Ausgabe 
(15.10.1915) 243. Erstes Blatt
Seite
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* zu durchbrechen und

statter desPester Lloyd

Lemnos und Tenedos der Fall

Besfatzung von über 35 000

ist die, ob sie durch die allgemeinen Versicherungen, welche sie t, in der Lage ist, aus diesen Erörterungen mit dem Vertrauen r Kammer hervorzugehen. Unter den vorliegenden tragischen Umständen und in Fortführung unserer seit 14 Monaten an⸗ * Haltung muß die Regierung, indem sie ihre Selbst⸗ eherrschung wahrt, die Interpellationen beantworten und aus dieser Sitzung mit einer Vertrauens⸗Tagesordnung hervorgehen, die die Autorität, deren sie bedarf, verstärken wird. b Der Abgeordnete Chaumet erklärte, Viviani habe die Ver⸗ trauensfrage in loyaler und mutiger Weise gestellt. Er verlange aber, daß die Regierung nun auch wirklich regiere. Vainlaveé bestand darauf, genaue Angaben zu erhalten, die die Kammer in die Lage setze, ihre Verantwortung zu übernehmen. Der Sozilist NRenaudet legte dar, daß infolge der Unmöglichkeit, sich in aller Offenheit auseinander zu setzen, ein Unbehagen auf der Kammer laste.Wir alle verstehen ihre Zurückhaltung in militärischer und diplomatischer Angelegenheit, sagte er,aber wir wollen wissen, ob sie uns zum Erfolg führen. Ich schlage vor, daß die Kammer zu einer Geheimsitzung zusammentritt. Der Vorschlag wurde mit 303 gegen 190 Stimmen abgelehnt. Der Kammer wurde darauf folgende Vertrauensta⸗ esordnung vorgelegt: Die Kammer, die der Regierung ihr en schenkt und die Erklärungen der Regierung billigt, geht zur Tagesordnung über. 5 i Der Abgeordnete Pugliesi Conti wollte Erklärungen zur Abstimmung abgeben, er wurde aber von den Sozialisten mit lebhaften Zwischenrufen unterbrochen, die ihm vorwarfen, er habe sich freiwillig zum Heeresdienst gestellt und habe sich nachher aber wieder zurückstellen lassen. Es enkstand ein so großer Tumult, daß der Redner sich laum verständlich machen konnte. Er erklärte schließlich, er habe sich allerdings freiwillig zum Heeresdienst ge⸗ stellt, aber die Kräfte hätten ihn verlassen. Er drückte den Sozia⸗ listen gegenüber sein Erstaunen aus, unter ihnen junge und ge⸗ sundheitsstrotzende Männer zu sehen, die hier, statt an der Front seien. Es folgte ein Aae Zusammenstoß zwischen dem Redner und dem Präsidenten, der ihn zur Ordnung rief. Unter fürchterlichem Lärm harrte Pugliesi Conti, allen Zwischenrufen trotzend, auf der Tribüne aus, Deschanel mußte die Sitzung unterbrechen und den Saal räumen lassen. Pugliesi Conti blieb trotz der Ermahnungen seiner Freunde, selbst als die Lichter gelöscht wurden, auf seinem Platze und erklärte, er werde nötigenfalls die ganze Nacht auf der Tribüne bleiben. Nach der 1 eee der Sitzung setzte Pugliesi Conti, der noch immer auf der Tribüne stand, seine Rede fort. Alsbald ereignete sich ein neuer Zusammenstoß zwischen ihm und Deschanel, da er fort⸗ fuhr, seine Kollegen anzugreifen. Die Kammer beschloß, die Zensur zur Anwendung zu bringen. Darauf verließ er endlich die Tribüne. Oberst Driant ermahnte namens derer, die an der Front

kämpfen würden, zur Einigkeit. Er erklärte, niemand hat mehr

Sympathie als ich für den Minister des Aeußern, der vor eini⸗ gen Jahren vomKaiser vor die Tür gesetzt wurde. Etienne erhob gegen diese Aeußerung Einspruch.Ich war in demselben Kabinett wie Delcasss Minister und kann nicht zulassen, daß ge⸗ sagt wird, Delcasse habe eine solche Demütigung erlitten. Seine Kollegen hätten das nicht geduldet, er ist damals aus freiem und eigenem Willen gegangen. 5

Nachdem noch mehrere Redner gesprochen hatten, wurde die Vertrauenstagesordnung mit 372 Stimmen gegen neun Stimmen angenommen. Die Sitzung wurde geschlossen und die nächste Sitzung für Freitag anberaumt.

