Handgranaten schon zurück?“—„Ja, eben ist er angekommen.“— „Das ist sehr gut, er soll sie sofort nach. an das entgegen⸗ gesetzte des Frontabschnittes— bringen. Sagen sie ihm, es sei ein sehr wichtiger Auftrag!“
Also nochmals los in den Feuerzauber, auf einer langen ge⸗ raden Straße, die parallel mit der englischen Front läuft und dauernd mit Schrapnellen und Infanteriegeschossen bestreut wurde. Aur Dorfeingange großer Sperrfeuervorhang. Glücklich hindurch! In einer Straße wurde ich mit offenen Armen erwartet. Hier war der Eingang des Zugangsgrabens, in welchem sich langsam Ersatzmannschaften hineinschoben, während gleichzeitig die Ver⸗ wundeten herausgebracht wurden. Ein ganz junger Leutnant wankte hervor, fragte mich, ob ich ihn mitnehmen könne und warf sich dann lang auf die Erde. Er konnte nicht mehr stehen, er hatte einen Hüftenschuß. Meine Handgranaten waren schnell abgeladen, ebenso schnell hatte ich 12 Verwundete aufgeladen be⸗ kommen, darunter den Leutnant, die so rasch wie möglich nach dem Regimentsverbandsplatz zu bringen waren. Dort nahm man mir nur einen Teil ab, lud mir andere zu, mit denen ich nach dem nächsten Lazarett mußte. Hier wurde, um für die Eingänge dieser verlustreichen Nacht Platz zu schaffen, abermals umgeladen, und mit 24 Transportfähigen ging es abermals weiter nach dem nächsten Reservelazarett, wo noch Raum war. Dann durfte ich heim. Der Morgen leuchtete mir schon durch das offene Dach, als ich nun an 3 1 Umzug ging und von dem unwohnlich gewordenen, mir ans Herz gewachsenen Quartier in der Tach⸗ stube Abschied nahm. Drei Stunden Schlaf wie ein Toter, dann begann der stramme neue Tag. In der Frühe begegnete mir der Divisionsgeneral. Er hielt mich an und lobte mich, ich hätte meine Sache sehr brav gemacht.„Und Eindrücke haben Sie wohl heute nacht genug gesammelt, Herr Künstler, aus denen sie nach dem Kriege dem deutschen Volke Bilder malen können, damit es sieht, wie der griag wirklich gewesen ist?“ fügte er lächelnd hinzu.„Ja, mir war es genug, das sage ich ehrlich, obwohl ich die Nerven keinen Augenblick verloren habe.“
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
agua
Auf Grund der Verordnung des Stell vertretenden General⸗ kommandos des XVIII. Armeekorps vom 31. Juli 1915, betr. Beschlagnahme, Meldepflicht und Ablieferung von fertigen, ge⸗
brauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing And Reinnickel, fordere ich die Besitzer der seit 31. Juli ds. Is,
nachts 12 Uhr beschlagnahmten Gegenstände auf, diese unter Ver⸗ wendung des vorgeschriebenen Vordrucks in der Zeit vom 17. Ok⸗ tober bis 16. November 1915, unbeschadet bereits ander⸗ weitig erfolgter Meldungen, auf dem Stadthause, Zimmer 7 zu melden. Nach dem 16. Novbr. 1915 wird die Enteignung der nicht freiwillig abgelieferten Gegenstände erfolgen. . Die vorgeschriebenen Meldevordrucke sind im Stadthaus, Zimmer 7, sowie in den Brotmarkenausgabestellen zu erhalten. Letztere sind täglich von 8—9 Uhr vormittags geöffnet. Die beschlagnahmten Gegenstände bleiben bis auf weiteres in den Händen der Besitzer. 5 1 Ablieferungen können nicht mehr erfolgen, da die städtische Metallabnahmestelle geschlossen ist.
der Verordnung vom 31. Juli 1915 sowie die Strafbestimmungen bekannt:.
