Ausgabe 
(25.8.1915) 199. Erstes Blatt
Seite
135
 
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Sam

die Gießen Bürgerschaft

An falls ihnen oder ihren

eflichtig, Die Tochter

t 0 zichtet im Interesse der Stei erung der Erträge auf die 1 des Saatgutes 1 n 5 5 er

geringe Ertra kann

e rechtzeitig Saatgut der ertragsreichsten Sorten von oggen stellen, hat die Landwirtschaftskammer für das

Darmstadt, Allee 6, zu wenden. Die von ihr herausgegebene Saatliste wird auf Verlangen jedermann

Versteigerung von Frühbirnen. In einer Bekanntmachung in der gestrigen Nummer desGießener Anz. schreibt die Stadt die 1 95 der Früh⸗ birnen an einer Reihe von Straßen und Grundstücken aus. Diese Maßregel wird in der Bürgerschaft nicht viel Gegenliebe finden. Der Geschäftsgang bei derlei Versteige⸗ rungen ist bekanntlich so, daß eine Beteiligung von Haus⸗ frauen und namentlich von Minderbemittelten daran nicht sehr verlockend ist, und die Ernte kommt damit statt in die Haushaltungen, denen sie gehören müßte, zum überwiegen⸗ den Teil erst in den Handel. Daß bei einer Vornahme der Ernte und des. durch die Stadt größere Schwierigkeiten zu überwinden wären, kann nicht verkannt werden; aber im Hinblick auf die Anstrengungen, die aller⸗ orts für die Versorgung der breitesten Bevölkerung mit billigem Obst gemacht werden, hätte man erwarten dürfen, daß die Schwierigkeiten auch hier aus dem Wege geräumt werden konnten.

** Fahrraddiebstahl. Gestern nachmittag gegen 3 Uhr wurde aus dem Hofe eines Hauses in der West⸗Anlage ein Fahr⸗ rad, MarkeCito, mit der Polizeinummer schwarzes G 5095, entwendet. Als Dieb kommt ein unbekannter Mensch im Alter von 3435 Jahren in Frage, der hellen Anzug und weißen Strohhut mit schwarzem Band trug. Sachdienliche Mitteilungen

über die Person des Täters nimmt die Kriminalpolizei dahier entgegen. 5

Ueber die Sinstellung in unteroffizier⸗

schulen gibt das Großherzogliche Be zirkskommando fol⸗ gende Richtlinien bekannt:.. 2 5

1. Die Unteroffizierschulen haben die Bestimmunjunge Leute, die das wehrpflichtige Alter erreicht haben und die sich dem Militär⸗ stande widmen wollen, kostenfrei zu Unteroffizieren

heranzubilden. 8

2. Wer in eine Unteroffizierschule aufgenommen zu werden wünscht, hat sich bei dem Bezirkskommando seines Aufenthaltortes oder bei einer Unteroffizierschule(in Treptow a. Rh. und Weißen⸗ fels), oder Unteroffiziervorschule(in Annaburg, Bartenstein, Grei⸗