Pariser Presseäußerungen.

Paris, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Erklärungen Vivianis in der Kammer haben eine schlechte Presse. Die Zeitungen erklären, sie seien nüchtern gewesen und hätten ungenügende Aufklärungen über die Balkanpolitik des Vierver⸗ bandes und besonders Frankreichs gegeben. Man sehe auch jetzt

nicht klarer wie vorher. Das einzige neue sei die Versicherung, daß Rußland am Balkan mit eingreifen werde. Daß Frank⸗

reich und England einig seien, habe man schon längst gewußt. Man hätte gern erfahren wollen, welche Truppenmassen die Verbün⸗ deten nach Mazedonien senden und ob die Truppensendungen zeitig genug erfolgt seien, um noch Aussicht auf Erfolg zu haben. Bezüglich Rußlands vermisse man eine Mitteilung, in welcher Form die Hilfe Rußlands sich äußern werde. nicht erwähnt wird, wird von der Presse befremdlich gefun⸗ den. Diesbezüglich weist die Presse auf die großen Interessen hin, die Italien au Balkan besitze. Angesichts dieses Umstandes habe man Aufklärungen über die Mitwirkung Italiens erwarten dürfen.

Französische Hoffnungen auf Rußland. Paris, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die französische

Presse druckt die Hoffnung aus, daß die rufsische Ar wee, die jetzt wiederhergestellt sei, genügend Munition besitze und

kräftig zum Angriff schreiten werde, um die deutschen Linien dadurch für andere Fronten Luft zu schaffen. DerTemps schreibt: Jetzt ist für die Russen der Augen⸗ blick zum Angriff überzugehen. Das russische Heer muß jetzt in der Lage sein, die Deutschen über den Haufen zu rennen. Wir würden eine schöne Enttäuschung erleben, wenn

unsere Verbündeten eine so schöne Gelegenheit nicht ausnützen würden.

Stalien nnd der Balkan.

Paris, 14. Okt.(Ws. Nichtamtlich.)Petit Pari⸗ ien berichtet aus Rom, es verlaute aus guter Quelle,

daß Italien sich an den Maßnahmen der Alliierten auf

allan beteiligen werde.

* 1

* Aus Saloniki.

Budapest, 14 Okt,(WTB. Nichtamtlich.) Der Berichter⸗ meldet aus Saloniki: Die Aufnahme, die die Landung der englischen und französischen Truppen bei den griechischen Regierungsbehörden in Saloniki 8 hat, dürfte den Erwartungen des Generals Hamilton aum entsprochen haben. Die griechische Regierung hat in Saloniki Verfügungen getroffen, die in unverhüllter und unverkennbarer Weise den Zweck haben, zu verhindern, daß die Alliierten Saloniki um en i des Wortes besetzen, wie es mit . war. Die griechische Regierung hat angeordnet, daß die Landungstruppen mit

der Stadt nicht näher in Berührung kommen dür⸗

fen. Nach der Ausschiffung werden sie in das in der Nähe des Bahnhofs gelegene Hafengebiet 1 8 12 das gewissermaßen ein Stück territorialen serbischen Bodens ist und dort bis zum Ab⸗ transport nach Serbien heisammen gehalten. Um die Engländer und Franzosen in ihrer Bewegungsfreiheit zu beschränken, hat die riechische Regierung unter anderem auch das bisher unter der erwaltung eines französischen Direktors stehende Gebäude der Hafengesellschaft für sich in Anspruch genommen. Die Alliierten hatten sich in dem Gebäude bereits häuslich eingerichtet und waren im Begriff, dort eine Station für drahtlose Telegraphien unter⸗ zubringen. Ohne die riechische Regierung um Erlaubnis zu bitten, ergriffen 30 französische Militärtelegraphisten von dem Gebäude Besitz. Die griechische Militär verwaltung forderte die Telegra⸗