8 2. 1 Von der Verordnung betroffene Gegenstünde. Klasse A. Gegenstände aus Kupfer und Messing: 11 5 505 1 und Wirtschaftsgeräte jeder Art für Küchen und Backstuben, N wie beispielsweise Koch⸗ und Einlegekessel, Marmeladen⸗ und Speiseeiskessel, Töpfe, Fruchtkocher, Pfannen, Back⸗ formen, Lasserollen, Kühler, Schüsseln, Mörser usw.; a Türen an Kachelöfen und Kochmaschinen bezw. erden;
gen, Druckkessel, Warmwasserbereiter(Boiler) in Kochma⸗
Aumeldung der beschlagnag
Nachstehend gebe ich nochmals die einschlägigen Bestimmungen
38. Badewannen, Warmwasserschiffe, behälter, blasen, ⸗schlan⸗⸗
Märkte.
Gießen, 19. Okt. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pid. 2,10—2,20, Hühner eier das Stück 20—22 Pfg., Käse das Stück 7—9 Pfg., Käsematte 1 Stück 3—0 Pfg. Tauben das Paar 1,40—0,00 Mk., Hühner das Stück 2,00—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,50 2,50 Mk., Ochsen⸗ fleisch das Pfund Mk. 1,20—1,24, Kuhfleisch 100—00 Pfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,20— 1,24 Mk., Schweine fleisch das Pfund 1,90—0,00 Mk., Kalbfleisch das Pid. 1,20- 1,24 Mt., Hammelfleisch das Pfund 100—116 Pig. Kartoffeln 1 Ztr. 3,50 bis 2,00 Mark, Milch das Liter 26 Pfg.; Aepfel der Zentner 6 bis 8 Mk., bessere 00—00 Pfg. Spinat 2025 Pfg. das Pfund; Wirsing 10—15 Pig. das Stück, Gelberüben 10—12 Pfennig das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfennig das Stück, Kohlrabi 6—8 Pfennig das Stück, Weißtraut 15—25 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 15 Pfg, bessere 00—00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 7—8 Pfg., römisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 22—00 Mk. Nüsse 100 Stück 4050 Pig. Blumenkohl 20-50 Ufg. Tomaten d. Vid. 25—30 Pfg. Sellerie 6—10 Pfg. d. St. Endivien 10— 12 Pig. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1,10—1,15 Mk., Rindfleisch⸗ Bratenstick das Pfund 1,10—1,15 Mk., Schweinefleisch das Pfund 14,70 Mk., Nierenfett das Pfund 1 Mk.
se. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 18. Okt. Auftrieb: Rinder 2403(Ochsen 323, Bullen 46, Kühe und Järsen 2039), Kälber 294, Schafe 167, Schweine 784.
Marktverlauf: Rinder lebhaft, gute Ware gesucht, nahezu geräumt; Kälber, Schafe und Schweine langsam, bei Schweinen Ueberstand. Preise fur 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht-
Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes, 4—7 Jahre alt„ 7080 135138
Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere
Bullen.
120124
68—72
Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80 bis 3
100 kg Lebendgewicht... 137.00.145.00 170.00 180.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg
Lebenge wicht.. 132.00—136.00 165170. 00 Vollfleischige Schweine von 100 bis
120 kg Lebend gewicht... 137.00.145.00 170.00 180.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis
150 kg Lebendgewicht. 137.00.145.00 170.00 180.00
fe. Frankfurt a. M., 18. Oktt. Frucht ⸗ und Futtermittel⸗ markt. Bei ruhigem Verkehr, geringem Angebot zeigte der Frucht⸗ markt eine allgemein seste Tendenz. Getreide geschäftslos. Futter⸗ mittel knapp und sest. Bezahlt wurde für Kokoskuchen 64 bis 65 Mk., Rapskuchen 50 52 Mk. Alles zu 100 Kg.
