere Truppen gewannen durch Gegenangriff in erbittertem Handgemenge ihre Gräben wieder vollständig zurück; im übrigen wurde der feindliche Ansturm durch Feuer unter schweren Verlusten der Italiener zurückgeschla⸗ gen. Auch im Abschnitte von San Martino scheiterten mehrere Vorstöße des Gegners.

Abends wurde Sistiana von mehreren italienischen Torpedofahrzeugen beschossen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Angriffe gegen die montenegrinischen Stellungen nördlich von Berane haben Erfolg. Wir erstürmten an mehreren Punkten die feindlichen Linien. Ipek ist vom Gegner gesäubert. Unsere Truppen erbeuteten 80 Ge⸗ schütze, 160 Munitionswagen, 40 Automobile, 12 fahrbare Feldbacköfen, einige Tausend Gewehre und viel anderes Kriegsgerät. Die Zahl der gestern von der Armee des Generals b. Köveß eingebrachten Gefangenen übersteigt abermals 2000 Maun. Unter ihnen befinden sich 300 Montenegriner. Die Arnauten nehmen überall an den Kämpfen gegen die Reste der serbischen Armee teil.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Ein italienischer kleiner Kreuzer versenkt.

Wien, 8. Dez.(Drahtbericht.) Amtlich wird ver⸗ lautbart: Eines unserer Unter seeboote hat am 5. d. M. um 10 Uhr vormittags vor Valona einen italieni⸗ schenkleinen Kreuzer mit zwei Schloten versenkt.

Flottenkom mando. (In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 8. Dez(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 6. Dezember: Die Verfolgung der Franzosen auf beiden Wardarufern wird unaufhaltsam von unseren Truppen fort⸗ gesetzt. Die von Kischewo gegen Ochrida vorrückende Kolonne er⸗ reichte die Linie Cerna VodaBesocanVelmei(15 Kilometer nördlich des Ochridasees. In Monastir wurden unsere Truppen feierlich mit großem Gepränge empfangen. Die ganze Bevölkerung war ausgerückt, um unsere siegreichen Truppen mit begeisterten Zurufen zu begrüßen. Die Beute in Monastir betrug: zwei Depots mit Gewehren und Kriegsmaterial sowie Handbomben, ein Depot mit Uniformen, Decken, Automobilen, Benzin und vielem anderen Material. In Dibra wurden 1000 Gewehre, 120 Kisten mit Patronen und 22 Kisten mit rauchlosem Pulver erbeutet, sowie 750 Mann gefangen. In Dibra ist auch ein Lager mit österreichisch⸗-ungarischen Kriegsgefangenen an⸗ getroffen worden, die seit zehn Tagen kein Brot erhalten hatten. 80 von diesen waren halbtot. Es wurde sofort angeordnet, daß sie ärztliche Hilfe und Nahrung erhielten.

Sofia, 8. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 7. Dezember. Die Verfolgung der Franzosen beiderseits des Vardar wird von unseren Truppen fort⸗ gesetzt. Wir besetzten die Eisenbahnstation Demirkapu und stehen 12 Kilometer östlich derselben. Unsere Truppen haben das Dorf Grabico(auf der Karte nich auffindbar) von drei Seiten eingeschlossen. Es kam hier zu einem heißen Kampf, der bis Mitternacht dauerte. Eine unserer Kolonnen griff ein feindliches Bataillon bei dem Dorfe Petorz an, südlich der Bahnstation Hudowa, und zersprengte es durch einen Baionettangriff und

nahm dessen Lager vollständig in Besitz Unsere südlich 1 mitza operierenden Truppen sind südlich von e 25 gerückt; sie greifen die Franzosen und Engländer auf der ganze Front an. 114 Engländer sind gefangen genommen, zwei Kanonen, zwei Munitionswagen und ein Maschinengewehr erbeutet worden. Es wird erbittert gekämpft. 15

Unsere von Kitschewo und Monastir gegen Ochrida vorrückenden Kolonnen 0 ind 85 die 9 5 und haben die Stadt Ochrida in Besitz g f

An der serbisch-montenegrinischen Front dauert das Einsammeln der ungeheuren Mengen von Beute bei Dialowa fort. 18 Kanonen, 100 Munitionswagen, 15 Automobile, vier Fuhrwerke mit Kriegsmaterial usw. wur erbeutet.

Montenegrinische Berichte.

Cetinje, 6. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Verspätet einge⸗ troffen. Amtlicher Bericht. Am Morgen des 4. e schoß ein österreichisch-ungarisches Geschwader,

das aus einem Kreuzer und sieben Torpedobootszerstörern be⸗

stand, San Giovanni di Medua; zwei Dampfer, darunter ein italienischer, sanken, ebenso zehn montenegrinische, mit Lebensmitteln beladene Segelschiffe. Ein

französisches Unterseeboot wurde an der Küste nahe

Bojana zerstört und die Besatzung gefangen. 5 8 Cetinje, 8. Dez. WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht.