N Porn auf, freiwillig abzuziehen, und als sie sich 1 wur⸗

en sie mit Gewalt aus dem Gebäude entfernt. Be⸗ kauntlich wurden die Bahnlinsen in Neu⸗Griechenland von der

a N hen Regierung in eigene Verwaltung übernommen. In der

at befinden sich die Linien SalonikiMonastir, Saloniki-Gew⸗

heli und. SaloniliOktschilar seit dem 3. Oktober in staat⸗ licher Verwaltung. Die Stadt Saloniki selbst hat eine über 35 Mann bekommen, damit nur ja alle

verfügbaren Räumlichkeiten mit griechischen Truppen belegt werden

und die fremden Landungstruppen in der Stadt selbst keinerlei Un⸗

terkunftsmöglichleit finden. Paris, 14. Okt.(WTB Nichtamtlich) DerMatin mel⸗ det, aus Athen: In Saloniki wurde der Kriegs zu stand

Daß Italien

Bulgariens Vorgehen. Sofia, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) 1 17 der bul⸗ garischen Telegraphen⸗Agentur. Ein königliches Manife st ruft das Volk und die Armee zur Verteidigung von heimtückischen Nachbarn, des besudelten heimatlichen Bodens und 757 Befreiung der unter serbischem Joche schmachtenden Brüder auf. Das Mani⸗ fest gedenkt der vom König und der Regierung zur Erhaltung des Friedens entfalteten Bemühungen, die den Zweck hatten, das Ideal des bulgarischen Volles auf dem Wege der Neutralität zu verwirklichen und die Anerkennung des Unrechtes seitens der bei⸗ den kriegführenden Gruppen durchzusetzen, das den Bulgaren durch die Teilung Mazedoniens zugefügt wurde, dessen größter Teil nach den Zugeständnissen sowohl der Verbandsmächte wie der Zentral⸗ mächte, Bulgarien gehören soll. Wir werden, sagt das Manffest, die Serben gleichzeitig mit den tapferen Armeen der Kaiserreiche Mit⸗ teleuropas angreifen.

Berlin, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Die bulga⸗

halten, daß die bulgarische Regierung infolge Ueberfalles durch serbische Truppen bei Köstendil, Drn und Bje⸗ logradschik vom 14. Oktober 8 Uhr früh an sich im Kriegszustande mit Serbien befindet.

Berlin, 15. Okt. Die Zahl der Mazedonier, die sich freiwillig zum Eintritt in das bulgarische Heer gemeldet haben, beläuft sich, so heißt es, auf 90 000 Mann. Man hatte im günstigsten Falle mit 30 000 gerechnet.

Sofia, 14. Okt.(Wi. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt vom 12. Oktober. Im Zusammenhang mit der el⸗ deten Verletzung des bulgarischen Gebiets in der Gegend von Bjelogradschik versuchten die Serben in der Nacht an mehreren Stellen einen Einfall in den Gegenden von Ba⸗ silopgrad und Koestendil, um bulgarische strategische Punkte zu besetzen, die die Straße nach Sofia schützen. Der 1 wurde durch bulgarische Truppen, die in der Nähe der bedrohten Punkte standen, vereitelt. Am Nach⸗ mittag gelang es unseren Truppen, die Serben zurückzu⸗ treiben. An einigen Stellen dauern die Gefechte noch an. Die bisher bekannten bulgarischen Verluste belaufen sich auf 18 Tote, 30 Schwer- und 160 Leichtverletzte.

Sofia, 12. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare. Serbische Truppen überschritten die Grenze und versuchten gestern die Höhen von Hor itz ka Gla wa und Rasovati Hrn, die auf bulgarischem Gebiet westlich von Bjelogradschik liegen, zu besetzen. Es entwickelte sich ein Kampf, der den ganzen Tag andauerte. Die bulgarischen Truppen warfen die Angreifer zurück und besetzten nun die genannten Höhen.