je. Frankfurt a. M., 18. Okt. Kartoffelmarkt. Man
124—129 112-120
ausgemästete.))) 70 Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 60—64
ten Gegenffände aus 2
Klasse 8. Gegenstände aus Reinnickel: 5 5. 1. Geschirre und Wirtschaftsgegenstände jeder Art für Küchen und Backstuben, 5. 5 wie beispielsweise Koch⸗ und Einlegekessel, Marmeladen⸗ und Speiseeiskessel, Fruchtkocher, Servierplatten, Pfan⸗ enen, Backformen, Kasserollen, Kühler, Schüsseln usw.; 2. Einsätze für Kocheinrichtungen, wie Kessel, Deckelschalen, Innentöpfe nebst Deckeln an Kipptöpfen, Kartoffel⸗, Fisch⸗ und Fleischeinsätze usw. nebst Reinnickelarmaturen. 5 35 Von der Verordnung betroffene Personen und Betriebe. Von der Verordnung werden betroffen: J. Handlungen, Laden⸗ und Installationsgeschäfte, Fabriken und Privatpersonen, die oben genannte Gegenstände er⸗ zeugen oder verkaufen, oder die solsche Gegenstände, die zum Verkauf bestimmt sind, im Besitz oder in Gewahrsam haben; Haushaltungen; Hauseigentümer; 5 Unternehmungen zur Verpflegung fremder Personen, ins⸗ besondere Gast⸗ und Schankwirtschaften, Pensionate, Haffee⸗ haus-, Konditorei⸗ und Küchenbetriebe, Kantinen, Speise⸗ 1 aller Art, auch solche auf Schiffen, Bahnen u. dergl. öffentliche leinschl. kirchliche und stiftische usw.) und private Heil⸗, Pflege⸗ und Kuranstalten, Kliniken, Hospitäler, Heime, 0 0 Erziehungs⸗ und Strafanstalten, Arbeitshäuser u. dergl. 5 5.
Meldepflicht. 5 5 Die von der Beschlagnahme Betroffenen haben unter Be⸗ nutzung des vorgeschriebenen Meldevordrucks eine Bestands⸗
— 85 f
schinen und Herden, Wasserkasten, eingebaute Kessel aller Art. 5 Neuen
upfer,
Behörden innerhalb der von den letzteren
meldung der beschlagnahmten, durch 8 2 gekennzeichneten Gegen⸗
notierte: Industrie 7,10- 7,40 Mk. für 100 Kg. frachtfrei Frank⸗ furt a. M. Andere Sorten notierten etwas billiger.
sessag und Reinicke
fle
stände an die mit der Durchführung der Verordnung beauftragten
orden inn en lefteren festeulegerden Fit ein⸗ zureichen. Nicht zu melden sind diejenigen Gegenstände, die be⸗ reits nach der Bekanntmachung betr. Bestandsmeldung und Be⸗ schlagnahme für Metall M. 1/4. 15 K. R. A. vom 1. Mai 1915 der Meldepflicht unterlagen. 0 Ausnahmen. 5
Ausgenommen sind mit dem beschlagnahmten Metall über⸗ zogene(3. B. galvanisch) und plattierte Gegenstände aus Eisen oder einem anderen nicht beschlagnahmten Metall.
Bestehen Zweifel, ob gewisse Gegenstände von der Verord⸗ nung betroffen sind, so kann eine Befreiung von der Beschlagnahme
bewilligt werden. Ueber die Befreiung entscheidet die mit der
Durchführung der Verordnung beauftragte Behörde endgültig. 1 Strafbestimmungen. 0 Wer vorsätzlich die Bestandsmeldung auf dem vorgeschriebenen
Vollfleischige, aus gewachsene, höchsten Schlachtw. Vollfleischige, jüngere 5862 105110 Färsen, Kühe.* Vollfleischige ausgem. Farsen höchst. Schlachtw, 64—72 119133 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren 360880 118125 Wenig gut entwickelte Färsen 51-60 102120 Aeltere ausgemästete Kühe 0 94108 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 3946 78—92 Gering genährte 1 65 155 Färsen.. 30—38 68—87 äl ber. Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber. 7680 127133 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber.. 70—75 119127 Geringe Saugkälber... 64—68 108—115 Schafe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel 60-00 130-00 Geringere Masthammel und Schafe... 50-55 120—125
Formular nicht in der gesetzlichen Frist einreicht oder wissentlich
unrichtige oder unvollständige Angaben macht oder den erlassenen Ausführungsbestimmungen 11. Wee 5 wird mit. bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntause ark bestraft. Auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden. Fahrlässige Verletzung der Auskunftspflicht wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark, im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft.
Ferner wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft, sofern nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen ber Strafen verwirkt sind, wer das Verbot gemäß. 4 und 5 dieser Verordnung über⸗ tritt oder zur Uebertretung auffordert oder anreizt. 5
Gießen, den 15. Oktober 1915.
Der Oberbürgermeister.
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