Am 5. Dezember griff der Feind unsere Vorposten bei Tscherre⸗

risch und in der Richtung Plevlje an. Durch hartnäckigen

Widerstand hielten sich unsere schwachen Abteilungen den ganzen

Tag, um sich sodann auf die Hauptverteidigungsstellung zurück⸗ zuziehen. In Berücksichtigung der Gesamtlage mußten wir den Bezirk von Djako va räumen. An den anderen Fronten keine Veränderung. Am Morgen des 6. Dezember überflogen zwei österreichisch-ungarische Flugzeuge Cetinje und 0 Bomben herab, die nur unbedeutenden Sachschaden aurichteten eine fiel auf den Tennisplatz der englischen Gesandtschaft, eine andere an den Gartenrand der französischen Gesandtschaft und sprengte einige Fensterscheiben. König Nikolaus begab sich sogleich in beide, um die Gesandten Frankreichs und Englands zur besuchen. N Straßenkämpfe in Ipek.

Berlin, 9. Dez. In Ipek spielten sich, wie ver⸗ schiedenen Morgenblättern gemeldet wird, infolge des ser⸗ bischen Widerstandes mit den in mehreren Kolon⸗ nen eindringenden österreichisch-ungarischen Truppen heftige Straßenkämpfe ab.

Bulgarische Siegesfreude.

Sofia, 8. Dez.(WT. Nichtamtlich) Meldung der Agence Bulgare. Die Einnahme von Monastir hat unter der Be⸗ völkerung begeisterten Jubel hervorgerufen. Nach den Freuden⸗ kundgebungen des Vormittags bildete sich nachmittags auf Ver⸗ anlassung der mazedonischen Wohltätigkeitsgesellschaften ein großer Zug, welcher mit einer Musikkapelle an der Spitze sich zum Königspalast und dem Ministerratsgebäude, sowie den Gesandt⸗ schaften der verbündeten Mächte bewegte. Dem König und den Mit⸗ gliedern der Regierung, sowie den Vertretern der verbündeten Mächte wurden stürmische Kundgebungen bereitet. An der Kund⸗

gebung, welche mehr als vier Stunden dauerte, nahmen Tausende

von in Sofia wohnenden Mazedoniern teil. In patriotischen Reder wurde die große Freude der Nation, sowie die feste Zu⸗ versicht, daß sich die von ihr ersehnte Einheit verwirklichen werde,

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ausgedrückt. Ministerpräsident Radoslawow richtete an die 5

Volksmenge eine Ansprache, in welcher er betonte, das Volk sei stolz auf die Erfolge seiner Truppen und auf die Zukunft, welche diese ihm vorbereiten würde. Die Einnahme von Monastir be⸗ deute eine wichtige Etappe in der Aera des Gedeihens, welche für Bulgarien anhebe. Während der Kundgebung ertönten immer wieder Rufe: Es lebe das geeinigte Bulgarien, es leben die Ver⸗ bündeten! 55 ö Besonders eindrucksvoll gestalteten sich die Kundgebungen vor der österreichisch⸗-ungarischen Gesandtschaft. Hier hatten mehrere tausend Personen, fast durchweg Angehörige der besseren Stände, sich mit Fahnen und zwei Musikkapellen ein⸗ gefunden. Mehrere Redner betonten, die Bulgaren hätten den heutigen großen Tag, welcher die endgültige Befreiung Maze⸗ doniens bedeute, hauptsächlich der Mitwirkung der verbündeten Großmächte zu verdanken, wofür sie diesen stets dankbar seien. Begeisterte Hurrarufe auf den Kaiser Franz Joseph und Kaiser Wilhelm, den Sultan und die verbündeten Armeen folgten. In einer Erwiderungsansprache wurden die tapferen bulgarischen Ar⸗

meen, die Vereinigung Großbulgariens und König Ferdinand

gefeiert, was neuerlich endlosen Jubel und Beifall erweckte. Die Kundgebung schloß mit der Volkshymne:Schumi Maritza!

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Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 8. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Mittei⸗ lung des Hauptquartiers von gestern abend: An der Irak⸗ Front verhindern unsere Truppen den Feind durch kräftige An⸗ griffe, sich in seinen befestigten Stellungen bei Kut el Amara vollständig einzurichten. Am 6. Dezember näherten sich unsere Truppen mittelst eines sechs Stunden dauernden hestigen Angriffes erfolgreich der Hauptstellung des Feindes. In diesem Kampfe nahmen wir ein Maschinengewehr und schossen ein feindliches Transportschiff durch unsere Geschütze in Brand. Wir

stellten fest daß der Feind infolge seiner Niederlage bei Selman⸗

pak eine Kriegsgerät vergrub und Geschütze, Gewehre und Munition in den Tigris warf.

An der Dardanellenfront beschoß uns der Feind bei Anaforta unter Mitwirkung seiner Schiffe mit Unter⸗ brechungen aus verschiedenen Richtungen. Unsere Artillerie er⸗ widerte und nahm die Lager, Schützengräben und Transporte mit Bedienungen beim Feinde unter wirksames Feuer. Bei Ar Bur⸗ nu ziemlich heftiger Kampf mit Bombenwerfern und Geschützen. Unsere Artillerie erwiderte kräftig und brachte einen Teil der feind⸗ lichen Batterien zum Schweigen, verjagte einen feind⸗ lichen Kreuzer, welcher sich Ari Burnu zu. nähern ver⸗ suchte, zerstörte feindliche Schützengräben und einen Teil einer

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