Griechenlands Antwort an Serbien.

Lyon, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)Lyon Républi⸗ cain meldet aus Athen: Die griechische Regierung hat gestern der serbischen Regierung ihre Antwort betreffend die Mitwirkung Griechenlands an dem Konflikte, der durch das Eingreifen Bulgariens geschaffen worden ist, gegeben. Die griechische Regierung ist der Ansicht, daß in dem gegenwärtigen Falle der durch den Bündnisvertrag vorgesehenecasusfoederisnichterfüllt werde. Der griechisch-bulgarische Vertrag, der rein balkanischer Natur sei, sehe nicht den Fall vor, daß ein mit zwei Groß⸗ mächten verbündetes Bulgarien gemeinsam mit diesen Ser⸗ bien angreift. Der gegenwärtige Konflikt sei kein Balkan⸗ krieg, sondern eine Episode des allgemeinen Weltkrieges. Griechenland, welches mit Serbien verbündet bleibe, glaube, daß seine bewaffnete wachsame Neutralität den Interessen beider Länder diene, Griechenland, indem es seine Lebens⸗ interessen wahre und gestatte, nötigenfalls diejenigen Inter⸗ essen zu schützen, die Griechenland und Serbien gemeinsam

seien.

* Der türkische Bericht. Honstantinopel, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Darda⸗ nellenfront bei Anaforta fügten wir dem Feinde mit Bomben schwere Verluste zu. Bei Ari Bur nu zerstörte unsere Artillerie eine feindliche Maschinengewehrstellung. Torpedoboote des Feindes und ein Teil seiner Landbatterien beschossen wirkungslos unsere Artillerie. Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr fügten unsere Aufklärungsabteilungen auf dem rech⸗ ten Flügel in der Nacht zum 12. Oktober nach einem über⸗ raschenden Angriff mit Granaten auf die feindlichen Schüt⸗ zengräben dem Feinde schweren Schaden und schwere Ver⸗ luste zu. Am 12. Oktober zerstörte eine von uns entzündete Mine vor dem linken Flügel einen Teil der feindlichen Schützengräben. Die von den Hospitalschiffen des Feindes in den letzten Tagen entfaltete Tätigkeit, obwohl in der letzten Zeit kein Kampf starttgefunden hat, beweist klar den mißbräuchlichen Gebrauch dieser Schisse zum Truppen⸗ und Munitionstransport. Sonst hat sich nichts ereignet. Konstantinopel, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Ein Teil unserer Flotte hat vor einigen Tagen vor Se ba sto pol die russi⸗ schen DampferCadia undAhestron versenkt; ersterer hatte eine Zuckerladung an Bord, der letztere Butter. An der Dardanellenfront bei Anaforta beschädigte unser Feuer am 13. Oktober ein feindliches Flugzeug, das östlich Tuzlagöl niederstürzte und schließlich von unserer Ar⸗ tillerie vernichtet wurde. Bei Ari Bur nu eröffnete der Feind ein zeitweise aussetzendes und wirkungsloses Feuer gegen alle unsere Stellungen. Bei Sedd-ül-Bahr zwang unsere Artillerie ein feindliches Torpedoboot, das unseren linken Flügel von der Höhe von Kerevisdere zu beschießen versuchte, aus der Meerenge zu fliehen. An den anderen

Fronten hat sich nichts verändert. Aus Rußland.

Petersburg, 14. Okt.(WT Nichtamtlich.) Die vechts⸗ stehende Presse ist seh 0 Presse vorwirft, sie drängte zu einem Sonderfrieden. Rietsch stellt diesen Aeußerungen die folgenden Ausführungen der ZeitungSemschtschina entgegen: Wenn man nach 255 Wünschen des liberalen Blocks das Kabinett verändern wollte, wären alle Opfer umsonst gebracht. Es wäre dann nicht der Mühe wert, den Krieg überhaupt fortzusetzen.Njetsch meint, die Reaktionären hätten damit ganz offen gesagt: Entweder Er⸗

altung des bisherigen Ministerfums oder Einstellung des zweck⸗ osen ses.Rjetsch bezeichnet dies als einen Stautsperrnt Die ganze liberale Presse befürchtet, daß in reaktionären Kreisen tatsächlich verräterische Pläne eines Sonderfriedens erörtert werden.