15 rg i. Pomm., Sigmaringen, Weilburg und Wohlau) per⸗ sönlich zu melden und hierbei folgende chriftstücke vorzulegen: a) einen von dem Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission seines Aushebungsbezirks ausgestellten Meldeschein(für eine Unteroffi⸗ ierschule ausgestellt, Freiwillige, die das 17. Lehensjahr noch nicht vollendet haben und infolgedessen einen Meldeschein ni t ausgestellt erhalten, können denselben bei Vollendung des 17. Lebensjahres einfordern und nachliefern; b) den Konfirmationsschein oder einen Ausweis über den Empfang der ersten Kommunion; c) etwa vor⸗ handene Schulzeugnisse d eine amtliche Bescheinigung über die bisherige Beschäftigungsweise, über früher überstandene Krankhei⸗ ten und etwaige erbliche Belastung. Nach Vorlage dieser Papiere bei Anmeldung am a ee e wird der uchun äter mitgeteilt werden. 1 te van bei der Einstellung min- destens 17 Jahre alt sein, darf aber das 20. Jahr noch nicht vollendet haben. Er muß mindestens 154 4 groß, vollkommen gesund, frei von körperlichen Gebre sowie wahr⸗ nehmbaren Anlagen zu chronischen Krankheiten sein und die Brauchbarkeit für den Friedensdienst der Infanterie besitzen. Er muß sich tadellos geführt hahen, lateinische und deutsche Schrift mit einiger Sicherheit lesen und schreiben können und in den vier Grundrechnungsarten bewandert sein. 4. Der Eintritt in eine Unteroffizierschule kann nur dann er⸗ folgen, wenn sich der Freiwillige zuvor schriftlich verpflichtet, nach erfolgter Ueberweisung aus der Unteroffizierschule an einen Truppenteil noch vier Jahre aktiv im Heere zu dienen. 5. Ist die Prüfung im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die ärztliche Untersuchung günstig ausgefallen, so wird zunächst die Verpflichtungs⸗Verhandlung über die vorgeschriebene längere aktive Tienstzeit(Ziffer 4) aufgenommen. l 6. Die Einstellung findet ohne Innehaltung der im Frieden bestehenden Termine beim Freiwerden von Stellen statt. Wiünsche der Freiwilligen um Zuteilung an eine der be⸗ ehenden Unteroffizierschulen werden, soweit angängig, berück⸗

igt. f 3 g 7. Die Einberufenen müssen für die Reise zu der Unterofftzier⸗ schule ausreichend nit Schuhzeug, Kleidung, Wäsche und mit zwei rk versehen sein. 1. 8. Der Aufenthalt in der unteroffißierschule auert im allgemeinen drei Jahre. Bei besonderer geistiger und icher Befähigung und tadelloser Führung können indes ffizierschüber bereits nach zwei Jahren in die Armee über⸗ ten. Die jungen Leute erhalten gründliche militärische Aus⸗ dung und Unterricht, der sie besonders befähigt die Erfüllung

Tag der Unter⸗

der Feld⸗

der erforderlichen Bedingungen vorausgesetzt, bworzugtere Stellen des Unterofftzier⸗ und des Beamtenstandes zu erlangen.

9 hören zu den Miltitärpersonen des Friedensstandes, stehen daher wie jeder andere Soldat unter den militärischen Gesetzen und haben beim Eintritt den Fahnen⸗

10. Die Untkeroffizierschüler haben bet Beurlaubungen gleich wie die Kapitulanten Anspruch auf Löhnung. g

11. Unterofftzierschüler, die sich durch mangelhafte Führung oder durch zu geringe Leistungen als nicht geeignet für den Unter⸗ offizierberuf erweisen, werden aus den Unteroffizierschulen ent⸗ lassen oder zur Ableistung des Restes der gesetzlichen aktiven Dienstzeit zu einem Truppenteil versetzt. ö . 12. Die Unteroffizierschüler treten im allgemeinen als Gefreite in die Front und werden bei guter Führung sehr bald zu Unter⸗ offizieren befördert. Die besten Unteroffizierschüler können jedoch bereits auf den Unteroffizierschulen zu überzähligen Unteroffi⸗ zieren befördert werden und treten bei ihrem Ausscheiden in dag Heer sogleich in etatsmäßige Unteroffszierstellen.

13. Die Unteroffizierschüler werden in erster Linie der Infan⸗ terie überwiesen, können aber auch der Maschinengewehr⸗Truppe, und Fußartillerie, den Pionieren, den Bezirkskomman⸗ dos und der Marine-Infanterie zugeteilt werden. Die Wünsche der Einzelnen, um Zuteilung an bestimmte Truppenteile werden nach Möglichkeit berücksichtigt.. 5 0 Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 24. Aug. Unterarzt Dietz, schon seit mehreren Monaten Inhaber des Eisernen Kreuzes Fe Klasse, Sohn des hiesigen Lehrers K. Dietz, wurde durch Verleihung des Goldenen Sanitätskreuzes ausgezeichnet. 8

m. Alten⸗Buseck, 25. Aug. Wieder hat der Krieg ein Opfer von unserer Gemeinde gefordert. Am 11. d. Mts. starb auf dem Felde der Ehre durch einen Kopfschuß der Reservist Friedrich Arnold, der Schwiegersohn unseres Bürgermeisters, bon der. Kompagnie des Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 116. Der Gefallene befand sich seit Anfang des Krieges im Felde und hatte bis dahin alle Kämpfe und Gefahren glücklich überstanden. 5

Kreis Alsfeld.

O Vadenrod, 24. Aug. Unteroffizier Johannes Neu⸗ singer beim Feld⸗Artillerte-Regiment 47, J. Batterie, hat, nachdem ihm schon voriges Jahr das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen wurde, nunmehr auch die hessische Tapferkeits⸗

medaille erhalten. Kreis Lauterbach. a Grebenhain, 24. Aug. Der Krieg hat wieder zwei neue Opfer aus unserer Gemeinde gefordert: Reservist Auqust Oechler ist insolge einer Verwundung bei den Kämpfen in Polen im Lazarett in Lublin gestorben; Unteroffizier Heinr. Franz hat bei einer Maschinengewehr⸗Abteilung an den Folgen einer schweren Verwundung den Tod in Frankreich gefunden. Beide waren Inhaber des Eisernen Kreuzes. Bis jetzt haben aus unserer 00 Einwohner zählenden Gemeinde schon 13 Mann den Heldentod

gefunden.

Kreis Schotten. Schotten, 24. Aug. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Gesreite Heinrich Weber.

Laubach, 22. Aug. Heute fand eine Gefechtsübung der Jugendkompagnien Hungen und Laubach statt. Der Uebung lag folgende Annahme zugrunde: Ruppertsburg wurde als größere Eisenbahnftation betrachtet; daselbst sollte ein Kriegs⸗ materialzug aufgestellt und zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags verladen werden. Die Verladestelle sollte durch die Kompagnie Lau⸗ bach gesichert werden. Der Feind war von Hungen gemeldet wor⸗ den. Die Kompagnie Laubach nahm deshalb zwischen Rupperts⸗ burg und Villingen eine Verteidigungsstellung mit einer rechten Seitendeckung ein. Um Uhr wurde durch Radfahrer gemeldet, daß der Feind von Hungen nach Villingen und von Nonnen roth Ruppertsburg im Anmarsch sei. Um Uhr entwickelte sich das Gefecht. das kurz vor 5 Uhr sein Ende nahm. Durch die Seiten⸗ deckung wurde der Feind gezwungen, auf kurze Zeit in seiner Stel⸗ lung zu verharren. Er erneuerte aber seinen Vorstoß, als er Ver⸗ stärkungen herangezogen hatte und stürmte die von der Kompagnie Laubach besetzte Stellung, die 5 rote Flaggen markiert war. Der Auftrag der Kompagnie Lauba⸗ h war erfüllt, da der Material- zug bereits um 5 Uhr abgefahren war. Nach Schluß der Uebu zogen beide Kompagnien unter Gesang und Trommelklang 1 5 Ruppertsburg, wo Pfarrer Fritsch eine Ansprache hielt. Nach Ausbringung eines dreifachen Hochs auf Kaiser und Reich und Ab⸗ singen von patriotischen Liedern fand die Uebung ihren Abschluß. ur Kompagnie Laubach gehören die Orte Laubach, Rupperts⸗ burg, Gonterskirchen, Freienseen und Wetterfeld. Es fehlten jedoch leider bei der Uebung die beiden letzten Orte. 0 9

Kreis Friedberg.

O Friedberg, 24. Aug. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Kriegssreiwillige Theodor Spieß im Ref.- Feld⸗Artillerie-Regiment 48.

O Wölfersheim, 24. Aug. Der Unteroffizier Heyer erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Wölfersheim, 23. Aug. Schütze Heinrich Leschhorn von der Maschinengewehr⸗Kompagnie 116 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

Nieder⸗ Roßbach, 23. Aug. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Anton Kitz..