Ehrendoktoren der Budapester universität. Budapest, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Pro⸗

sessorenkollegium der juristischen Fakultät der Bu da⸗

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rische Gesandtschaft hat die offizielle Mitteilung er⸗

sehr gereizt darüber, daß ihr die liberale] F

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lichen Sitzung beschlossen, den Ministerprältdenten Graf Stefan Tisza, den Generalfeldmarschall Mackensen, den Kriegsminister Enver Pascha und den General der Kavallerie Erzherzog Josef zu Ehrendoktoren zu er⸗

nennen. Die englischen Verluste.

London, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) General Sir Francis Lloyd, der Kommandeur des Londoner Bezirks, sagte gestern in einer Ansprache: Die britischen Verluste be⸗ trugen in der letzten Woche weit über 30 000 Mann. Die Armee bedürfe eines wöchentlichen Zustroms von 20 000 bis 30000 Mann, um die Stärke der Feldarmee zu erhalten.

Der englische Bericht über den neuen Zeppelinangriff. 5

London, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet? Gestern Abend belegten Zeppeline Teile Londons mit Spreng⸗ und Brandbomben Es wurde nur wenig Sachschaden angerichtet. Einzelne Brände, die entstanden, waren bald ge⸗ löscht. Oeffentliche Gebäude wurden nicht beschädigt. Zwei Frauen und sechs Männer wurden getötet; bis auf einen waren es sämtlich

Zivilisten. Ungefähr 34 Personen wurden verwundet.

Der Seekrieg.

Athen, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) In den letzten Tagen wurden im Mittelmeer fo gende Schiffe durch deut⸗ sche Unterseeboote versenkt: 1. Ein englischer Transport⸗ dampfer mit indischen Truppen 40 Seemeilen östlich von Kreta, 2. ein englischer Dampfer mit 6500 Tonnen nach Lemnos be⸗ stimmter Kohlen, bei Kap Matapan und 3. der englische Dampfer Apollo aus Malta nach Port Said mit Kohlen und Kriegs⸗ materieal an Bord 100 Seemeilen von Kreta. 98 5

Paris, 14. Okt.(WTB. e Meldung der Agence Havas: Der Postdampfer der Messageries itimesPunnan (6474 Tonnen) wurde torpediert. Das Schiff ist nicht gesun⸗ ken. Die Besatzung von 90 Mann konnte sich in Boote retten und die benachbarte Küste gewinnen. Alle sind gerettet. Zu dem gleichen Vorfall meldet das Reutersche Bureau: Der DampferVunnan der Messageries Maritimes ist versenkt worden. Die Besatzung von 90 Mann erreichte in Booten die Küste.(In diesem Fall ist wohl Reuter glaubhafter.)

1 Uriegsbriefe aus dem Westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Glänzende Abweisung eines französischen Angriffs bei Lens. 5 Dou ai, 18. Okt. Während die Engländer bei ihren Angriffen nördlich von Loos ihr Menschenmaterial sichtlich schonen, griffen die Franzosen gestern ohne jede Rücksicht auf ihre furchtbaren Verluste bei Givenchy mit dem Mute der Verzweiflung an. Sie setzten abermals alle Kräfte ein, um eine Höhe zu gewinnen, deren beherrschende Lage sie ihrer Hoffnung nach zu Herren von Lens machen würde. Während ahr Angriff im übrigen 150 Meter vor unseren Stellungen blutig zusammenbrach, gelang es Teilen der Angreifer, in den Abschnitt eines ae Regimentes einzudringen. Da dessen Gewehre bei dem Sturm vorhergehenden stunden⸗ langen Trommelfeuers, welches zu dem stärksten gehörte, was die 5 bisher entwickelt hatten, in den ein⸗ geebneten Gräben verschüttet lagen, ging man den Feinden mit Handgranaten zu Leibe und erledigte seine Reste mit Allgäuer Gründlichkeit. Die glänzende Abweisung der Ueber⸗ macht erweckte bei den Siegern um so größeren Jubel, als sie sich gerade am e der Schlacht bei Orleans er⸗ eignete, der mit goldenen Lettern im Ehrenbuche des Korps verzeichnet ist.