= Bönstadt, 23. Aug. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielten der Gesreite Gustav Wiegand und der Landwehrmann Hartherz, beide von hier.

Hessen⸗Nassau.

m. Kirchhain, 24. Aug. In der hiesigen Feldmark ist die Roggen- und Weizenernte beendet und auf den Höfen der Land- wirte hat schon die Dreschmaschine gesummt und die Winter frucht ist zum größten Teile aus gedroschen. Der Körner⸗ ertrag ist sehr zufriedenstellend. Zum Einbringen der Sommer- frucht war die Witterung bisher wenig günstig. Die Grummet⸗ ernte verspricht einen sehr reichlichen Ertrag, auch der Klee steht jetzt gut, so daß die künstlichen Futtermittel zum Teil entbehrt werden können. Die Kernobsternte bietet die besten Aus- sichten; die Versteigerung des Fruhobstes brachte bei den reich be⸗ hangenen Bäumen der Stadttasse eine gute Einnahme. Auch Ge- müse und Kartoffeln stehen gut; daß von letzteren Knollen im Gewicht von über einem Pfund geerntet werden, ist durchaus keine Seltenheit. 5

h. Frankfurt a. M., 24. Aug. Den monatelangen Beratun⸗ gen über Mittel und Wege zur Versorgung der Bevölkerung mit billigen Lebensmitteln hat die Stadtverordnetensitzung heute end⸗ lich die Tat folgen lassen. Sie nahm eine Reihe von Anträgen an, die einen merklichen Schritt vorwärts bedeuten und die in, der Bürgerschaft lebhafte Befriedigung auslösen werden. Ein Antrag des 1 Ver leischer forderte sofortige Maßnahmen zur Herab⸗ setzung der Preise aller Nahrungsmitte und eine Eingabe an den Bundesrat um Zestsetzung von Höchstpreisen für alle Milch⸗ erzeugnisse und Herausgabe einer Verordnung zur Beschränkung der Butterer zeugung. Stadtv. Fladung ersuchte den Magistrat, beim Handelsminister auf die Kohlennot und Kohlen⸗ teuerung hinzuweisen und Maßnahmen dagegen zu erbitten. Beide Anträge fanden einstimmige Annahme. In der Besprechung der Anträge erklärte Oberbürgermeister Voigt, daß die Stadt mit ähnlichen Gesuchen schon wiederholt an die Staatsregierung her⸗ angetreten sei, teils mit, teils ohne Erfolg. Bedauerlich sei es, daß die Regierung in der Bekämpfung des Lebens mittelwuchers die Städte nicht mit größeren Macht⸗ mitteln ausrüstete. Der Magistrat gehe jetzt selbst rüͤck⸗ sichtslos gegen jede Wuche rei vor: er schrecke auch vor einem Verbot des Zwischenhandels nicht zurück. Um die Aus⸗ wüchse hier zu bekämpfen, habe die Stadt den Gemüseverkauf begonnen. Auch die Kartoffeln sollten beschla nahmt werden. Die Regierung müsse hier im Interesse der Bevölkerung ein⸗

reifen. Ein Antrag des Stadtv. Zielowski, allen Personen, ie seit dem 1. August 1914 gewerbsmäßige Handelsgeschäfte und Handelsvermittlungen betreiben, den Handel zu verbieten, wurde mit schwacher Mehrheit abgelehnt, obwohl sich auch der Magistrat ätzlich für seine Annahme erklärt hatte. Die Gegner des intrags erblickten in der evtl. Annahme eine Knebelung des Kleinhandels und einen Eingriff in die Gewerbefreiheit. Ferner

der einen erheblichen

wurde ein Antrag einstimmig an, U Ausbau der Volksküchen und Bereitstellung von Mitteln

ur Speisung von Volksschülern fordert. Wie serner vom a Magistrat mitgeteilt wurde, sollen in der Stadt verfuchsweise Bezirksmärkte für den Lebensmittel⸗ und Gemüfeverkauf ein⸗ gerichtet werden. N

J. Limburg, 24. Aug. Das hiesige Gefangenenlager, in dem zeitweise schon 10000 Kriegsgefangene untergebracht waren, ist zurzeit nur von 1200 Insassen bevölkert. Der übrige Teil ist außerhalb Limburgs vorwiegend mit landwirtschaft⸗ lichen Arbeiten beschästigt.

Vermischtes.

Berlin, 24. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) DieB. Z. meldet aus Deutsch⸗Eylau: In der Nacht zum Sonn⸗ tag wurden die Ehefrau des Abdeckereibesitzers Schmel⸗ zer, deren Mann eingezogen ist und sich gegenwärtig im, Lazarett Elbing befindet, ferner deren Schwester und drei Kinder auf schreckliche Weise ermordet. Ein bis vor kurzem bei Schmelzer in Dienst gewesener 20jähriger Knecht namens Sowa aus der Nähe von Osterode ist als der Tat verdächtig ver⸗ haftet worden. Er leugnet die Tat.

5 Märkte.. e e

le. Frankfurt a. M. Schweinemarkt bericht vom 25. Aug. Aufgetrieben waren 567 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 141.00 148.00 Ml., Schlachtgewicht 175.00 180.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 Lebendgewicht 130.00140.00 Mk., Schlachtgewicht 160.00 174.00. vollfleischige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 411.00 148.00 Mk., Schlachtgewicht 175.00 180 Mk. vollfleischige Schweine von 12⁰ bis 150 kg Lebendgewicht 141.00 148.00 Mk., Schlachtgewicht 175.00 180.00 Mk. Geschäft ziemlich lebhaft.

je. Frankfurt a. M., 25. Aug. Fruchtmarkt. Bei ruhiger Stimmung, kleinem Geschäst und geringem Angebot ist eine Aenderung nicht eingetreten. Futtermittel knapp und fest. Man notierte: Mais 5860 Mk., Gerste 6770 Mk., Kokoskuchen 60-61 Mk., Kleie 49-50 Mk. Alles für 100 kg.

se. Frankfurt a. M., 25. Aug. Kartoffelmarkt. Wetterauer frei Frankfurt 10,7511,50 Mk. Alles per 100 Kg.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 23. August 1915..

Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.

5955 3

Fleischpreise in Gießen

Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht. Kg. 112116 Pfg. 102-138 Mek.

Kälber ½ Kg. Schlachtgw. 119.140.% 100-104 Pfg.

Schweine/ 70 160-180, A160-170

Cetreidepreise in Mann he im

Weizen 100 Kg. 27.00 Mt. fa., Roggen 100 Kg. 23.00 Mk. Schwarzbrot 2 Kg. 717 ig.

ö . Amtlicher Wetterbericht.

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 26. August 1915:

Ziemlich heiter, trocken, warm, nordöstliche Winde. 1

Letzte Nachrichten.

Die Kriegslage im Often.

Köln, 25. Aug. Nach einem Telegramm derKölnischen dei spricht sich der holländische General van der des imArnheemschen Courant etwa fol. aßen über die Kriegslage im Osten aus: Es ist kein Zweifel mehr, daß das russische Heer als Ganzes sich in völliger Auflösung befindet. Daher sei auch keine Aussicht vorhanden, daß es vor der Bahnlinie MinskNowno standhalten könne. Im irk von Kowno und Kurland könne man in nächster Zeit wichtige Ereignisse erwarten. Ebenso ist es unmöglich, das Unglück, das Rußland betroffen. hat, länger vor dem Volke geheim zu halten. Die Millionen Flüchtlinge und Verwundeten, die bis Petersburg und weiter östlich kommen, verbreiten nicht allein das Geschehene, bilden vielmehr eine ergreifende Illustration der entsetzlichen Niederlagen, die dazu führen muß, in ganz Rußland Angst und Entmutigung hervorzurufen.

Begrabene Hoffnungen.