W. Schenermann,. Aus dem Reiche.

Verlobung des Prinzen Joachim von Preußen.

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Berlin, 14. Okt.(WTB. Nichtamtlich) DerKeichs⸗ anzeiger enthält folgende Bekanntm,: Am 13. d. M. hat in Dessau die Verlobung Seiner Königlichen Hoheit

des Prinzen Joachim Franz Humbert von Preußen mit Ihrer Durchlaucht, der Prinzessen Marie Au 1 15 Antoinette Friederike Alexandria Hilda Louise von Whalt, 576 5 Seiner Durchlaucht, des Prin Eduard von An⸗ halt und der Prinzessin Louise, Prinzessin von en⸗ Altenburg, mit Bewilligung Seiner Majestät des Kaisers und Königs unter Zustimmung Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, sowie Seiner Durchlaucht des Prinzen Eduard von Anhalt stattgefunden. Dieses frohe Ereignis wird hier⸗ durch auf Allerhöchsten Befehl bekannt gemacht.

Das Geburtstagsgeschenk der deutschen Frauen für die Kaiserin,

die große Sammlung von eingelochtem Obst und Fruchtsäften für unsere Truppen im Feld und in den Lazaretten der Heimat erregt in allen Teilen des Reiches lebhaftes Interesse. Die Kar⸗ serin hat genehmigt, daß die Sammelstellen des Vaterländischen Frauenvereins am 22. d. Mts die von unseren Frauen, Müttern und Töchtern dargebrachten Vorräte als Geburtstagsgabe für die Kaiserin in Empfang nehmen. Da wird keine deutsche Frau zurück⸗ stehen wollen, sondern mit Wenig oder Viel dazu beitragen, daß die gewaltigen Mengen an eingekochtem Obst, Kompots, Marmeladen, Gelees, Mus, Honig, von Frucht. und Beerensäften sich zu Pyra⸗ miden türmen. Auch die kleinste Gabe wird zum Erfolge beitragen. Wie man hört, haben zahlreiche einschlägige Geschäfte ihre Be⸗ teiligung an dem guten Werke in Aussicht gestellt. Jede Geberin wird eine besondere Bescheinjigung darüber erhalten, daß sie ihre Spende als Geburtstagsgabe der Kaiserin dargebracht hat.

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Berlin, 14. Okt.(WI Nichtamtlich.) Die von eng⸗ lischen Zeitungen gebrachte Meldung, daß in Hiel eine ernstliche Cholergepidemie ausgebrochen sei und daß die Fälle schwerer Art seien, ist eine starke Uebertrei⸗ bung. Von einer Choleraepidemie in Kiel kann gar keine Rede sein. Tatsächlich sind nur drei vereinzelte älle vorgekommen, die auf Einschleppung von dem öst⸗ lichen Kriegsschauplatz zurückzuführen sind, in einer und derselben Familie unter der Zivilbevöllerung. Für strenge Isolierung der betreffenden Familie ist Sorge getragen.

Aus Hessen. b

RB. Darmstadt, 14. Okt. Die Erste Kammer der Stände tritt am Dienstag, den 19. Oktober, vor⸗ mittags 11 Uhr, zu einer Plenar⸗Sitzung zusammen. A der Tagesordnung steht die Regierungsvorlage betr. d Wahlen zum 37. Landtag, sowie die Vorlagen betr. die Ver⸗ äußerung von fiskalischen Grundstücken und betr. die Ueber⸗ nahme von Wechselverpflichtungen für die Gemeinden und

pester Universität hat in seiner gestrigen außerordent⸗

Gemeindeverbände durch den Staat.