Lugano, 25. Aug. Die heute in Rom vorliegenden Nachrichten vom Balkan geben die Hoffnung auf Grie⸗ chenland preis und begraben die Hoffnung auf ein Ein⸗ lenken Serbiens. Nur bei Rumänien rechnet der Vier⸗ verband auf einen Erfolg. J

Der Eindruck der Wiederkehr Venizelos in Bulgarien.

Sofia, 25. Aug. Die Ueberraschung, die hier Venizelos' Wiederkehr ins politische Leben Griechenlands verursachte, ift be⸗ reits abgeflaut. Minmisterpräsident Radoslawow fand dafür den richtigen Ausdruck, als er sagte, daß die Vorgänge in Griechen⸗ land keine Wirkung auf Bulgarien ausübten. Nach wie vor bleibt man auch hier überzeugt, daß die Drohungen des Vierverbandes egen Griechenland lediglich Bluffs sind und ein bewaffnetes Ein⸗ en nicht erfolgen wird. Der Ausspruch des Königs, kein durch griechisches Blut erobertes Gebiet zu verlieren und die Ab⸗ sage an den Vierverband, aus der Neutralität zutreten und Waffenhilfe zu leisten oder sich in einen neuen Balkanblock drängen zu lassen, wird als eine direkte Absage an die Entente gedeutet.

In den Besprechungen des Königs von Griechenland mit Venizelos wurden eingehend auch die griechisch⸗italienischen und die serbisch⸗italienischen Beziehungen erörtert. Der König wünschte bestimmte Zusagen vom Vierverband hinsichtlich der Zukunft der von den Italienern besetzten 12⸗Insel⸗Gruppe sowie die formale Zustimmung des Vierverbandes zur Abtretung von Nordepirus an Griechenland. Des weiteren hielt der König im Hinblick auf die italienisch⸗serbischen Zerwürfnisse wegen der Adriaküste eine Klärung des griechisch⸗italienischen Verhältnisses für unum⸗ gänglich notwendig. Die Tatsache, daß Gunaris eine schroffe ablehnende Antwort auf die Note des Vierverbandes erteilt hat, ohne sich vorher mit Serbien ins Einvernehmen gesetzt zur haben, wird vielfach als Bruch oder mindestens als eine starke Erschütterung der serbisch⸗griechischen Beziehungen aufgefaßt. Der König ist sich der großen Schwierigkeiten der Lage wohl bewußt, weiß sich aber nichtsdestoweniger von Angstmeierei frei.

Die Stimmung in Amerika. 5

Amsterdam, 25. Aug. Aus Privatnachrichten, die Lon⸗ doner Blätter über die Stimmung in Amerika wegen des Unter⸗ anges derArabic veröffentlichen, geht hervor, daß die egung keineswegs in dem Maße gewachsen ist, wie Reuter glau⸗ benmachen möchte. Vorläufig halten die Washingtoner Regierungs⸗ kreise mit ihrer Meinung vorsichtig zurück. Präsident Wilson heißt es wolle erst die näheren Nachrichten über den Untergang derArabic abwarten, bevor er dem Kabinett irgendwelche Vor⸗ schläge in der Angelegenheit unterbreite. Es erhält sich besonders hartnäckig das Gerücht, daß dieArabic ver sucht habe, das Unterseebobt zu rammen. Jedenfalls rechnet man in Washington, wie der New Norker Korrespondent desDaily Telegraph meldet, daß bei der Torpedierung derArabic ir⸗ gendein Mißverständnis vorliege und daß der Fall durch eine Erklärung von deutscher Seite beigelegt werden dürfte. Aus den Schilderungen des Washingtoner Korrespondenten derTimes geht hervor, daß die Regierung keineswegs die Kriegslust einiger englisch⸗amerikanischer Blätter teilt. Die amerikanische Demokratie, meint derTimes-Korrespondent, wolle keinen Krieg, und die Regierung werde durch diefe Stellungnahme natürlich beeinflußt.

Brotpreise in Gießen: Weißbrot 2 Kg.

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